Kinderbetreuung

13. Wahlperiode Drucksache 13/1186 der Abgeordneten Barbara Spaniol (B90/Grüne) betreff: Elternzeit im Saarland

Nach wie vor betreffen Probleme der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor allem Frauen, obwohl die Möglichkeit der Inanspruchnahme von „Elternzeit" den Vätern genauso zusteht. Durch eine Novelle des Bundeserziehungsgeldgesetzes ist es seit dem Jahr 2001 möglich, dass die Eltern gemeinsam Elternzeit nehmen; darüber hinaus existieren mehrere Modelle, um die insgesamt dreijährige „Elternzeit" zwischen den Elternteilen aufzusplitten. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 1998 (Prof. Dr. Vaskovics/ Rost: Väter und Erziehungsurlaub,) lag der Anteil von Männern in Deutschland, die Erziehungsurlaub in Anspruch nahmen bei unter 2% und stellt somit eine Randerscheinung dar. Besonders im europäischen Vergleich ist dieser Wert verschwindend gering, nutzten doch bereits zu Beginn der 90er Jahre in Schweden 50% der Väter die Möglichkeit des Erziehungsurlaubs. Es müssen dringend Anreize geboten werden, um die bestehende Situation zu verbessern, denn eine Chancengleichheit der Geschlechter kann nur dann bestehen, wenn auch die elterlichen Pflichten tatsächlich gerecht zwischen Männern und Frauen verteilt werden.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Regierung des Saarlandes:

1. Wie hoch lag der Anteil von Männern im Saarland, die seit 1995 den Erziehungsurlaub in Anspruch nahmen? Wie hat sich deren Anteil durch die veränderten Regelungen der „Elternzeit" von 2001 bis heute entwickelt?

2. Wie hoch war der Anteil Frauen und Männer an allen Erziehungsurlaubern, die während dieser Zeit einer Teilzeitbeschäftigung nachgingen?

3. Welches sind nach Auffassung der Landesregierung Gründe für die geringe Inanspruchnahme des Erziehungsurlaubs von Vätern?

4. Wird die saarländische Landesregierung Maßnahmen ergreifen, um die Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung zu stärken? Wenn ja, welche?