Forstplanung

Vorbemerkung des Fragestellers: „Laut § 6 (1) Landeswaldgesetz (LWaldG) hat die Forstbehörde forstliche Rahmenpläne und Waldfunktionspläne aufzustellen. Gemäß § 11 Abs. 2 Satz 3 Nr. 10 LWaldG sind die Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung des Waldes verpflichtet, auf Wilddichten hinzuwirken, die die natürliche Verjüngung des Waldes mit Baumarten, die dem natürlichen Wuchs- und Mischungspotential des Standorts entsprechen, nicht gefährden. Darüber hinaus sind für den Staats- und Körperschaftswald gemäß § 13 LWaldG periodische Betriebspläne zu erstellen. Diese periodische Betriebsplanung hat auf den einzelnen Waldflächen (Waldbestände) zu erfolgen. Dabei ist die Waldnutzung der abgelaufenen Periode bei der Einzelflächenplanung zu berücksichtigen."

Gibt es aktuell geltende forstliche Rahmenpläne für das gesamte saarländische Landesgebiet bzw. für einzelne Teile davon oder einzelne Waldgebiete?

Wenn nein, warum hält die Landesregierung dieses nicht für notwendig?

Wenn ja, seit wann und für welche Waldeigentumsarten gibt es forstliche Rahmenpläne?

Zu Frage 1: Aktuell geltende forstliche Rahmenpläne für das gesamte Landesgebiet bzw. für einzelne Waldgebiete gibt es nicht, lediglich Entwürfe hierzu.

Bisher war nach § 5 Abs. 2 Landeswaldgesetz (LWaldG) bei der Erstellung der forstlichen Rahmenpläne die Zielsetzung der Landschaftsrahmenplanung zu berücksichtigen. Nach der Novellierung des Saarländischen Naturschutzgesetzes im Jahr 2006 ist die Landschaftsrahmenplanung entfallen; an seine Stelle tritt das Landschaftsprogramm, dessen Entwurf zurzeit in die öffentliche Anhörung gebracht wird. Darin ist auch ein entsprechendes Kapitel zum Wald enthalten. Nach Verabschiedung des Landschaftsprogramms können entsprechend der vorgegebenen Zielsetzungen die bisherigen Entwürfe der forstlichen Rahmenplanung weiterbearbeitet werden.

Wurden durch die Forstbehörde Waldfunktionspläne für das Landesgebiet bzw. einzelne Teile oder einzelne Waldgebiete aufgestellt?

Wenn nein, warum hält die Landesregierung dieses nicht für notwendig?

Wenn ja, für welche und wie weit sind diese Waldfunktionspläne bereits umgesetzt?

Zu Frage 2: Es existiert ein Waldfunktionsplan für den Waldbereich im Großraum Saarbrücken ohne allgemeine rechtliche Verbindlichkeit. Nach Verabschiedung des o.g. Landschaftsprogramms können für das Landesgebiet bzw. für einzelne Waldgebiete Waldfunktionspläne aufgestellt werden.

Wann wurden die letzten Verbissgutachten für welche Waldeigentumsarten erstellt und sind diese noch aktuell?

Zu Frage 3: Das letzte übergreifende Verbissgutachten wurde für den Staatswald im Jahr 2005 mit der Einschätzung von ca. 200 für diese Fragestellung relevante Waldbestände (Aufnahmefläche ca. 2.000 ha) durchgeführt.

Die Ergebnisse dieses Gutachtens liefern landesweite Trends, sind regional aber nur eingeschränkt aussagefähig.

Wie beurteilt die Landesregierung die Ergebnisse dieser Verbissgutachten und welche Konsequenzen sind daraus gezogen worden bzw. sollen zukünftig noch daraus gezogen werden?

Zu Frage 4: Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Vielfalt der natürlichen Verjüngung von Altbeständen durch Wildverbiss bei ca. 1/3 der Bestände nicht beeinträchtigt ist, bei ca. 1/3 eine Entmischung stattfindet und bei ca. 1/3 eine Beeinträchtigung vorhanden ist.

Um diesen Folgen von regional zu hohen Schalenwildbeständen entgegenzuwirken, ist es notwendig, Abschusszahlen wirksam anzupassen. Dabei soll ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Wildbestand und einer möglichst unbeeinträchtigten natürlichen Baumartenvielfalt angestrebt werden.

Plant die Landesregierung, weitere Verbissgutachten durch die Landesforstverwaltung anfertigen zu lassen?

Wenn nein, warum hält die Landesregierung dieses nicht für notwendig?

Wenn ja, für wann sind diese nächsten Erhebungen geplant?

Zu Frage 5: Ja.

Zur Quantifizierung der Verbissbelastung wird zur Zeit (2007) eine probebaumbezogene flächenrepräsentative Verbissaufnahme im Rahmen einer Kontrollstichprobenaufnahme im Staatswald (ca. 3.200 Stichproben) durchgeführt.

Werden im Körperschaftswald regelmäßig alle zehn Jahre periodische Betriebspläne gemäß § 13 LWaldG erstellt?

a) Wenn nein, warum hält die Landesregierung diese nicht für notwendig?

b) Bei welchen Kommunen im Saarland sind die derzeitig genutzten Betriebspläne älter als zehn Jahre und welche Pläne gibt es, diese Betriebspläne für die Kommunen zu aktualisieren?

Zu Frage 6: Ja.

Derzeit sind bei fünf Kommunen die periodischen Betriebspläne älter als zehn Jahre: Beckingen, Bexbach, Gersheim, Homburg und Mandelbachtal.

Die periodischen Betriebspläne sollen für diese Kommunen in den Jahren 2008/2009 aktualisiert werden.

a) Wie erfolgt die periodische Betriebsplanung auf den einzelnen Waldbeständen?

b) Wie wird die Waldnutzung dokumentiert und fließen diese Ergebnisse in die Bestandsplanung ein?

c) Inwieweit finden die Ergebnisse der Waldinventur Eingang in die periodische Betriebplanung?