Gesundheitsschädigungen

Am 28.02.2005 tagte das auf Vorschlag von Prof. Sroka eingerichtete Expertengremium beim Bergamt. In der Sitzung wurden weitergehende Maßnahmen festgelegt. Hierzu gehören die Einrichtung einer seismo-akustischen Messanlage und die Durchführung von Entspannungssprengungen im Abbaubereich.

Liegen der Landesregierung Erkenntnisse über Gesundheitsschädigungen, wie

a) Verschlimmerungen von Herz-Problemen

b) Psychische Belastungen der betroffenen Bürger durch Erdbeben vor?

Zu Frage 4: Bereits im Sommer 2002 hatte das Gesundheitsamt Saarlouis auf Veranlassung der Landesregierung bei den Ärzten in der betroffenen Region eine Umfrage durchgeführt.

Hierbei hatte sich ergeben, dass Kinderärzte nicht wegen einschlägiger Symptome oder Beschwerden konsultiert wurden. Etwa die Hälfte der befragten Allgemeinärzte, Internisten und Psychiater gab an, ebenfalls nicht wegen einschlägiger Symptome oder Beschwerden konsultiert worden zu sein. Bei den übrigen Ärzten waren Patienten erschienen, die über Verschlimmerungen einer bereits bestehenden Hochdruckkrankheit, sonstige Kreislaufprobleme und psychovegetative Störungen klagten, Angstreaktionen standen deutlich im Vordergrund der Beschwerden. In der Mehrzahl der Fälle klassifizierten die behandelnden Ärzte die Beschwerden und Symptome als angstbedingt bzw. psychovegetativ verursacht.

Keiner der behandelnden Ärzte berichtete über das Vorliegen traumatischer Erlebnisse.

Darüber hinaus liegen der Landesregierung keine Erkenntnisse aus Literatur und Wissenschaft über unmittelbar durch Erderschütterungen bedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen vor.

Wenn ja, wie bewertet die Landesregierung diese Erkenntnisse und welche Konsequenzen zieht sie daraus?

Zu Frage 5: Obgleich der Landesregierung keine unmittelbar durch Erderschütterungen bedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bekannt sind, nimmt sie die Ängste und Sorgen der im Abbaugebiet lebenden Menschen ernst.

Hinsichtlich der bereits ergriffenen abbautechnischen Maßnahmen wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.

Die Landesregierung ist bestrebt, zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen, damit Angstreaktionen vermieden oder vermindert werden können.

Drucksache 13/263 (13/90) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 5 Angesichts der jüngsten Ereignisse im Raum Lebach führt die Landesregierung eine erneute Umfrage bei der lokalen Ärzteschaft zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen durch Erderschütterungen durch.

Das auf Initiative der Landesregierung bei der Deutschen Steinkohle AG eingerichtete Servicecenter mit telefonischer Hotline ist ebenfalls bestrebt, durch sachliche Informationen Ängste und Ungewissheit zu minimieren.

Liegen der Landesregierung Erkenntnisse über die Auswirkung von Erdbeben auf besonders empfindliche Gruppen wie

a) Schwangere

b) Säuglinge unter 12 Monaten

c) ältere Menschen vor?

Zu Frage 6: Nach den der Landesregierung vorliegenden Erkenntnissen ist nicht davon auszugehen, dass Erschütterungen der hier beobachteten Stärke zu Gesundheitsschäden bei Schwangeren, Säuglingen und älteren Menschen führen.

Die einschlägigen physikalischen Messwerte liegen hier nämlich innerhalb des Bereichs, der nach gegenwärtigem Kenntnisstand von kranken und gesunden Menschen ohne vorübergehende oder bleibende Gesundheitsstörungen verkraftet wird.

Wenn ja, wie bewertet die Landesregierung diese Erkenntnisse und welche Konsequenzen zieht sie daraus?

Zu Frage 7: Auf die Antwort zu Frage 6 wird verwiesen.

Falls Fragen 6 und 8 mit nein beantwortet werden, hat die Landesregierung versucht, entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen? Wenn ja, auf welche Art und Weise, wenn nein, warum nicht?

Zu Frage 8: Ungeachtet des Widerspruchs in der Fragestellung in Bezug auf die Beantwortung der Frage 8 mit nein, beantwortet die Landesregierung die auf ihre Erkenntnisquellen abzielende Frage wie folgt:

Die Landesregierung bezieht ihre Erkenntnisse aus der anerkannten wissenschaftlichen Fachliteratur und aus einschlägigen fachtechnischen Gutachten. In Einzelfragen werden Wissenschaftler medizinischer, soziologischer und technischer Disziplinen direkt angesprochen und um Auskunft gebeten.