Pressemitteilung

(13/87) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 16 Ist es richtig, dass das Bundesamt für Naturschutz sogar froh war, mit dem Biodokumentationszentrum endlich eine unentgeltliche Aufbewahrung des sogenannten Deutschland-Herbariums zu bekommen?

Zu Frage 46: Nein. Das Bundesamt für Naturschutz kann als Organisationseinheit keine menschlichen Gefühle wie z. B. Freude empfinden. Über den Gemütszustand einzelner Mitarbeiter des Bundesamtes anlässlich der Entscheidung über die Verlagerung des Deutschland-Herbariums nach Reden liegen der Landesregierung keine Erkenntnisse vor.

Ist es richtig, dass der Wert des Herbariums sich darin erschöpft, Studenten der Naturwissenschaften beim Erlernen von Artenkenntnissen behilflich zu sein?

Zu Frage 47:

Ein Sinn eines Herbariums liegt in der Tat darin, durch Vergleichsmöglichkeiten an authentischem Pflanzenmaterial, insbesondere schwieriger Taxa, zu eindeutigen und sicheren Bestimmungsergebnissen zu kommen. Nur sicher richtig bestimmte Arten können zuverlässige Entscheidungsgrundlagen darstellen.

Die zweite, ebenso wichtige Bedeutung eines Herbariums liegt in der Dokumentation der Flora eines Gebietes. Hier ist ein Herbarium ebenso wichtig wie die Dokumentation von Tieren, Gesteinen, Vorgängen der Zeitgeschichte und sonstiger kultureller Ereignisse etc.

Welcher Wahrheitsgehalt kommt vor diesem Hintergrund der Äußerung von Minister Mörsdorf in der SZ vom 13.10.04 zu, "mit der Umsiedlung des Herbariums des Bundesamtes für Naturschutz erhält das Biodokumentationszentrum den Status einer Außenstelle des Bundesamtes"? Welche Haushaltsmittel erhält gegebenenfalls das Land vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und welche diesbezügliche Organisationsentscheidung des Bundes liegt der Berufung zur Außenstelle zu Grunde?

Zu Frage 48:

Die in der Frage zitierte Formulierung aus dem Artikel der Saarbrücker Zeitung vom 13.10.2004 „Getrocknet und gepresst" beruht auf einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt vom 12.10.2004 „Bundesamt für Naturschutz verlegt sein Herbarium zum Zentrum für Biodokumentation ­ Ein weiterer großer Erfolg für das ZfB".

Drucksache 13/629 (13/87) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 17 Der Artikel gibt jedoch nicht den genauen Wortlaut der Pressemitteilung wieder. Der entscheidende Satz lautet: „Mit dem Umzug des BfN-Herbariums nach LandsweilerReden wird das saarländische Zentrum für Biodokumentation quasi zu einer Außenstelle des Bundesamtes für Naturschutz."

Mit dem relativierenden Wort „quasi" wird verdeutlicht, dass das ZfB keine Außenstelle des BfN im Sinne eines Teils des Bundesamtes wird. Da das BfN-Herbarium jedoch nur als Leihgabe an das ZfB übergeben wurde, befindet es sich immer noch im Eigentum des BfN, es bleibt also weiterhin das „Herbarium des Bundesamtes für Naturschutz". Insoweit ist die Formulierung der Presseerklärung zutreffend.

Mit dem BfN wurde vereinbart, dass dieses über die nächsten Jahre zur weiteren Betreuung und wissenschaftlichen Begleitung Finanzmittel zur Verfügung stellt.

Welche Kosten hat die jüngste Schmetterlingsausstellung verursacht (incl. Personalkosten)?

Zu Frage 49:

Die Ausstellung wurde als gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Biodokumentation, der Industriekultur Saar und der DELATTINIA durchgeführt. Das Saarland hat eine Kostenbeteiligung in Höhe von 4.998,30 gewährt. Die übrige Finanzierung wurde durch die DELATTINIA eingeworben. Die dem Land durch die organisatorische und logistische Unterstützung entstandenen Personalkosten wurden nicht gesondert erfasst.

Wie viele Personen haben diese Ausstellung besucht? Welche Einnahmen wurden erzielt?

Zu Frage 50:

Die Ausstellung wurde von annähernd 3.000 Personen besucht.

Es wurden rund 2.400,- eingenommen.

Wie viele und welche Stellen bzw. Mitarbeiter sind zur Zeit dem Biodokumentationszentrum zugewiesen (einschließlich der zur Zeit ausgeschriebenen Stelle des höheren Dienstes)?

Zu Frage 51:

Derzeit sind insgesamt vier Mitarbeiter auf Stellen des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz im Zentrum für Biodokumentation sowie vier Forstwirte des SaarForst Landesbetriebes, die zum Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz abgeordnet sind, eingesetzt.

Drucksache 13/629 (13/87) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 18 Wie viele Stellen wurden bis zum 01.12.2004 durch die Schließung naturwissenschaftlicher Lehrstühle an der Universität des Saarlandes eingespart? Wie beurteilt die Landesregierung den Nettospareffekt dieser Maßnahmen angesichts eines gleichzeitigen Aufbaus des Biodokumentationszentrums?

Zu Frage 52:

Gemäß dem Strukturplan 1998 sind an der Universität des Saarlandes die in der unten stehenden Übersicht aufgelisteten Stellen im Bereich der naturwissenschaftlichen Fächer weggefallen. In diesem Plan war vorgesehen, dass die Hälfte der Mittel, die durch den Wegfall der Stellen frei werden, der Universität zur Stärkung der profilbildenden Schwerpunkte verbleibt. Die andere Hälfte sollte eingespart werden.

In der Ziel- und Leistungsvereinbarung zwischen der Universität des Saarlandes und dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft vom 04.07.2003 ist vereinbart, dass der Universität die Mittel für weggefallene Stellen voll verbleiben.

Der Universität des Saarlandes wurde jedoch durch Beschluss des Ministerrates aufgegeben, die Stellen für

· einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (höherer Dienst)

· einen technischen Mitarbeiter (Gärtner) für den Bereich des im Aufbau befindlichen Biodokumentationszentrums zur Verfügung zu stellen. Dem ist die Universität durch die Verlagerung der Stellen in den Haushalt des Ministeriums für Umwelt nachgekommen.