Grundschule

Unterrichtsausfall im Saarland Vorbemerkung des Fragestellers: „Bereits zu Beginn des Schuljahres 2004/05 stellte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Landesverband Saarland) fest, dass es zunehmend Probleme mit einer qualitätsvollen Unterrichtsversorgung an den saarländischen Schulen gibt. Besonders das Thema des kurz- und mittelfristigen Unterrichtsausfalls spielt hier eine große Rolle. Im Saarland ist die Unterrichtsversorgung gesichert. Alle in der Stundentafel ausgewiesenen Stunden werden auch erteilt. Das gilt für die allgemein bildenden Schulen und die beruflichen Vollzeitschulen. Lediglich im Bereich der Berufsschulen ist dies in den Fächern Sport und Religion wegen fehlender Hallenkapazität bzw. fehlender Bewerber mit entsprechender Lehrbefähigung nur eingeschränkt möglich.

Ausgegeben: 17.10.2005 (25.08.2005)

Wie viele Unterrichtsstunden konnten seit 1999, aufgeschlüsselt nach Jahren und einzelnen Schulformen und -arten im Saarland nicht stattfinden (prozentual und absolut)?

Wie viele dieser Stunden konnten vollwertig durch andere Lehrkräfte vertreten werden (prozentual und absolut)?

Wie viele dieser Stunden sind komplett ausgefallen (prozentual und absolut)?

Aus welchen Gründen fallen an saarländischen Schulen Unterrichtsstunden aus? (Bitte aufschlüsseln)

Wie häufig hat der kurz- und mittelfristige Unterrichtsausfall dazu geführt, dass eine „verlässliche Halbtagsschule" an saarländischen Grundschulen nicht stattgefunden hat?

Zu den Fragen 1 - 5: Vertretungen organisieren die Schulen im Saarland selbständig. Allgemeine Statistiken darüber werden im Blick auf den hohen Verwaltungsaufwand für die Schulen nicht geführt. Im Zusammenhang mit den diesjährigen länderzentralen Vergleichsarbeiten werden allerdings im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung für die Klasen 7, 8 und 9 der beteiligten Schulformen Daten zum Unterrichtsausfall erhoben.

Welche Möglichkeiten sieht die Landesregierung, um dem temporären Unterrichtsausfall im Saarland entgegenzuwirken?

Zu Frage 6: Die Landesregierung hat seit dem Schuljahr 2003/04 eine mobile Lehrerreserve auf Planstellen geschaffen. Die zusätzlichen Lehrkräfte sind Stammschulen zugeordnet und können bei Unterrichtsausfällen dort eingesetzt werden oder an anderen Schulen aushelfen. Die Organisation obliegt den Schulleitungen.

Plant die Landesregierung bereits konkrete Projekte oder Konzepte, um den kurz- und mittelfristigen Unterrichtsausfall an saarländischen Schulen zu reduzieren?

Zu Frage 7: Das Konzept der „Lehrerfeuerwehr" hat sich bewährt. Auch die Einführung des Parallelklassensystems und die Erhöhung der Stundentafeln an den Grundschulen verbessern die Möglichkeiten schulinterner fachbezogener Vertretungsregelungen.

Wie bewertet die Landesregierung das Projekt der erweiterten Selbstständigkeit (PES) in Schulen in Rheinland-Pfalz zur Reduzierung von kurz- und mittelfristigem Unterrichtsausfall?

Sieht die Landesregierung auf Grund der 50prozentigen Reduzierung des Unterrichtsausfalls in Rheinland-Pfalz und der damit verbundenen Steigerung der Personal- und Qualitätsentwicklung im schulischen Bereich, die Möglichkeit diesen Projektentwurf für das Saarland zu übernehmen? Wenn nicht, warum nicht?

Wie groß sind die derzeitigen Handlungsmöglichkeiten und die Selbstständigkeit saarländischer Schulen bei der Lösung dieses Problems?

Sieht die Landesregierung Möglichkeiten und Notwendigkeiten diese derzeitigen Handlungsmöglichkeiten und Selbstständigkeiten saarländischer Schulen zu erweitern? Wenn nein, warum nicht?

Hätte Unterrichtsausfall vermieden werden können, wenn es im Saarland ein Programm zur Förderung der Selbstständigkeit der Schulen gäbe und worauf stützt die Landesregierung ihre Meinung?

Zu den Fragen 8 - 12:

Ein Abschieben der Verantwortung der Organisation der Vertretung bei kurz- und mittelfristigen Unterrichtsausfällen auf die Schulen entspricht nicht den Vorstellungen der Landesregierung von einer erweiterten Selbständigkeit der Schulen. Zudem ist durch ein solches Verfahren auch die Qualität der Vertretungskräfte nicht sicher zu stellen. Im Saarland wurde deshalb eine mobile Reserve von ausgebildeten Lehrkräften auf Planstellen geschaffen, um Unterrichtsausfälle zu reduzieren.