Berufsbildungsgesetz

(13/973) Landtag des Saarlandes - 13.

Gibt es sonstiges Personal an den beruflichen Schulen, die nicht Lehrer sind und im Unterricht eingesetzt werden? Wie setzt sich dieses zusammen und wie hat es sich zahlenmäßig jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 entwickelt?

Zu Frage 6: Eine detaillierte Übersicht ist der Anlage 1 zu entnehmen.

Wie haben sich die Berufsbilder und damit die Anforderungen der Wirtschaft an die berufliche Ausbildung jeweils in den Jahren 2000 bis 2005 verändert, und welche Erkenntnisse liegen über die zukünftige Entwicklung der Anforderungen vor?

Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung, um den beschriebenen zukünftigen Anforderungen Rechnung zu tragen?

In welcher Weise haben sich struktureller und wirtschaftlich-technischer Wandel in der Berufsausbildung niedergeschlagen und welche Maßnahmen sind zu deren Bewältigung geplant?

Zu den Fragen 7 und 8:

Die Berufsbildungspolitik und die mit gestaltenden Länder und Sozialpartner stehen vor der Daueraufgabe, die duale Berufsausbildung weiter zu entwickeln, um bewährte Prinzipien in zeitgemäße und zukunftsorientierte Strukturen umzusetzen. Dabei gilt es, die Balance zwischen Tradition und Erneuerung zu finden und den Ansprüchen der jungen Erwachsenen auf eine qualifizierte Berufsausbildung wie den Anforderungen der Betriebe, Unternehmen und Praxen, die die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, gerecht zu werden.

Drucksache 13/1506 (13/973) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 29 Zu den Grundsätzen der dualen Berufsausbildung, die sich bewährt haben und aktueller sind denn je, gehört die charakteristische Verbindung von Theorie und Praxis, das handlungsorientierte Lernen anhand von konkreten Kundenaufträgen, die Einbindung in betriebliche Arbeitsprozesse sowie die berufsschulische Unterweisung.

Vor allem die sich rasch wandelnden Qualifikationsanforderungen in der Wirtschaft erfordern moderne Ausbildungsberufe, die in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung sowie in ihrem Berufsprofil so konzipiert sein müssen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden.

Der technologisch-wirtschaftliche Wandel hat in den letzten Jahren auch das Tempo der Er- und Überarbeitung von Ausbildungsordnungen beschleunigt. Unter der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums mit Beteiligung der Länder und der Sozialpartner, wurden seit 1996 rund 200 Ausbildungsordnungen bestehender Berufe modernisiert und zur Erschließung neuer Tätigkeitsfelder wurden zusätzlich rund 70 völlig neue Berufe geschaffen.

Im Rahmen von Veranstaltungen informieren und werben die saarländischen Kammern und die Landesregierung für diese Berufsbilder. So werden seit Jahren am Stand von „Lehrstelle jetzt" bei der Saarmesse neue Berufsbilder vorgestellt. Eine Broschüre der Landesregierung, die regelmäßig aktualisiert wird, informiert Jugendliche und Eltern über aktuelle Berufsbilder. Das MBKW und das MWA veranstalten regelmäßig Ausbildungsforen zu den Themenbereichen „Kooperation der Lernorte", „Berufswahlvorbereitung" und „Übergang von der Schule in den Beruf".

Für welche Berufe ist heute als Eingangsvoraussetzung der Hauptschulabschluss ausreichend?

Welchen höchsten Schulabschluss zu Beginn ihrer Ausbildung hatten die erfolgreichen Absolventen einer beruflichen Ausbildung (unterteilt nach Branchen, Ausbildungsberufen jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005)?

Zu Frage 9: Nach dem Berufsbildungsgesetz sind keine Eingangsvoraussetzungen für Ausbildungsberufe des dualen Systems definiert. Somit stehen alle Ausbildungsberufe den Jugendlichen - unabhängig vom erreichten Schulabschluss - offen.

Der zweite Teil der Frage kann nicht beantwortet werden, da diese Merkmale nicht erhoben werden.

Wie viele Ausbildungsverträge mit Schülerinnen und Schülern mit einem Hauptschulabschluss wurden jeweils in den Jahren von 2000 bis 2005 in welchen Ausbildungsberufen des Handwerks, des Handels, der Industrie und des Gesundheitswesens abgeschlossen?

Zu Frage 10: Im Jahr 2000 haben 8.924 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag geschlossen, davon 2.950 Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss, das sind 33,1 % aller abgeschlossener Ausbildungsverträge. In den Folgejahren waren es 31,9 %, 35,8 %, 34,0 %, 35,0 %, 34,8 % und im Jahr 2006 waren es 36,5 %.

Drucksache 13/1506 (13/973) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 30 Fazit: etwa ein Drittel aller abgeschlossenen Ausbildungsverträge wurden mit Jugendlichen abgeschlossen, die einen Hauptschulabschluss hatten. Davon haben bis auf 2006 wiederum mehr als die Hälfte ihren Ausbildungsvertrag mit einem Handwerksunternehmen geschlossen.

Zu Frage 11: Die Berufsbildungszentren im Saarland stehen in Trägerschaft der Landkreise bzw. des Stadtverbandes. Sie tragen gemäß § 45 Schulordnungsgesetz alle Kosten, die nicht Personalkosten sind. Dies sind die Kosten für die Einrichtung, Unterhaltung und Verwaltung der Schulanlagen und Schuleinrichtungen. Die in Folge technischer Veränderungen erforderlichen Investitionen in die schulischen Einrichtungen werden von den Schulträgern als sehr wichtig angesehen und dementsprechend auch zeitnah realisiert.

Die veränderten Anforderungen von Berufsbildern ergeben sich aus den Neuordnungsverfahren von Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen. Die Rahmenlehrpläne werden zeitgleich mit Inkrafttreten der neuen Ausbildungsordnungen im Land verfügt. Die Landesfachkonferenzen unter Leitung der Landesfachberater sorgen in eigener Verantwortung für die praxisgerechte Anwendung und die schulische Umsetzung.