Hochschule

13. Wahlperiode Drucksache 13/1187 der Abgeordneten Barbara Spaniol (B90/Grüne) betreff: Studierende mit Behinderung an saarländischen Hochschulen

Die aktuelle Sozialerhebung des DSW weist einen Anteil Studierender mit Behinderung von 2% und Studierender mit chronischen Krankheiten von 11% aus. Die häufigsten Beeinträchtigungen sind Allergien und Atemwegserkrankungen mit 46%, den zweiten Rang nehmen Schädigungen des Stütz- und Bewegungsapparates (20%) ein, gefolgt von Sehschädigungen und Hauterkrankungen mit je 13%. Knapp die Hälfte der Studierenden, die Behinderungen oder chronische Krankheiten haben, fühlen sich dadurch im Studium nicht beeinträchtigt; bei einem Viertel wirkten sich Behinderung oder Krankheit jedoch mittelgradig oder stark studienbeeinträchtigend aus. Bei jedem 12. Studierenden wirken sich die jeweiligen Behinderungen oder chronischen Erkrankungen stark studienbeeinträchtigend aus. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten dringend erforderlich sind.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Regierung des Saarlandes:

1. Wie viele Studierende mit Behinderung waren zwischen 2000 und 2005 an den Hochschulen im Saarland eingeschrieben?

2. Wie viele behinderte Studierende im Saarland waren BAFöG-EmpfängerInnen?

3. Wie viele dieser Studierende erhielten Eingliederungsleistungen („Hilfe zum Besuch einer Hochschule") nach BSHG? Wenn ja, welche Hilfe wurde dabei im Einzelnen gefördert?

4. Wie beurteilt die Landesregierung die Befürchtung, dass Studierende mit Behinderung aufgrund des Bologna-Prozesses und den daraus resultierenden Umstrukturierungen künftig nur noch bis zu Bachelor-Abschlüssen Leistungen der Eingliederung erhalten könnten und daran anschließende Master-Abschlüsse als nicht mehr erforderlich und somit auch nicht mehr förderungsfähig angesehen werden?

5. Welche Maßnahmen gedenkt die Landesregierung des Saarlands zu ergreifen, um eine drohende Benachteiligung von behinderten Studierenden zu verhindern?