Altenpflege

(13/2192) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 127 Im Landkreis St. Wendel ist den Seniorentages- und sonstigen Begegnungsstätten kaum nennenswerte Bedeutung zuzumessen. Die letzte Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt hat vor Jahren ihre Türen in Wolfersweiler aufgrund der rückgehenden Nachfrage und des Ausscheidens der bisherigen Leiterin geschlossen.

Vielversprechendere Ansätze bieten zukünftig generationenübergreifende Begegnungsstätten vom Typ „Mehrgenerationenhaus" wie in der Gemeinde Nonnweiler, dessen Konzeption an dem Vereins- und Gruppenangebot in einer gesamten Gemeinde ansetzt. S. Bildung, Wissenschaft und Forschung

Wie werden Kinder und Jugendliche mit den Themen „Alter, älter werden" und „Umgang mit Senioren" vertraut gemacht?

Zu Frage 1: Kindergärten ermöglichen bei Festen, Feierlichkeiten und speziellen Themenstellungen das Miteinander von Kindern und Alten. Der Großelternnachmittag, das Ständchen zum Geburtstag im Altenpflegeheim oder die Märchenstunde mit einem älteren Erzähler sind gezielte Begegnungspunkte zwischen Jung und Alt im Kindergartenbereich. „Generationen-Projekte" fördern sowohl in Stadtvierteln als auch im ländlichen Raum die Begegnung der Generationen über familiäre Beziehungen hinaus. Jugendverbände, Jugendwohlfahrts- und kirchliche Organisationen bieten vielseitige Hilfeformen für ältere Menschen unter der Überschrift: „Jung für alt" an.

Über die Träger vom Freiwilligen Sozialen Jahr und des Zivildienstes werden junge Menschen in Organisationen und Einrichtungen eingesetzt, die sich mit älteren Menschen beschäftigen (z. B. fahrbarer Mittagstisch, Altenpflegeheim). Familienbildungsstätten, die Lokalen Bündnisse für Familien und die Mehrgenerationenhäuser haben Angebote, in denen für junge Menschen ein Vertraut-Werden im „Umgang mit Senioren" möglich und gewollt ist.

Inwiefern befassen sich die saarländischen Lehrpläne mit diesen Themen?

Zu Frage 2: Die Themen „Alter, älter werden" und „Umgang mit Senioren" sind Gegenstand der Lehrpläne insbesondere der Fächer Religion, Deutsch und Sozialkunde sowie der Fremdsprachen.

Drucksache 13/2432 (13/2192) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 128 Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Belastungsfähigkeit der älteren Lehrkräfte zu erhalten und ggf. zu stärken?

Zu Frage 3: Das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) hält in den Programmbereichen „Persönliche und soziale Kompetenzen im Beruf" und „Gesundheitsförderung" vielfältige Veranstaltungsangebote vor, die den alltäglichen Belastungen älterer Lehrkräfte Rechnung tragen.

Wie stellen sich die verschiedenen Einrichtungen des saarländischen Bildungswesens (einschließlich der Erwachsenenbildung) auf die Herausforderungen des lebenslangen Lernens ein?

Zu Frage 4: Die Frage wird bereits ausführlich im Demografiebericht der Landesregierung (2007) auf der Seite 70 f. sowie im Landesseniorenplan/ Erster Teil (2007) auf den Seiten 120 ff. beantwortet. Die Antworten sind aktuell gültig.

Für den Bereich der beruflichen Weiterbildung liegen keine speziellen zielgruppenspezifischen Erkenntnisse vor, da sich das nach dem Saarländischen Weiterbildungs- und Bildungsfreistellungsgesetz (SWBG) auf die Bildungsfreistellung beziehende Verfahren an inhaltlichen bzw. formalen Gesichtspunkten orientiert.

Welche Rolle spielen Seniorinnen und Senioren in den Hochschulen als Studierende und als Nutzerinnen und Nutzer von Weiterbildungsangeboten der Hochschulen?

Zu Frage 5: Für die Universität sind Seniorinnen und Senioren eine wichtige Zielgruppe bei der Erfüllung ihres gesetzlichen Weiterbildungsauftrages. In der Regel nutzen diese das universitäre Angebot als Gasthörerinnen und Gasthörer und werden vom Zentrum für lebenslanges Lernen umfassend betreut. Zu den wichtigsten Dienstleistungen des Zentrums zählen in diesem Zusammenhang:

- Herausgabe eines speziell ausgerichteten Studienführers, in dessen Rahmen das gesamte für diese Zielgruppe zugängliche Weiterbildungsangebot (zurzeit über 600

Veranstaltungen) zusammengestellt ist,

- Versand des Studienführers an interessierte Senioren und Seniorinnen,

- Bekanntgabe von Veranstaltungen in Form von Flugblättern und Plakaten, durch Pressearbeit u.ä.,

- Beratungen der Gasthörerinnen und Gasthörer in Form von persönlichen Einzelgesprächen bzw. telefonischen Auskünften,

- Organisation von Veranstaltungen, die speziell für Einsteiger/-innen konzipiert werden und somit eventuellen Hemmschwellen gegenüber einer Weiterbildung im universitären Rahmen entgegenwirken („Brückenkurse"),

- Statistische Erhebungen bzw. Befragungen der Zielgruppe.

Drucksache 13/2432 (13/2192) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 129 An der Hochschule für Technik und Wirtschaft treten Seniorinnen und Senioren bisher als Studierende nicht in Erscheinung. Die Weiterbildungsangebote, die auch Seniorinnen und Senioren offenstehen, werden bisher ausschließlich von Berufstätigen genutzt.

Welche Studiengänge werden Seniorinnen und Senioren von saarländischen Hochschulen angeboten und wie nehmen Seniorinnen und Senioren diese an?

Zu Frage 6: An den Hochschulen des Saarlandes werden von allen Fakultäten im Rahmen des bestehenden Studienangebots Lehrveranstaltungen für Seniorinnen und Senioren angeboten, deren Beteiligung eine unterschiedliche Intensität aufweist. Generell genießen Veranstaltungen, die Möglichkeiten zur biographischen Reflexion bieten, einen höheren Zuspruch als beispielsweise das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Angebot. Aktuelle Favoriten sind Geschichte, Literaturwissenschaften, Psychologie und Kunstgeschichte.

Etwa die Hälfte der Gasthörer (2008: insgesamt ca. 1.100) nehmen das Veranstaltungsangebot der Universität nicht aus beruflichen Gründen wahr, sondern sind der Kategorie der Seniorinnen und Senioren zuzurechnen.

Regelmäßig wiederholte Befragungen des Zentrums für lebenslanges Lernen haben bisher einen hohen Zufriedenheitsgrad (Note 2) für das universitäre Angebot ergeben.

Welche Bedeutung misst die Landesregierung den Möglichkeiten eines Seniorenstudiums bei und wie gedenkt sie, die Bedingungen für ein solches Studium an Veränderungen (auch demografische) anzupassen?

Zu Frage 7: Die Universität des Saarlandes bietet für Seniorstudentinnen und Seniorstudenten ein umfassendes Veranstaltungsprogramm an, das bedarfsgerecht weiterentwickelt wird. Mit der Öffnung eines großen Teils des Lehrangebots im Rahmen des Gasthörerstudiums wird der demographischen Entwicklung in unserer Gesellschaft bereits Rechnung getragen. Die Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universität des Saarlandes, die zurzeit neben einer Vielzahl von Vorlesungen, Vorträgen, Kolloquien, Seminaren, weiterführenden Studien und zahlreichen Fremdsprachangeboten auch vielfältige Möglichkeiten durch das Fernstudium umfassen, werden inhaltlich und organisatorisch weiter ausgebaut. Dabei sind die zur Verfügung stehenden personellen und räumlichen Möglichkeiten unter besonderer Berücksichtigung des Kapazitätsrechts und des vorrangigen Ausbildungsauftrags der Hochschulen für die Absolventen der weiterbildenden Schulen zu berücksichtigten.