Börse

(13/1183) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode. Im kulturellen Bereich bietet das Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur den Jugendlichen eine Fülle von öffentlichen Foren, um ihre Qualifikationen und Kompetenzen sichtbar zu machen: Dies beginnt bei öffentlichen Ausstellungen mit Schülerarbeiten zu Projekten wie „mus-e" oder „Kunst macht Schule" und führt über unzählige Schulausstellungen und Schulaufführungen, zahlreiche Ensembles, Orchester, Bands, Kunst- oder Theater-AGs an den Schulen, musikalische „Präsentationstage" in der Landesakademie, „Tage der Schulmusik", „Monat der Musik", „Fête de la Musique", das „Landes-Jugend-Symphonierorchester", das „Landes-Jugend-JazzOrchester", das Landesjugendensemble für Neue Musik", die „Musikmentorenausbildung" bis hin zu öffentlichen Wettbewerben wie „Jugend musiziert" oder „Jugend komponiert", die Wege zur nationalen oder gar internationalen Karriere öffnen ­ um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Rahmen des Projektes „Kulturelles Praktikum" werden Hospitationen von mindestens sechs Stunden bei ehrenamtlich oder hauptberuflich geführten Kultureinrichtungen oder die Mitwirkung an einem Kooperationsprojekt zwischen Schulen und kulturtreibenden Vereine mittels Zertifikat als besondere schulische Aktivität in einem Praktikumsheft nachgewiesen und im Verhaltenszeugnis vermerkt. Auch auf diese Weise kann im Bereich des Ausbildungs- oder Berufsganges das kulturelle Engagement eines Jugendlichen dauerhaft sichtbar gemacht werden oder ggf. anerkennende Berücksichtigung finden.

F. Jugendleiter/-innen Card

In welchen Kommunen wurde die so genannten Jugendleiter/-innen-Card eingeführt und wie sind die Erfahrungen dort bislang?

Zu Frage 1: Auf die Antwort zu Frage D 4 wird hingewiesen. Die Jugendleiter/-in-Card ist ein Qualifikations- und Legitimationsnachweis, der von den Jugendlichen selbst nach Aus- und Fortbildungen zum Jugendleiter/-in nach festgelegten Kriterien erworben und vom Landesjugendamt ausgestellt wird. Verschiedene Kommunen gewähren den Inhaber/innen der Juleica Vergünstigungen als Wertschätzung und Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit der Jugendlichen. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Landesregierung bieten derzeit rund 20 Städte und Gemeinden Vergünstigungen für die Inhaber einer Juleica an. Dazu zählen Beckingen, Dillingen, Homburg, Illingen, Kirkel, Merchweiler, Merzig, Namborn, Neunkirchen, Nonnweiler, Oberthal, Quierschied, Riegelsberg, St. Ingbert, Saarbrücken, Saarwellingen, St. Wendel, Schwalbach, Völklingen und Wadgassen.

Hinsichtlich der Nutzung der Vergünstigungen können seitens der Landesregierung keine Aussagen gemacht werden, da diese nicht überall erfasst oder Angebote erst neu eingeführt wurden. Das Angebot an Vergünstigungen unterliegt zudem Veränderungen. Der aktuelle Stand ist beim Jugendserver des Landesjugendrings abrufbar.

Drucksache 13/1596 (13/1183) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode. In welchen Kommunen soll die Jugendleiter/-innenCard noch eingeführt werden?

Zu Frage 2: Nach Kenntnisstand der Landesregierung planen derzeit die Städte Dillingen und Wadern sowie die Gemeinde Mettlach die Einführung von Vergünstigungen für die Inhaber einer Jugendleiter/-innen-Card.

Wie gestaltet sich das Leistungsangebot der Jugendleiter/-innen-Card im Saarland?

Zu Frage 3: Die Juleica ist ein offiziell anerkanntes Ausweisdokument, das ihre/n Besitzer/-in als Jugendleiter/-in ausweist. Sie soll durch Verpflichtungen zum Besuch von Weiterbildungsbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung von Jugendleiter/innen beitragen. Darüber hinaus soll sie ehrenamtliches Engagement stärken sowie zur Anerkennung dieses Engagements beitragen, indem sie zur Inanspruchnahme von an die Juleica geknüpften Vergünstigungen berechtigt. Die Card ist also einerseits ein Nachweis, dass der/die Inhaber/-in Qualifikationen und Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erworben hat. Und anderseits ist die Card mit verschiedenen Vergünstigungen von Unternehmen, Einrichtungen, Institutionen und Geschäften verbunden.

Die Vergünstigungen umfassen dabei u.a. und z.T. regional begrenzt freien oder ermäßigten Eintritt in Einrichtungen und zu Veranstaltungen von Gemeinden, VHSAngeboten, Ermäßigungen bei Besuchen von Schwimmbädern, Konzerten, Museumsbesuchen, Nutzung der Eisporthalle, Gebührenbefreiung bzw. Ermäßigung bei der Stadtbibliothek, freie oder reduzierte Fahrtkosten im ÖPNV, ermäßigter Einkauf und Rabatte in Geschäften, wie Frisör, Bastel- Optik- Sportgeschäften und bei Dienstleistungen, wie z. B. Selbstverteidigungskursen, Tanzkursen, bei Sportstudios, ermäßigte Kursgebühren für Erste-Hilfe-Lehrgänge, Ermäßigung bei Führerscheinanmeldung, ermäßigte Surfgebühren in Internetcafes, bei Kinobesuchen und vieles mehr. Interessenten, die Vergünstigungen anbieten wollen, können diese jederzeit angeben, so dass das Leistungsangebot der Juleica auch verändert und erweitert werden kann.

Eine detaillierte Auflistung des Leistungsangebotes der Juleica ist im Jugendserver unter www.juleica-bringts.de abzurufen.

G. Ehrenamts-Card Hält die Landesregierung die Einführung einer Ehrenamts-Card für sinnvoll?

Zu Frage 1: Mit der Ehrenamts-Card soll eine begrenzte Zahl ehrenamtlich Tätiger, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl engagieren, Vergünstigungen auf zahlreiche öffentliche und private Angebote erhalten. Dieses Vorgehen wirft eine Reihe von Fragen auf, die ­ auch in anderen Bundesländern ­ noch nicht zugfriedenstellend beantwortet werden können.

Drucksache 13/1596 (13/1183) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode. Die Landesregierung hat ihre Meinungsbildung zur Frage der Einführung einer Ehrenamts-Card noch nicht abgeschlossen.

Ist die Landesregierung bereit, mit den möglichen Beteiligten (u.a. Landkreise, Städte und Gemeinden, Kultur und Freizeiteinrichtungen) Gespräche zu führen, ob auf freiwilliger Basis eine gemeinsame Ehrenamts-Card eingeführt werden kann?

Zu Frage 2: Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.

H. Ehrenamtsbörse

Welche konkreten Aufgaben und Ziele hat die Ehrenamtsbörse?

Zu Frage 1: Die Ehrenamtsbörsen in den saarländischen Landkreisen und dem Stadtverband Saarbrücken wurden 2001 in Zusammenarbeit mit der LAG „Pro Ehrenamt" eingerichtet. Die Finanzierung lief über Strukturanpassungsmaßnahmen. Nach fünf Jahren Erfahrungszeit sind diese jetzt in das Personalbudget der Landkreise und des Stadtverbandes übernommen worden.

Aufgaben und Ziele der Ehrenamtsbörsen im Saarland sind: Erhebung von Engagementmöglichkeiten bei Gemeinwohlorganisationen Beratung und Vermittlung von engagementbereiten Bürgerinnen und Bürgern Öffentlichkeitsarbeit Beratung in Fragen des freiwilligen Engagements Planung und Durchführung von Schulungs-/ Fortbildungsveranstaltungen Erfahrungsaustausch

Welche gesetzten Ziele konnten bereits erreicht werden?

Zu Frage 2: Die Ehrenamtsbörsen sind mittlerweile eine feste Institution in einem sich zunehmend verdichteten Netz der Engagementförderung im Saarland. Sie bieten Informationstransfer und Kooperation vor Ort und tragen somit auch zur Weiterentwicklung der Ehrenamtsstruktur bei. Durch eigene Angebote sowie Maßnahmen in Kooperation mit Verbänden, Vereinen und Initiativen leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Beratung engagementbereiter Bürgerinnen und Bürger.