Zweite bundesdeutsche Waldinventur

Vorbemerkung des Fragestellers: „Die Europäische Zentralbank bringt im Monatsbericht November Ihre Besorgnis wegen der stetig steigenden Rohölpreise zum Ausdruck. Ein Barrel Öl kostete im November 2003 ca. 29 $/Barrel, im November 2004 jedoch schon ca. 45 $/Barrel.

Die Zweite Bundeswaldinventur hat einen Holzzuwachs in den saarländischen Nadelwäldern von 17,98 % nachgewiesen, damit hat das Saarland im bundesweiten Vergleich den größten Zuwachs.

Gleichzeitig sind auch die Gesamtschäden von 2003 auf 2004 um 9 % angestiegen."

Wie erklärt sich die Landesregierung das außergewöhnlich hohe Wachstum der Nadelbäume in den saarländischen Wäldern?

Zu Frage 1: Ertragskundliche Untersuchungen der letzten Jahrzehnte belegen, dass der Volumenzuwachs der Waldbäume gegenüber den Zahlen bisher verwendeter Ertragstafeln gestiegen ist. Grund hierfür ist ein nachgewiesen hoher Stickstoffeintrag, der die Bäume zu verstärktem Wachstum anregt.

Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur II sind für das Saarland wegen des geringen Stichprobenumfanges und den daraus resultierenden Stichprobenfehlern nicht aussagekräftig.

Von 18.900 bundesweit erhobenen Waldtrakten mit 54.000 Waldecken liegen lediglich 94 Trakte mit 249 Waldecken im Saarland.

Wie viel Prozent des jährlichen Zuwachses an Nadel- und Laubholz wird wirklich genutzt?

Zu Frage 2: Gesicherte Erkenntnisse über den jährlichen Zuwachs bei Nadel- und Laubbäumen werden in den zur Zeit laufenden Forsteinrichtungen in den verschiedenen Waldbesitzarten gewonnen. Unter Zugrundelegung der Zuwächse werden Hiebssätze für den Forsteinrichtungszeitraum hergeleitet. Eine gesicherte Aussage über tatsächliche Nutzungsprozente kann erst nach Vorliegen aller Forsteinrichtungswerke für den Staatswald des Saarlandes gemacht werden.

Es zeigt sich, dass in den zur Genehmigung vorliegenden Forsteinrichtungswerken der Staatswaldreviere ca. 50 - 70 % des Zuwachses - dies sind in der Regel 4 - 5 Efm/ha/Jahr - genutzt werden können, ohne waldbauliche Ziele in Frage zu stellen.

Für welche Zwecke hat die Landesregierung das im Staatsforst anfallende Holz in den Jahren 1999 ­ 2003 vermarktet?

Zu Frage 3: Die Vermarktung der im Staatswald des Landes angefallenen Rohhölzer ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Was hat die Landesregierung in der letzten Legislaturperiode unternommen, um den Absatz von heimischem Holz sowohl als Rohstoff als auch als Baustoff zu fördern und zu steigern?

Zu Frage 4: Der SaarForst-Landesbetrieb ist beauftragt, den Staatswald des Saarlandes nach Vorgaben der Waldbaurichtlinie nachhaltig, dem FSC-Standard (FSC = Forest Stewardship Council) entsprechend, zu bewirtschaften und den Holzverkauf nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten zu optimieren.

Der Holzmarkt ist ein internationaler, weltweiter Markt. Holzabsatz und Holzpreise werden vom Weltmarkt bestimmt.

Die im Saarland einzuschlagende, bezogen auf das Holzaufkommen in Deutschland, geringe Holzmenge lässt eine eigene Preisfindung nicht zu.

SaarForst-Landesbetrieb verfolgt deshalb gezwungenermaßen die Strategie, sich mit der Schaffung kleiner regionaler Märkte vom Weltmarkt und den anhängenden Problemen zu lösen.

Wertholz wird auf Submissionen landesweit angeboten und meistbietend versteigert.

Mit der Gemeinschaftsinitiative LEADER+ wird auf vielfältigen Ebenen der Holzabsatz gefördert (z.B.: vom Brennholz zum Furnier, Bau von Möbeln als Schreinerunikate, Einsatz mobiler Sägewerke, Schaffung kleiner regionaler Kreisläufe). Möbel und Inneneinrichtungen aus FSC-Hölzern fanden bereits im „Ökologischen Schullandheim Gersheim" und der Gaststätte Neuhaus Verwendung.

Die Förderung regenerativer Energien, z. B. Brennholz, ist eine Möglichkeit, den Absatz von Holz zu steigern. Es ist in den letzten Jahren gelungen, den Absatz an Brennholz im Staatswald des Saarlandes auf ca. 35.000 fm anzuheben.

Die saarländische Landesregierung hat 2002 eine Energieholzmesse mit dem Ziel durchgeführt, regenerative Energien verstärkt zu nutzen. Die Messe fand in den Räumen der Saarmesse auf der „Welt der Familie" statt. Zusätzlich wurde eine Brennholzfibel mit Adressen und Tipps für Verbraucher aufgelegt.

Im Rahmen der Zertifizierungsbestrebungen wurde der Staatswald nach FSC- und PEFC-Kriterien (PEFC = Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifiziert. Hiermit soll eine bessere und preislich interessantere Inwertsetzung des Rohstoffes Holz ermöglicht werden. Mittlerweile sind die waldbesitzenden Kommunen und ein Großteil der privaten Waldbesitzer nach PEFC zertifiziert.

Die saarländische Landesregierung war in der letzten Legislaturperiode bestrebt, in öffentlichen Gebäuden FSC-Hölzer zu verwenden.

Die saarländische Landesregierung hat am 16. November 2004 den Einsatz von umweltfreundlichem Papier und Holzprodukten aus FSC-zertifizierter Produktion in der saarländischen Landesverwaltung beschlossen.

Demnach werden die einzelnen Ministerien im Jahr 2005 mindestens 70 % umweltfreundliches Papier, im Jahr 2006 mindestens 80 % umweltfreundliches Papier und ab dem Jahr 2007 mindestens 90 % umweltfreundliches Papier verwenden, wobei ein Teil dieser Quote aus Recyclingpapier mit der Kennzeichnung "Blauer Engel" und der andere Teil aus Papier besteht, dessen Holz in FSCzertifizierten Wäldern erzeugt wurde.