Fortbildung

(13/2198) Landtag des Saarlandes - 13.08.2008 ein Schulversuch durchgeführt, um den Übergang in die gymnasiale Oberstufe zu erleichtern. Wie definieren Sie einen Schulversuch, an dem ausnahmslos alle Erweiterten Realschulen des Saarlandes teilnehmen?

Zu Frage 8: Dass es sich um einen Schulversuch handelt, wird schon durch die zeitliche Beschränkung deutlich. Wegen der bildungspolitischen Bedeutung des Schulversuchs wurde eine umfassende externe Anhörung durchgeführt, die auch die Landesschulkonferenz und die kommunalen Spitzenverbände einbezog; darüber hinaus wurden die Schulleiter der Erweiterten Realschulen in Dienstbesprechungen über die beabsichtigten Maßnahmen eingehend informiert.

Zusammen mit dem Erlassentwurf wurden Änderungen in der ERS-Verordnung in die Anhörung gegeben (und ebenfalls im Amtsblatt vom 14. August 2008 (Seite 1318) veröffentlicht), die sich noch im Rahmen der gesetzlichen Regelung halten, den Erweiterten Realschulen aber eine größere Flexibilität in der Hinführung ihrer Schülerinnen und Schüler in den „auf den Übergang in die gymnasiale Oberstufe bezogenen Bildungsgang" gewähren.

Inwiefern bleiben die Erweiterten Realschulen in rechtlicher Hinsicht gemäß der im saarländischen Schulordnungsgesetz § 3a definierten Struktur als Schulen, in denen abschlussbezogener Klassenunterricht erteilt wird, erhalten?

Zu Frage 9: In den Klassenstufen 5 bis 9 der Erweiterten Realschulen wird weiterhin abschlussbezogener Klassenunterricht erteilt. Änderungen werden nur bezüglich der Klassenstufe 10 vorgenommen.

Die in § 5 a und 19 ERS-Verordnung neu vorgesehenen Regelungen verändern die in § 3 a SchoG definierte Struktur der Schulen nicht.

Wie viele Lehrkräfte mit der Lehramtsqualifikation für Gymnasium und Gesamtschulen unterrichten im Schuljahr 2008/09 mit der Lehrbefähigung für die Fächer Deutsch, Mathematik, Fremdsprache, Chemie, Physik an den Erweiterten Realschulen des Saarlandes?

Zu Frage 10: Insgesamt unterrichten derzeit 92 Lehrkräfte an Erweiterten Realschulen, die die Befähigung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen oder ein gleichwertiges Lehramt in mindestens einem der genannten Fächer erworben haben.

Der Unterricht in den Fächern des auf den Übergang in die gymnasiale Oberstufe bezogenen Bildungsganges soll laut Erlass zum Schulversuch vom 05.08.2008 von „hierzu qualifizierten Lehrkräften in Anlehnung an die Lehrpläne erteilt werden, die an der Gesamtschule für die Klassenstufe 10 (Aufbaukurse) Verwendung finden". Inwiefern ist eine lehramtsadäquate Unterrichtung zur Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe an den Erweiterten Realschulen in dieser Hinsicht sichergestellt?

Zu Frage 11: Die in den A-Lerngruppen eingesetzten Lehrkräfte sind ­ ebenso wie an den Gesamtschulen ­ für diese Aufgabe hinreichend qualifiziert.

Die Einstufung in den auf den Übergang in den gymnasial bezogenen Bildungsgang erfolgt an den Erweiterten Realschulen ohne strenge Notenvorgaben und Vorschriften nach Festlegung und Beschluss der Klassenkonferenz bei Würdigung der gesamten Persönlichkeit der Schülerin/des Schülers sowie der Abschlusserwartung. Im Gegensatz dazu gibt es an den Gesamtschulen des Saarlandes in der entsprechenden Rechtsverordnung landeseinheitlich und vergleichbar klare rechtliche Notenvorgaben zur Einstufung.

Wie wird an den Erweiterten Realschulen gewährleistet, dass bei der Kurs- bzw. Klasseneinstufung im A-Bereich rechtlich verbindlich und für alle Beteiligten transparent nach landesweit einheitlichen Kriterien verfahren wird?

Zu Frage 12: Die Klassenkonferenzen der Erweiterten Realschulen werden bei der Entscheidung über die Einstufung einer Schülerin oder eines Schülers selbstverständlich die für alle Schulformen geltenden Notenvorgaben entsprechend den landesweit einheitlichen Kriterien beachten. Hierüber wird die Schulaufsicht ­ wie bei allen Schulformen ­ wachen.

Drucksache 13/2251 (13/2198) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 10 In der Regierungserklärung vom 10.08.2008 hat Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt, dass es für die Lehrkräfte an den Erweiterten Realschulen eine entwicklungsbegleitende Fortbildung im Umfang von 25 Stellen geben soll und dazu noch weitere 10 Stellen für Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen Hauptschul- und Realschulzweig zur Verfügung gestellt werden sollen.

Für welche Maßnahme im Einzelnen sollen diese zusätzlichen Stellen verwandt werden und inwiefern ist vorgesehen, dass für vergleichbare Maßnahmen auch davon Stellen für die Gesamtschulen zur Verfügung gestellt werden?

Zu Frage 13: Frau Ministerin Kramp-Karrenbauer hat in ihrer Regierungserklärung ausgeführt: „Für begabte und leistungswillige Schülerinnen und Schüler wird der Unterricht in der Klasse 10 in Deutsch, Mathematik, der Fremdsprache und in Physik und Chemie in äußerer Fachleistungsdifferenzierung erteilt. Der Unterricht in diesen Fächern berücksichtigt dabei die Lehrpläne von G 8. Für die Lehrkräfte gibt es eine entwicklungsbegleitende Fortbildung - eine Investition des Landes in einer Größenordnung von rund 25 Stellen."

Die Investition des Landes im Umfang von 25 Stellen wird zum größten Teil verwandt für die Einrichtung von A-Lerngruppen. Die 10 Stellen werden verwandt für gezielte Fördermaßnahmen, die den Wechsel vom H-Bildungsgang in den M-Bildungsgang unterstützen sollen.

Das Kurssystem der Gesamtschule mit den dort eingerichteten Aufbaukursen ist personalisiert; ebenso gibt es an den Gesamtschulen entsprechende Förderstunden.