Waldpolitik

Vorbemerkung des Fragestellers: „Das Ausmaß der Bodenversauerung in den saarländischen Waldböden hat dramatisch zugenommen. Die im Jahr 1989 durch die Landesregierung begonnene Messung in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes wurde durch den Minister für Umwelt im Jahr 2002 beendet. Seither gibt es keine Veröffentlichung von Daten zur Bodenversauerung mehr. Die letzten von der Universität erarbeiteten Daten sind im Waldschadensbericht 2002 wiedergegeben. Haushaltsmittel zur Untersuchung der Waldschadensproblematik wurden stattdessen an die Universität Trier vergeben."

Vorbemerkung der Landesregierung:

Die Laufzeit des mit der Universität des Saarlandes abgeschlossenen Werkvertrages zur Untersuchung der Dynamik und der Veränderung der Stoffhaushalte in den Waldschadens-Dauerbeobachtungsflächen ausgewählter saarländischer Laubwaldökosysteme endete zum 31.12.2002. Zur Weiterführung der Untersuchungen und Auswertungen im forstlichen Umweltmonitoring wurden im Jahre 2003 sowohl Angebote der Universität des Saarlandes als auch der Universität Trier eingeholt. Die Auswertung der Angebote ergab, dass die Universität Trier kostengünstiger war. Außerdem erfolgte in der Vergangenheit die Bereitstellung der Daten und Unterlagen aus den zurückliegenden Messjahren durch die Universität des Saarlandes nicht immer optimal, so dass nach Würdigung der Gesamtumstände die Universität Trier im Jahre 2004 beauftragt wurde.

Wie viele Aufträge und in welcher Höhe wurden seit 2003 vom Ministerium für Umwelt an die Universität Trier vergeben?

Zu Frage 1: · Auftrag „Auswertung der Daten des Umweltmonitorings im Forst des Saarlandes auf der Grundlage des Leistungsverzeichnisses - in 2004"; Mittelumfang: 36.525,00 Euro

· Auftrag „Probennahme und Untersuchung Blatt- und Nadelproben im Rahmen des forstlichen Umweltmonitorings ­ in 2004"; Mittelumfang: 1.520,00 Euro

· „Auswertung der Daten des Umweltmonitorings im Forst des Saarlandes auf der Grundlage des Leistungsverzeichnisses ­ in 2005"; Mittelumfang: 29.

Zu Frage 3: · Dr. Emmerling ist habilitierter Bodenkundler.

· Prof. Werner ist habilitierter Biologe und Botaniker.

· Dr. Udelhoven ist Fernerkundler.

Die genannten Personen verfügen über mehrjährige Erfahrungen in Forschungsprojekten zur Forstökologie und Waldbodenrestauration auch in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz in Trippstadt.

Dr. Emmerling hat eine Leitungsfunktion in der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft. Die Kombination der Fachgebiete Bodenkunde, Waldökologie und Fernerkundung stellt eine besondere Qualifikation der Wissenschaftler der Universität Trier dar.

Welche Maßnahmen werden von den Beauftragten dem Ministerium für Umwelt vorgeschlagen?

Zu Frage 4: Prioritäre und vorgeschlagene Maßnahme zur Begrenzung der Auswirkungen der Bodenversauerung ist die Kompensationskalkung. Darüber hinaus werden waldbauliche Maßnahmen zur Begrenzung des Basenaustrags (Belassen von Ästen und Zweigen am Standort) empfohlen. Eine standortgerechte Baumartenauswahl bei Neubegründungen zählt ebenso zu den Empfehlungen der Beauftragten. Schließlich sollte bei Neubegründungen eine Kompensationskalkung direkt in den Mineralboden geprüft werden.

Seit der Neuordnung der Zuständigkeiten in den forstlichen Monitoringprogrammen zur Überwachung der Umweltsituation im Jahre 2003 wurden vorhandene Aktivitäten gebündelt und neue ins Leben gerufen. Hierzu zählen u. a.:

· Neustrukturierung des Level II-Programms und Überführung in das Forest FocusProgramm der EU einschließlich der Beantragung von Fördermitteln,

· Prozessdokumentationen an sämtlichen Monitoringstandorten,

· Teilnahme an dem EU-Projekt BioSoil zur EU-weiten Beobachtung des Zustandes der Waldböden,

· Planung der Wiederholung der Bodenzustandserhebung (BZE II),

· Entwicklung einer Karte der Pufferbereiche von Forstoberböden auf der Basis der Datenpools aus SAARBIS als erster landesweiter Regionalisierungsansatz zur Waldbodenversauerung,

· Anwendung der Methode aus der Methodenbank der AG Boden „Säurepufferungsvermögen saarländischer Forstböden" auf der Basis des Datenbestands in SAARBIS (Zweiter Regionalisierungsansatz),

· Beprobung und Auswertung des Kalkungsversuchs im Saarkohlenwald,

· Untersuchung der Bodenverhältnisse in einer Naturwaldzelle im Vergleich mit konventioneller Bewirtschaftung als Bestandteil von Nachhaltigkeitsanalysen,

· Vergleichende Untersuchungen des Mineralbestands in versauerten und gekalkten Waldböden.

Wie viel Holzmasse kann dem Wald entnommen werden, ohne die Probleme der Bodenversauerung durch Schadstoffeinträge zusätzlich zu vergrößern?

Zu Frage 5: Zu dieser Fragestellung sind einige Forschungsprojekte initiiert worden, deren Ergebnisse sich derzeit noch nicht in einen einheitlichen Trend fassen lassen. Als präventive Maßnahme wird von SaarForst Holz mit einem Durchmesser