DEHOGA

Mit welchen weiteren Maßnahmen unterstützt die Landesregierung die Entwicklung der saarländischen Gastronomie und mit welchen Institutionen oder privaten Initiativen arbeitet sie zusammen?

Zu Frage 6: Die saarländische Landesregierung und die Tourismus Zentrale Saarland GmbH unterstützen die saarländische Gastronomie mit vielfältigen Aktionen und Maßnahmen:

a) Qualifizierungsprogramme

Im Rahmen intensiver Innenmarketingmaßnahmen bietet das Programm der TZS (Seminarkalender) ganzjährig Vorträge, Workshops, Fachexkursionen zu allen markt- und zielgruppenrelevanten Fragen für den Saarlandtourismus und dessen Akteure.

Darüber hinaus besteht seit August 2000 die Qualifizierungsoffensive Tourismus.

In enger Zusammenarbeit mit der TZS, dem Dehoga Saarland und den Vertrieben entwickelte das vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit beauftragte Berufsförderungswerk Saarland ein Weiterbildungsangebot, das mittlerweile über 40 Themen abdeckt (siehe www.bfwsaarland.de/tourismus/touriframe.htm). Die Seminare werden mit bis zu 70 % aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

b) Projektkreise

Dieser Zusammenschluss aus Akteuren der Leistungsträger (Hotellerie, Gastronomie, Verwaltung, Politik, Tourismus und Fachebenen) behandelt alle relevanten Fragen zu den jeweiligen Themen (Projektkreise bestehen für folgende Segmente: Fahrradtourismus, Wandern, Römer und Kelten, Reisemobile und Camping, Wassertourismus, Nordic-Walking). Dieser Zusammenschluss aller Leistungsakteure und Ebenen gilt bundesweit als vorbildlich (vgl. DTV 2002, S. 30: Wanderbares Deutschland, Praxisleitfaden zur Förderung des Wandertourismus)

c) TZS News Informationsbroschüre der TZS (erscheint 5 mal jährlich seit 2002), die alle Leistungsträger, Fachebenen und politischen Mandatsträger über die Arbeit der TZS informiert

d) Marketing für Kulinarik und Gastronomie Kulinarik ist ein Spitzenthema im Touristischen Masterplan des Saarlandes. Seit 2002 erstellt die TZS zusammen mit der saarländischen Gastronomie das Kulinarik-Magazin zur Vermarktung des Saarlandes als kulinarische Region. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit der saarländischen Gastronomie und den saarländischen Landkreisen das Konzept „Tafeltouren" entwickelt. Hierbei handelt es sich um Tageswanderrouten, die nach den Kriterien des deutschen Wandersiegels erstellt wurden und ein eigenes Symbol und eigene CI für die Ausschilderung (Kochmützen) enthalten. Alle Landkreise sind durch die Routen abgedeckt, wobei auch grenzüberschreitende Routen berücksichtigt wurden.

Darüber hinaus vermarktet die TZS alle lokalen, regionalen und andere Initiativen oder Angebote von Gastronomiebetrieben, die eine überregionale Ausrichtung haben (z.B. Verkauf von Gutscheinheften, Vertrieb im Internetshop der TZS von Gastronomieführern, Kochbüchern und anderer Literatur der saarländischen Küche, aber auch Maßnahmen wie Betreibertage in Orscholz, Viezfest etc.)

e) Zusammenarbeit mit Institutionen und privaten Initiativen

Die Zusammenarbeit mit Institutionen oder privaten Initiativen erstreckt sich u.a. auf das Biosphärenreservat Bliesgau, Urwald vor den Toren der Stadt, Regionen aktiv, Urlaub auf dem Bauernhof, Slow Food Convivium Saarland, ADFC Saarland, ADFC Bund, ADAC Saarland, ADAC Deutschland, BMWA, BFW Saarland, CCS, Dehoga Saarland, DZT (Frankfurt), DZT Brüssel, DZT Amsterdam, DZT Oslo, DTV und seine angeschlossenen Dachverbände, MBKW, MWA, MJUGS, MfU, Museumsverband Saarland, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, IKS, Illtalrenaturierung e.V., LEG und SHS. Bezüglich der Reisebranche besteht u.a. eine Zusammenarbeit mit ITS, DerTour, Wikinger Reisen, Ameropa, TUI, Neckermann sowie Omnibusunternehmen aus den Hauptquellgebieten für das Saarland (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, NRW). Ziel der beispielhaft o.g. Kooperationen ist es, dass grundsätzlich mehr Gäste in das Saarland kommen und diese das Saarland attraktiv und positiv erleben. Die saarländische Gastronomie trägt aufgrund ihres vielfältigen Angebotes zur Zufriedenheit der Besucher bei und profitiert in besonderer Weise von einer wachsenden und wiederkehrenden Gästezahl.

Wird die Wirkung der Fördermaßnahmen von Seiten der Landesregierung regelmäßig evaluiert? Zu welchen Ergebnissen ist sie dabei gelangt?

Zu Frage 7: Die vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit zuvor unter Antwort zu Frage 4 a) bis c) beschriebenen Förderprogramme werden regelmäßig durch die Bewilligungsbehörde, den Rechnungshof und die Prüfungsorgane der EU (Ziel-2-Programm 2000-2006) evaluiert. Dazu zählt insbesondere die Kontrolle des Verwendungsnachweises am Schluss des Investitionsvorhabens. Die Bewilligungsbehörde prüft dann insbesondere vor Ort, ob die Rechungsunterlagen korrekt sind, die zum geförderten Investitionsvorhaben zählenden Wirtschaftsgüter tatsächlich angeschafft und die entsprechenden Arbeitsplätze geschaffen sind. Zusätzlich erfolgt nach Ablauf von 3 Jahren nach Investitionsabschluss die Prüfung des 30 %igen Beherbergungsumsatzes und nach 5 Jahren eine Prüfung dahingehend, ob die geschaffenen Arbeitsplätze bzw. die geförderten Wirtschaftsgüter mind. 5 Jahre lang in der geförderten Betriebsstätte verblieben sind.

Die o.g. Fördermaßnahmen im Tourismus stellen günstige Rahmenbedingungen für unternehmerische Eigeninitiativen dar. Sie unterstützen das Ziel der saarländischen Wirtschaftspolitik, den Strukturwandel im Land zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen voranzubringen, damit diese auf den Märkten bestehen sowie Arbeitsplätze sichern und neue schaffen können.

Gibt es Studien, die den von der Landesregierung diagnostizierten Kreativitätsmangel bestätigen?

Wenn nicht, worauf beruht dann die Einschätzung des Wirtschaftsministers Georgi?

Zu Frage 8: In den Äußerungen der Landesregierung wurde grundsätzlich mehr Unternehmergeist gefordert. Als Beispiel wird auf die Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers verwiesen, die auf dem Tourismustag des Saarlandes am 06.07.2005 vorgestellt wurden und die z. B. im Segment des Radtourismus konkrete Verbesserungsvorschläge enthalten.

Welche konkreten Defizite meint die Landesregierung über den bloßen Vorwurf hinaus bei der Gastronomie des Saarlandes festgestellt zu haben?

Zu Frage 9: s. die Antwort bei Frage 8.

Wie beabsichtigt die Regierung des Saarlandes auf Mängel zu reagieren? Sind zusätzliche Initiativen oder Förderprogramme geplant?

Zu Frage 10: Die saarländische Landesregierung hat u.a. in Kooperation mit der TZS, dem Dehoga, der saarländischen Hotellerie und Gastronomie, der IHK sowie allen Landkreisen zahlreiche Initiativen zur Förderung des Tourismus ergriffen. Diese Initiativen sollen in den nächsten Jahren gemeinschaftlich fortgeführt und ausgebaut werden (s. dazu u.a. Frage 6).

Einige Betriebe nutzen das bestehende Angebot bereits rege und haben damit auch entsprechende Erfolge. Durch diese Best-Practice-Beispiele wollen wir weitere Betriebe animieren, die Angebote zu nutzen.

Trotz sehr schwieriger Haushaltslage versucht die Landesregierung, den Tourismus zusammen mit seinen Partnern auch in den nächsten Jahren intensiv zu unterstützen und bestehende Verbesserungspotentiale zu aktivieren (s. dazu auch die touristischen Ausführungen in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Grubensicherheit am 16.02.2005).