Maßnahmen der Landesregierung zur Förderung der Erziehungskompetenz von Eltern; Broschüre „Schön, dass Du da bist"

Vorbemerkung der Fragestellerin: „Seit Ende Februar (Pressemitteilung vom 28.02.2007) bietet der Gesundheits- und Sozialminister junge Eltern Hilfe und Unterstützung an:

Alle Eltern sollen in den Geburtskliniken einen Leitfaden zur Pflege und Betreuung erhalten. Der Ratgeber soll ein Leitfaden sein, der Eltern bei der Betreuung Hilfe und Sicherheit gibt."

Welche Ziele verfolgt die Landesregierung mit der Broschüre „Schön, dass Du da bist" und wie kontrolliert sie die Zielerreichung?

a) Wenn eine Ergebniskontrolle durchgeführt wird, wie und durch wen wird die Zielerreichung evaluiert?

b) Wenn keine Ergebniskontrolle erfolgen sollte, warum nicht?

c) Wie unterscheiden sich die Zielsetzungen der Broschüre von denen des Bildungsgutscheines für junge Eltern?

Zu Frage 1 a) und b): Die Broschüre „Schön, dass Du da bist" wird den Eltern in der Geburtsklinik übergeben. Sie soll Eltern im Zusammenleben mit dem Kind bis ins Vorschulalter beraten.

Sie gibt Informationen über die vielen Fragen, die sich im Alltag ergeben und soll damit Unsicherheiten vorbeugen. Gleichzeitig stellt sie eine Begleitung der Eltern in den verschiedenen Entwicklungsphasen des Kindes dar und macht auf mögliche Gefahren aufmerksam. Sie informiert frühzeitig über altersgerechten Tagesablauf, über Ernährung, Bewegung, gibt Anregungen zur Förderung der kindlichen Entwicklung und beschreibt die wichtigsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge.

Außerdem beinhaltet die Broschüre einen umfänglichen Adressteil von Krankenhäusern im Saarland mit pädiatrischen, sowie Kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilungen, über Kinderärztinnen und Kinderärzte, Gesundheitsämter, Stillgruppen Familienbildungsstätten etc., an die sich junge Eltern hinwenden können, um Hilfe zu erhalten.

Ausgegeben: 20.02.2008 (22.06.2007)

Die Informationen in der Broschüre sollen Eltern auch frühzeitig auf die Früherkennungsuntersuchungen aufmerksam machen. Die Kinderfrüherkennungsuntersuchungen, die zu Zeitpunkten wichtiger Entwicklungsfortschritte stattfinden, sollen dazu beitragen, Rückstände in der kindlichen Entwicklung und Krankheiten zu erkennen, durch frühzeitige Intervention Krankheitsabläufe abzumildern oder auszuheilen (z.B. Sehstörungen) und entsprechende Fördermaßnahmen einzuleiten. Die durch das Gesetz zum Schutz von Kindern gegen Vernachlässigung, Missbrauch und Misshandlung ermöglichten weitergehenden Maßnahmen zur Einladung und Erinnerung bei Versäumnis der Teilnahme betonen die Notwendigkeit der Gesundheitsvorsorge und als weiteren wichtigen Baustein auch den Kinderschutz. Die Informationen über die Früherkennungsuntersuchungen und die Inhalte der einzelnen Untersuchungen sollen zu einer besseren Teilnahme an der Durchführung dieser Untersuchungen führen.

Die Beobachtung der kindlichen Entwicklung im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen stellt gewissermaßen eine Überprüfung der Umsetzung empfohlener Maßnahmen dar. Sofern erforderlich, werden Eltern auf notwendige Aspekte einer besseren Versorgung und Förderung hingewiesen.

Zu Frage 1 c):

Die Zielsetzungen der Broschüre unterscheiden sich von denen des Bildungsgutscheines für junge Eltern dahingehend, dass ein Schwerpunkt auf die gesundheitliche Prävention (z. B. Kinderfrüherkennungsuntersuchungen) gelegt wird.

Der Bildungsgutschein verfolgt eine Stärkung der präventiven Aspekte individueller Erziehungskompetenz. Konkret soll die Motivation von jungen Eltern erhöht werden, eine größere Bereitschaft zu entwickeln, mehr als bisher präventive, oder aber bei Bedarf, fachliche Hilfe in Form von Elternbildung in Anspruch zu nehmen. Adressatengruppe sind alle Eltern, die im Rahmen der Geburt in Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen erreicht werden können. Durch entsprechende Bildungsveranstaltungen sollen Elternpaare und Alleinerziehende in ihrer Elternrolle unterstützt werden.

Für welche Zielgruppe wurde die Broschüre entwickelt?

a) Welche Rolle hat die Informationsbroschüre im Maßnahmenpaket früher Hilfen des Gesundheitsministeriums?

b) Unterscheidet sich die Zielgruppe der Broschüre von der des Projektes „Bildungsgutschein für junge Eltern"?

Wenn ja, wie?

Wenn nein, wann und wie wurden die beiden Vorhaben miteinander abgestimmt?

Zu Frage 2: Zielgruppe sind junge Eltern.

a) „Schön, dass Du da bist" ist als Baustein im Maßnahmenpaket früher Hilfen des Gesundheitsministeriums zu betrachten. Das Maßnahmenpaket umfasst einen verbesserten Zugang zu Informationen und Etablieren und Anbieten von Beratungs- und Hilfestrukturen der gesundheitlichen Versorgung. Siehe hier auch Antwort zu Frage 1.

b) Nein, ebenfalls junge Eltern (siehe auch Antwort zu Frage 1 c). Beide Maßnahmen wurden frühzeitig von der politischen Ebene bis hin auf die Fachebene aufeinander abgestimmt, denn Elternbildung und Ziel eines gesunden Aufwachsens der Kinder umfasst sowohl das Wissen um die kindlichen Bedürfnisse, um gesundheits- und entwicklungsfördernde Maßnahmen, um psychosoziale Aspekte und die Kenntnis möglicher Konflikte im neuen familiären Kontext. Zur Konfliktbewältigung werden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner genannt und sonstige Hilfen angeboten.

Welche Kosten sind durch Entwurf, Design und Druck der Broschüre entstanden? (Tabellarische Auflistung)

a) Wie hoch ist die Auflage der Broschüre?

b) Welche Kosten entstehen durch die Umsetzung des gesamten Projektes im laufenden Haushaltsjahr?

c) Durch welchen Mittelansatz an welcher Haushaltsstelle sollen diese im Haushalt des laufenden Jahres gedeckt werden? (Angabe des Haushaltstitels)

Zu Frage 3: Die Gesamtkosten für Entwurf, Design und Druck der Broschüre betragen (einschließlich Mehrwertsteuer) 8.288,35.

a) 10.000 Exemplare

b) 200.000 (2007); 300.000 (2008);

c) Kapitel 0521 Titel 683 81

Wo sieht die Landesregierung die Unterschiede zwischen dem Informationsangebot der Broschüre des Gesundheitsministeriums und dem Informationsangebot der Veranstaltung des Bildungsgutscheins?

a) Kommt es aus Sicht der Landesregierung zu Überschneidungen des Informationsangebotes?

b) Hat der Gesundheitsminister die Informationsbroschüren den Familienbildungsstätten zur Verwendung in ihren Veranstaltungen im Rahmen des Bildungsgutscheines zur Verfügung gestellt?

Wenn nein, warum nicht?

c) Wie lassen sich beide zeitgleichen „Bildungsangebote" rechtfertigen?

Zu Frage 4: Unterschiede im Informationsangebot bestehen dahingehend, dass die Broschüre des Gesundheitsministeriums gesundheitliche Fragen im Umgang mit dem Kind, in der Gesundheitsvorsorge und Auflistung von Ansprechpartnern in den Vordergrund stellt, während das Informationsangebot des Bildungsgutscheins die Stärkung der Elternkompetenz im Kontext Familie zum Schwerpunkt hat.