Mit Ideen und Tatkraft in die digitale Zukunft

Die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und digitale Medien bieten große Wertschöpfungspotentiale und sind wichtige Treiber für mehr Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Doch nicht nur deshalb sind Internetund Medienkompetenz heute unersetzliche Schlüsselqualifikationen. Sowohl unser Alltag als auch unsere Gewohnheiten am Arbeitsplatz und in der Freizeit haben sich durch den Siegeszug des Internets verändert: Kommerzielle Internetauktionsplattformen und Internetbücherbörsen kämpfen nicht mehr um ihr Überleben - aus ihnen sind milliardenschwere Wirtschaftsakteure mit Tausenden von Arbeitsplätzen geworden.

Umso beunruhigender sind die Ergebnisse des „(N)Onliner-Atlas 2006". Die Studie belegt, dass das Saarland das Bundesland mit der geringsten Internetnutzung in der Bundesrepublik ist. Politik und Gesellschaft stehen hier vor der wichtigen Aufgabe, die immer noch vorhandene Kluft zwischen Onlinern und Offlinern, den „digitalen Graben" an der Saar zu überbrücken.

Der Landtag des Saarlandes begrüßt es daher, dass die Landesregierung des Saarlandes sich im Rahmen ihrer Innovationsstrategie bereits frühzeitig mit Ideen und Tatkraft für die Förderung der Internet- und Medienkompetenz im Saarland eingesetzt hat.

Insbesondere auch im Bildungsbereich hat das Saarland zahlreiche Anstrengungen zur Stärkung der Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer unternommen. Dazu gehören Maßnahmen und Projekte zur Integration der neuen Medien in den Unterricht, zur Lehreraus- und -fortbildung, zur ITAusstattung der Schulen sowie zur Systembetreuung durch das IT-Servicecenter für Schulen. Darüber hinaus begrüßt der Landtag des Saarlandes, dass die Landesregierung, die Landesmedienanstalt und das MedienNetzwerk SaarLorLux in ihrer gemeinsamen Kampagne „Onlinerland Saar" mit mehr als 80 Projektpartnern für die Vorteile und Chancen des Internets werben und zahlreiche Schulungsangebote durchführen.

Vor allem werden durch das Projekt bisher weitgehend bei der Internetnutzung abseits stehende Bevölkerungsgruppen wie Seniorinnen und Senioren (z.B. durch die Veranstaltungsreihe „Kaffee-Kuchen-Internet") sowie Auszubildende und Arbeitssuchende (z.B. durch die Veranstaltungsreihe „JOB-Online") an das Medium Internet herangeführt.

Nach Ansicht des Landtages des Saarlandes sind zu dieser Aufgabe alle gesellschaftlichen Gruppen des Saarlandes zur Mitarbeit aufgerufen. Der Landtag des Saarlandes fordert daher die Landesregierung auf, die gute Partnerschaft mit Unternehmen, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen zur Umsetzung dieser politischen Ziele fortzusetzen und weiter zu intensivieren.

Angesichts der sichtbaren Erfolge der Kampagne „Onlinerland Saar" ­ mehr als 80

Projektpartner schulten seit September 2005 in fast 1.000 Veranstaltungen weit über 10.000 Teilnehmer ­ befürwortet der Landtag des Saarlandes, dass die saarländische Landesregierung diese erfolgreiche Kampagne fortführt und weiter unterstützt.

Doch angesichts der unbestritten großen Herausforderungen, vor denen das Saarland angesichts des notwendigen Strukturwandels steht, fordert der Landtag die Landesregierung auf, das Projekt „Onlinerland Saar" auch über die bereits beschlossene zweite Etappe hinaus weiter fortzuführen.

Der Landtag des Saarlandes ist der Ansicht, dass angesichts der umfangreichen, zeitnahen und unabhängigen Begutachtung der saarländischen Bevölkerung in Bezug auf ihre Online-Kompetenzen, Nutzungsabsichten und Nutzungsverhalten durch den jährlich veröffentlichten „(N)Onliner-Atlas" eine hiervon losgelöste und zusätzliche wissenschaftliche Begutachtung der Zielgenauigkeit der Kampagne „Onlinerland Saar" vorerst nicht notwendig ist.

Da die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die deutsche Volkswirtschaft immer wichtiger werden, begrüßt der Landtag des Saarlandes, dass die Bundesregierung mit dem Zukunftsprojekt „Informationsgesellschaft Deutschland 2010" sich das Ziel gesetzt hat, einen eigenen, beachtlichen Beitrag zur Entwicklung des Informations- und Telekommunikationsstandorts Deutschland zu erbringen.

Der Landtag des Saarlandes geht hierbei davon aus, dass das Saarland angesichts seiner herausragenden Stellung im Bereich IKT besondere Berücksichtigung findet.