Einkommensverhältnisse im Saarland

Auf der einen Seite müssen berufsbildende Schulen durch mehr Vollzeitausbildung den Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen auffangen, auf der anderen Seite müssen sie den wachsenden fachlichen Anforderungen vor dem Hintergrund rasanter technologischer Entwicklungen in zahlreichen Ausbildungsberufen genügen. Zugleich sind sie die "letzte Instanz" für die zahlreichen Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben. Im Saarland verlassen jährlich rund 1.000 Schülerinnen und Schüler das Schulsystem ohne Hauptschulabschluss.

Es geht darum, jungen Menschen Lebensperspektiven und Teilhabe an der Wirtschaft zu eröffnen, die bis dahin die Verlierer waren, sich ausgegrenzt fühlten oder sogar mit Verweigerung, Abkehr und Aggression reagierten.

Dies alles stellt die berufsbildenden Schulen, ihre Lehrkräfte und Kooperationspartner vor immense Herausforderungen, deren erfolgreiche Bewältigung für die Zukunft einer gerechten demokratischen Gesellschaft gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Wir fragen die Regierung des Saarlandes:

A. Ausbildungsplatzsituation:

1. Wie hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage an Ausbildungsplätzen jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 im Saarland entwickelt? Bitte absolut und prozentual auflisten.

2. Wie haben sich die Schulabschlüsse der in eine berufliche Ausbildung eintretenden Jugendlichen jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005 verändert?

3. Welche Maßnahmen und Hilfestellungen zur Berufsvorbereitung sowie zur Sicherstellung einer beruflichen Ausbildung für alle Jugendlichen bietet das Saarland oder werden durch das Land gefördert?

4. Welche Maßnahmen sieht der Lehrplan vor zur Berufwahlorientierung und ab welcher Klassenstufe ist das Thema Berufswahl und Berufswahlorientierung ein Thema? Werden bei diesen Themen auch außerschulische Organisationen (IHK, HWK, DGB, AK, usw.) mit in den Unterricht eingebunden? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, welche und in welchem Umfang? (bitte einzeln auflisten)

5. Welche Maßnahmen hat die Landesregierung zur Förderung von Ausbildungsreife und Berufsorientierung jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 ergriffen?

6. Wie ist der Umsetzungsstand des von der Saargemeinschaftsinitiative (SGI) 2002 beschlossenen Papiers „Förderung der Ausbildungsreife"?

7. Wie viele Ausbildungsabbrüche, unterteilt nach Ausbildungsberufen, sind jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 jährlich zu verzeichnen? Welche Ursachen sind hierfür maßgebend und auf welche Weise wird Abbrüchen entgegen gewirkt und wird der Übergang in andere Ausbildungen erleichtert?

8. Für welche Berufe gibt es rein schulische Berufsausbildungsgänge? Wie viele junge Menschen werden dort ausgebildet? Welche Bedeutung haben rein schulische Ausbildungsgänge in der Zukunft? In welchem Umfang werden sie derzeit von Privatschulen angeboten? In welchem Umfang ist das Saarland finanziell beteiligt?

9. Wie beurteilt die Landesregierung Maßnahmen anderer Bundesländer zur Einrichtung schulischer Berufsausbildungsgänge?

10. Wie hat sich die Ausbildungsplatzbilanz im Saarland - nach der Definition des Berufsbildungsberichts - jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005 entwickelt?

11. Wie beurteilt die Landesregierung die dauerhafte Unterschreitung der vom Bundesverfassungsgericht anerkannten Mindestversorgung von 112,5 Ausbildungsplatzangeboten für 100 Bewerber?

12. Was tut die Landesregierung, um Betriebe über mögliche Fördermaßnahmen seitens der Träger (Agentur für Arbeit, ARGEN) zu informieren, um so zusätzliche Ausbildungsstellen zu akquirieren?

13. Wie hoch ist die Zahl der jugendlichen Bewerber/innen, die bereits im letzten Jahr als Bewerber/innen gezählt wurden? Wie viele davon haben welche Schulen bzw. welche Maßnahmen besucht?

14. Welche Maßnahmen gedenkt die Landesregierung zu ergreifen, um dem Verdrängungswettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt, der im Jahre 2008 durch den Abiturdoppeljahrgang zu erwarten ist, entgegenzuwirken?

B. Berufsausbildung und Berufstätigkeit:

1. Wie hoch ist die Quote der Weiterbeschäftigung im Saarland nach erfolgreicher Absolvierung einer Ausbildung in den verschiedenen Ausbildungsberufen?

2. Wie beurteilt die Landesregierung die Berufschancen der Absolventinnen und Absolventen von Kurz- und Anlern-Ausbildungsgängen?

3. Wie viele Ausbildungsverträge gab es jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005 neu geregelten Ausbildungsberufen?

4. Wie hat sich die personelle Situation in den Berufsschulen jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 entwickelt? Bitte nach Berufsschulen und Qualifikationen getrennt auflisten.

5. Gibt es Fortbildungsangebote speziell für Lehrerinnen und Lehrer an den Berufsschulen und wie wurden diese von den einzelnen Lehrerinnen und Lehrern jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 wahrgenommen?

6. Gibt es sonstiges Personal an den beruflichen Schulen, die nicht Lehrer sind und im Unterricht eingesetzt werden? Wie setzt sich dieses zusammen und wie hat es sich zahlenmäßig jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 entwickelt?

7. Wie haben sich die Berufsbilder und damit die Anforderungen der Wirtschaft an die berufliche Ausbildung jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 verändert, und welche Erkenntnisse liegen über die zukünftige Entwicklung der Anforderungen vor? Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung, um den beschriebenen zukünftigen Anforderungen Rechnung zu tragen?

8. In welcher Weise haben sich struktureller und wirtschaftlich-technischer Wandel in der Berufsausbildung niedergeschlagen und welche Maßnahmen sind zu deren Bewältigung geplant?

9. Für welche Berufe ist heute als Eingangsvoraussetzung der Hauptschulabschluss ausreichend? Welchen höchsten Schulabschluss zu Beginn ihrer Ausbildung hatten die erfolgreichen Absolventen einer beruflichen Ausbildung (unterteilt nach Branchen, Ausbildungsberufen jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005)?

Wie viele Ausbildungsverträge mit Schülerinnen und Schülern mit einem Hauptschulabschluss wurden jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005 in welchen Ausbildungsberufen des Handwerks, des Handels, der Industrie und des Gesundheitswesens abgeschlossen?

11. Wie stellt die Landesregierung sicher, dass die Berufsschulen auf technische Veränderungen und neue Anforderungen an Berufsbilder adäquat reagieren können?