Agrobiodiversität im Saarland

Vorbemerkung des Fragestellers: „Die deutsche Bundesregierung ist vom 19. bis 30. Mai 2008 Gastgeberin der 9. UN-Naturschutzkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity ­ CBD), auf der in Bonn u. a. die Neufassung des Arbeitsprogramms zur landwirtschaftlichen Biodiversität diskutiert wird (Agrobiodiversität). Darunter fallen die biologische Vielfalt in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Agrobiodiversität umfasst somit die gesamte Vielfalt an Nutztieren und Nutzpflanzen, von der Zucht über Haltung bzw. Anbau bis hin zu Verarbeitung, Vermarktung und Verbrauch."

Wie hat sich die Artenvielfalt bei Nutztieren bzw. Nutzpflanzen im Saarland entwickelt? (Bitte aufschlüsseln nach Vorkommen und Größe der Population).

Zu Frage 1: Für die landwirtschaftliche Nutzung hat der Mensch in den letzten 8000 Jahren weltweit lediglich etwa 30 Pflanzenarten und 7 Tierarten zur Deckung seines Hauptenergie- und Eiweißbedarfs über die Ernährung genutzt. Hingegen wurde hieraus eine immense Vielfalt an standortangepassten regionaltypischen Tierrassen und Pflanzensorten selektiert.

Die im Saarland vorkommende Sorten- und Rassenvielfalt wird statistisch nicht erfasst.

Die folgenden Angaben liegen nach Auskunft der Zuchtverbände und der landwirtschaftlichen Berufsverbände vor, sind vermutlich nicht abschließend, bieten aber einen umfassenden Überblick über die Arten-, Rassen- und Sortenvielfalt in der saarländischen Landwirtschaft.

Grundsätzlich werden in der Landwirtschaft vorwiegend Tiere gehalten und Pflanzen angebaut, die einerseits standortangepasst sind und andererseits die Nachfrage der Lebensmittelindustrie und der Verbraucher bedienen. Zudem werden in den saarländischen Tierzuchtvereinen zahlreiche Tierrassen gezüchtet ­ wenn auch in geringer Individuenzahl. Hier ist insbesondere die saarländische Regionalgruppe der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zu erwähnen. Die Aufschlüsselung nach Vorkommen und Größe der Population erfolgt - soweit Daten hierzu vorliegen ­ in der Antwort zu Frage 2.

Wie viele Rassen von landwirtschaftlichen Nutztieren und Nutzpflanzenarten gibt es derzeit im Saarland?

Zu Frage 2: Nutztiere

1. Rinder:

In der Rinderhaltung hat die Zahl der genutzten Rassen in den letzten Jahrzehnten bei der Milchrassenhaltung eher abgenommen, bei den Fleischrassen hat die Zahl der züchterisch betreuten Arten eher zugenommen. Insgesamt werden rund 53.200 Individuen gehalten. Der Schweinebestand umfasst rund 15.300 Individuen. Die Mastschweine sind zum großen Teil Kreuzungen aus den Rassen Pietrain, Deutsches Landschwein und Deutsches Edelschwein.

Weiterhin werden die folgenden Rassen gehalten: Schwäbisch-Hällisches Schwein Husumer Schwein Buntes Bentheimer Schwein und Angler Sattelschwein

3. Schafe/Ziegen:

In der Schaf- und Ziegenhaltung (rund 19.000 Individuen) werden heute deutlich mehr Rassen gehalten als noch vor 50 Jahren.