Ausbildung

(13/973) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 13 Die Ansätze zur Umsetzung dieser Ziele in der Schule sind vielfältig. Sie reichen von Übungsfirmen, bei denen unternehmerische Tätigkeit in der Simulation eingeübt wird, über „JUNIOR-Unternehmen", die zwar wegen ihres geringen Umsatzes keine echten Unternehmen sind, jedoch real am Markt agieren, bis hin zu „echten" Schulfirmen.

- „JUNIOR" („Junge Unternehmer initiieren - organisieren - realisieren")

Seit dem Schuljahr 1997/98 unterstützen das Ministerium für Wirtschaft und das Kultusministerium sowie die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) das Projekt „JUNIOR" des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

- „Wirtschaftsjunioren in die Schulen!"

Die saarländischen Wirtschaftsjunioren bieten den Schulen seit Dezember 2000 ihre Mitarbeit in Unterrichtsprojekten zu verschiedenen Themen an.

- „ALWIS" („Arbeitsleben - Wirtschaft ­ Schule")

Bei dem landesweiten Programm ALWIS (Arbeitsleben, Wirtschaft, Schule) haben sich alle wichtigen Wirtschaftsinstitutionen und -organisationen im Saarland in einem Trägerverein organisiert. Auftrag von ALWIS ist die Förderung der Zusammenarbeit von Schulen mit der Wirtschaft und mit Unternehmen mit dem Ziel, Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften sowohl eine bessere ökonomische Bildung und berufliche Orientierung als auch eine bessere Kompetenz in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu vermitteln und den Bereich nachhaltig und dauerhaft im Schulangebot zu verankern.

- „Arbeitskreise Schule ­ Wirtschaft"

Für die dauerhafte Partnerschaft zwischen Schulen und Unternehmen muss weiterhin geworben werden. Sowohl bei Schulen als auch bei Unternehmen bestehen immer noch Hemmschwellen, die es durch Vermittlung persönlicher Kontakte zu überwinden gilt. Hilfreich hierbei sind auch die in einigen Landkreisen bereits eingerichteten Arbeitskreise Schule - Wirtschaft, in denen regionale Betriebe, Wirtschaftsverbände, Schulen, Wirtschaftsförderverbände, Schulverwaltung und Arbeitsverwaltung vertreten sind.

Weitere Informationen zur Einbindung von Kammern (z.B. IHK, HWK), Wirtschaftsverbänden (z.B. VSU, Forum junger Handwerksunternehmer, Wirtschaftsjunioren) sowie Vertretern von Betrieben und der Arbeitsverwaltung in den Unterricht finden sich im Antwortbeitrag zu Frage A5. Eine statistische Erfassung der einzelnen Maßnahmen nach Dauer, Anzahl der Sachverständigen usw. findet nicht statt.

Projekte und Initiativen der saarländischen Hochschulen:

- Seit dem Sommersemester 2005 bietet die Universität des Saarlandes unter dem Motto „Wissen macht Spaß" Veranstaltungen für Kinder von 8 bis 14 Jahren im Rahmen der Kinder-Universität-Saar an. Kinder und Jugendliche sollen so früh wie möglich an Wissenschaft und Studium herangeführt werden.

- Die Saarbrücker Schüler-Uni ist eine Veranstaltungsreihe zur Übersicht und frühzeitigen Orientierung über mathematisch-naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studienfächer und deren Umfeld.

Drucksache 13/1506 (13/973) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 14 Sie richtet sich daher vor allem an Schüler/innen ab Klassenstufe 10 und stellt damit die erste Stufe unterschiedlicher aufeinander bezogener Informationsveranstaltungen der Universität des Saarlandes dar.

- Die Universität des Saarlandes bietet jeweils zum Beginn des Wintersemesters in Zusammenarbeit mit den Gymnasien des Landes besonders begabten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, bereits während der Oberstufe (12. und 13. in Ausnahmefällen auch 11. Jahrgangsstufe) ausgewählte Vorlesungen zu besuchen und Studienleistungen zu erbringen, die bei einem späteren Studium angerechnet werden. Sie bietet damit begabten Schülerinnen und Schülern besondere Einblicke in das universitäre Arbeiten und gleichzeitig Orientierungshilfe für den späteren Studienwunsch.

- Die saarländischen Schüler-Experimentallabore (NanoBioLab, SinnTec, Mach-MitLabor, Centrum für Nanoanalytik, Schnupperpraktikum für Mikrobiologie und Bioverfahrenstechnik) haben sich zu einem Verbund „SaarLab" zusammengeschlossen. Im Rahmen von Experimentalpraktika können Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I bzw. II Praxiserfahrungen in den Naturwissenschaften sammeln, um einen realistischeren Einblick in entsprechende Berufe zu erhalten.

- Die Fächer Informatik und Bioinformatik, Chemie und Physik sowie Mathematik, Materialwissenschaften und Mechatronik zeigen Schülerinnen der Klassenstufen 8 und 9 im Rahmen des jährlich stattfindenden UniCamp (eine Aktion der Initiative des "Networking MINT @ Faszination Naturwissenschaft und Technik"), wie faszinierend ein Studium der Naturwissenschaft und Technik sein kann. Die Schülerinnen lernen dabei spannende Berufsbilder kennen. Sie experimentieren in Kleingruppen gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in universitätseigenen Labors und erleben Wissenschaft zum Anfassen von der Informatik bis zur Nanotechnologie.

- Bei den Hochschulinformationsbesuchen (HIB) handelt es sich um spezifische Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, in denen Hochschullehrer/innen der Saarländischen Hochschulen (Universität des Saarlandes, Hochschule der Bildenden Künste Saar, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Hochschule für Musik Saar) ihre Studiengänge vorstellen. In ca. 40

Veranstaltungen, die zu Beginn eines jeden Jahres stattfinden, wird dabei die Möglichkeit geboten, alle für ein bestimmtes Studienfach wichtigen Informationen quer durch das gesamte Fächerspektrum der saarländischen Hochschulen zu sammeln.

Ergänzt wird das Programm durch besondere Veranstaltungen zum Lehramtsstudium, zu Studienmöglichkeiten im Ausland, zum Fernstudium sowie zur Grundschulund Sonderpädagogik der Universität Koblenz/Landau.

- Das Schnupperstudium bietet die Möglichkeit, an der Universität und der Hochschule für Technik und Wirtschaft bereits in der Sekundarstufe II ein Studium "live" zu erleben. Dafür haben die Hochschulen Lehrveranstaltungen ausgesucht, die sich in besonderem Maße dazu eignen sollen, Studienbetrieb und Studieninhalte zu erkunden. Es handelt sich dabei nicht um ein vorgezogenes Studium. Daher ist auch nicht daran gedacht, systematisch und kontinuierlich eine Lehrveranstaltung zu besuchen, sondern die eine und/oder andere entsprechend dem persönlichen Geschmack, den möglichen Interessen oder einfach aus Neugier zu "probieren". Das Schnupperstudium kann auch zur Vor- und/oder Nachbereitung der Hochschulinformationsbesuche (HIB) genutzt werden.

Drucksache 13/1506 (13/973) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 15 - Das Studienhandbuch ist als umfassendes Nachschlagewerk über das "Was und

Wie des Studiums" an der Universität und den übrigen saarländischen Hochschulen konzipiert. Es informiert über Fragen der Studienwahl, gibt Hinweise auf relevante Informations- und Beratungsstellen, beschreibt die Möglichkeiten des Hochschulzugangs, beantwortet Fragen zum Studienverlauf, zur Studienförderung und anderen sozialen Angelegenheiten.

Weitere Maßnahmen:

Auch im Rahmen von Maßnahmen der Begabtenförderung wie beispielsweise der Saarländischen SommerAkademie (Klassen 1-6), der Saarländischen JuniorAkademie (Klassen 7-10) und der Saarländische SchülerAkademie (Klassen 11/12) sowie bei Wettbewerben wie „Jugend forscht" oder den Sprachenwettbewerben haben Jugendliche die Möglichkeit ihre besonderen Fähigkeiten und Begabungen zu testen und über den Unterricht hinausgehende Qualifikationen zu erwerben, die berufsrelevant sein können.

Welche Maßnahmen hat die Landesregierung zur Förderung von Ausbildungsreife und Berufsorientierung jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 ergriffen?

Zu Frage 5: Maßnahmen zur Verbesserung des Übergangs Schule/Beruf an weiterführenden allgemein bildenden Schulen:

- Einführung landeszentraler Abschlussprüfungen für den Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses und des Hauptschulabschlusses.

- Landeszentrale Vergleichsarbeiten in den Fächern Deutsch (Klassenstufe 7), Mathematik (Klassenstufe 8) sowie 1. Fremdsprache (Klassenstufe 9) seit dem Schuljahr 2004/04; diese werden seit dem Schuljahr 2005/06 erstmals als Klassenarbeiten gewertet.

- Inkraftsetzung der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) Mathematik, Deutsch, 1. Fremdsprache (Französisch, Englisch) im Jahr 2003, Biologie, Chemie und Physik im Dezember 2004.

- Festlegung eines Jahresschwerpunktes für das schulische Leben und Lernen; im Schuljahr 2005/06 war das Leitmotiv „Sprache und Sprechen". Die Sprechfertigkeit der Schülerinnen und Schüler soll im Schulalltag bei möglichst vielen Gelegenheiten und fächerübergreifend eingeübt werden.

- Einführung von bilingualen Zügen mit verstärktem Fremdsprachenunterricht ab Klassenstufe 5 und Fachunterricht in der Fremdsprache in den Klassenstufen 9 und 10 auch an Erweiterten Realschulen.

- Angebot der Nachmittagsbetreuung im Rahmen der Freiwilligen Ganztagsschule.

- Förderung von Maßnahmen des Qualitätsmanagements an Schulen durch Einsatz von 15 qualifizierten Schulentwicklungsberatern; Entwicklung eines Konzepts zur Qualitätssicherung an Schulen und zur Schulinspektion für alle Schulformen.