Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen durch konsequente Fortführung von Präventionsmaßnahmen entgegenwirken

Die zunehmende Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das ganzheitliche Lösungsansätze erfordert und nicht allein von der Schule zu bewältigen ist. Elterliche Pflichten, Verantwortung der Medien und eine verstärkte Jugendarbeit haben Schlüsselfunktionen bei der Bewältigung des Problems. Angebote zur Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern und Lehrern, bessere Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und die Unterstützung ehrenamtlicher Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden müssen einander bei der Prävention ergänzen.

Der Landtag des Saarlandes begrüßt die von der Landesregierung auf den Weg gebrachten zahlreichen Projekte zur Förderung und Stärkung der Jugend- und Präventionsarbeit. Dazu gehören insbesondere:

- die Einsetzung eines Landesbeauftragten für pädagogische Prävention;

- die Einrichtung einer Beratungsstelle Gewaltprävention beim Landesinstitut für Pädagogik und Medien;

- das Projekt „wir im Verein mit dir";

- die Gründung des erlebnispädagogischen Zentrums-Saar;

- das Projekt „Halt - Warum Gewalt?";

- das Modellprojekt „Balance" ­ Gleichgewicht zwischen Akzeptanz und Konfrontation;

- das Projekt „Faustlos";

- das Modellprojekt „Schule ohne Rassismus";

- das Sprachförderprogramm „Früh Deutsch lernen";

- das Modellprogramm „SIGNAL" zur Sprachförderung für Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund;

- die Förderung von „Schoolworkern" zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe und zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule;

- die Förderung von Mediatoren durch berufsbegleitende Fortbildungsangebote;

- die Einführung von Benimmunterricht an saarländischen Schulen zur Vermittlung von Werten wie Toleranz, Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme;

- die Einsetzung von Schulbusbegleitern und das Coolness-Training für Busfahrer;

- der saarländische Aktionsplan gegen häusliche Gewalt.

Der Landtag des Saarlandes fordert die Landesregierung auf:

- die Präventions- und Integrationsmaßnahmen konsequent weiterzuentwickeln;

- das Sprachförderprogramm „Früh Deutsch lernen" auszuweiten;

- die Erarbeitung von Schulverträgen zwischen Lehrern, Eltern und Schülern über die Ziele der Erziehung, allgemeinverbindliche Werte und Verhaltensweisen an allen weiterführenden Schulen zu forcieren und damit auch das Wir-Gefühl der Einzelschule zu stärken;

- verbesserte erzieherische Maßnahmen zu entwickeln, um destruktivem Schulverhalten in Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen stärker entgegenzuwirken;

- die Kooperation der Lehrer mit Sozialarbeitern, Psychologen, Jugendhilfe, Polizeibeamten und Justiz weiter zu stärken.

Begründung: Erfolgt mündlich.