Fördermittel

(13/2192) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 145 Medienkompetenz im Sinne eines bewussten und kritischen Umgangs mit medialen Eindrücken ist eine der zentralen Fähigkeiten bei der Bewältigung persönlicher, beruflicher und gesellschaftlicher Anforderungen. Die Vermittlung von Medienkompetenz betrifft alle Lebensphasen und alle Lebensbereiche, sie umfasst alle Altersgruppen und schließt sowohl das berufliche, private wie das gesellschaftliche Leben ein.

Daher setzt die Strategie der Landesregierung auch auf ein breites gesellschaftliches Bündnis zur Förderung der Medienkompetenz. Vor allem die 2005 von Landesmedienanstalt Saarland und MedienNetzwerk SaarLorLux e.V. ins Leben gerufene Kampagne „Onlinerland Saar" hat sich ­ insbesondere bei älteren Saarländerinnen und Saarländern ­ zu einem begehrten medienpädagogischen Weiterbildungspfeiler in der saarländischen Bevölkerung entwickelt. Daher wurde diese Initiative im April 2008 um drei Jahre verlängert.

Mit zahlreichen Aktionen, Weiterbildungsangeboten und Materialien rund um das Thema Internet führt „Onlinerland Saar" Saarländerinnen und Saarländer, die bisher wenig oder gar keinen Kontakt zum Internet hatten ­ insbesondere ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger - an das Medium heran, stellt ihnen die unterschiedlichsten Nutzungsweisen vor und fördert so nachhaltig ihre Internet-Medienkompetenz.

Die 2007 mit dem Saarländischen Weiterbildungspreis ausgezeichnete Kampagne „Onlinerland Saar" wird vom Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Saarlandes.

Einen Überblick zu den derzeit über 170 Projektpartnern, mit denen die Landesmedienanstalt Saarland insbesondere im Hinblick auf die Stärkung der Medienkompetenz älterer Menschen zusammenarbeitet, ermöglicht die beiliegende Anlage 2.

Seit Kampagenbeginn im Juni 2005 wurden über 2000 Veranstaltungen durchgeführt. Der Erfolg dieses partnerschaftlichen Ansatzes zeigt sich u.a. in der Tatsache, dass bereits im August 2008 die 25.000. Teilnehmerin an der Kampagne „Onlinerland Saar" begrüßt werden konnte.

Welche Erfahrungen im Umgang mit neuen Medien gibt es in Ballungsräumen und im ländlichen Bereich?

Zu Frage 5: Die Kurs- und Seminarangebote des MedienKompetenzZentrums konzentrieren sich auf den Raum Saarbrücken. Darüber hinaus werden zusätzlich acht dezentrale Kooperationspartner von der Landesmedienanstalt finanziell in ihren Bemühungen um die Förderung von Medienkompetenz unterstützt. Dabei bieten insbesondere das Paritätische Bildungswerk mit seinem Projekt „Quarternet", die Katholische Erwachsenenbildung (Dillingen) und die Villa Fuchs (Merzig) spezielle Kurse für Seniorinnen und Senioren an.

Der (N)ONLINER Atlas 2008 zeigt regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen:

Während der Regionalverband Saarbrücken mit 60% Onlinern an der Spitze des Saarlandes liegt, folgen die Kreise Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarlouis und der SaarpfalzKreis mit 55-57%. In St. Wendel nutzen 52% der Befragten das Internet. Alle Kreise erreichen den Bundesdurchschnitt nicht.

Drucksache 13/2432 (13/2192) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 146 Zu erklären sind die Unterschiede zunächst in den besseren Zugangsmöglichkeiten im Regionalverband. Insgesamt ist zu beobachten, dass die ländlichen Gebiete sich eher zögerlich den neuen Medien nähern. Neben dem fehlenden technischen Zugang sind hier auch die „auf dem Dorf" noch funktionierenden interaktiven Netzwerke mit Ursache einer geringeren Zuwendung zum Internet (typisch saarländisch: Wer einen kennt, der einen kennt, muss nicht im Internet recherchieren).

Eine der expliziten Zielgruppen der Kampagne „Onlinerland Saar" ist aus diesen Gründen die ländliche Bevölkerung. Der mobile Schulungsraum macht es möglich, auch in bevölkerungsarmen Gebieten Internet-Kurse wohnortnah durchzuführen. Das oben erwähnte ländliche Netzwerk führt dazu, dass die Bekanntheit der Kampagne in diesen Gebieten inzwischen besonders hoch ist.

Welche Perspektiven sieht die Landesregierung im Bereich der innerbetrieblichen Weiterbildung, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Ausbau vorhandener Qualifizierungsangebote?

Zu Frage 6: Die Ausgestaltung und Zielsetzung betrieblicher Weiterbildung wird ausschließlich von den Unternehmen bestimmt. Dies gilt auch für Vorhaben, die über das Programm Lernziel Produktivität mit Mitteln des ESF und des Landes gefördert werden, zumal die Unternehmen auch hierzu wesentliche finanzielle Beiträge leisten. Da dieses Programm nicht zielgruppenspezifisch orientiert ist, liegen keine Erkenntnisse hinsichtlich der gestellten Frage vor.

Es sei darauf verwiesen, dass angesichts der Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) eine altersgruppenspezifische Auslobung von Fördermitteln rechtlich nicht haltbar erscheint.

Welche Bedeutung misst die Landesregierung dem Konzept des lebenslangen Lernens zur Verbesserung und Entwicklung der Medienkompetenz älterer Menschen bei?

Zu Frage 7: Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Fortschritt wird wesentlich durch die dynamische Innovation der Informations- und Kommunikationsmedien bestimmt. Entwicklung und Verbesserung der Medienkompetenz älterer Menschen bilden entscheidende Voraussetzung für Kommunikation ­ nicht nur zwischen Jung und Alt, sondern auch in Bezug auf Mitwirkung und Einflussnahme älterer Menschen in der Gesellschaft.

Die Landesregierung fördert hierzu u.a. die Initiative Onlinerland Saar der Landesmedienanstalt des Saarlandes. Mit zielgerichteten Veranstaltungsreihen und einem saarlandweiten Terminkalender werden damit die Internet-Kompetenzen der saarländischen Bevölkerung nachhaltig verbessert. Für ihre Angebote im Bereich der Seniorinnen und Senioren wurde Onlinerland Saar 2007 mit dem 1. Preis des Saarländischen Weiterbildungspreises ausgezeichnet.

Drucksache 13/2432 (13/2192) Landtag des Saarlandes - 13. Wahlperiode - 147 Das Saarland nimmt seit dem Start des Projektes „Onlinerland Saar" eine Vorreiterrolle bei der Integration älterer Frauen und Männer in die Informations- und Mediengesellschaft gerade auch im Hinblick auf das Ziel, lebenslanges Lernen zu fördern, ein. Chancengleicher und diskriminierungsfreier Zugang zu den Anwendungspotentialen der Neuen Medien sind dabei die zentralen Leitbilder, die die saarländische Landesregierung im Rahmen ihrer Projektarbeit verfolgt und umsetzt.

Die Neuen Medien können nach Ansicht der Landeregierung einen bedeutenden Beitrag zur Integration älterer Menschen leisten, insoweit sie Barrieren der „Offline-Welt" kompensieren und Entwicklungsperspektiven, Wahl- und Veränderungsmöglichkeiten für ältere Frauen und Männer offerieren können. Das Internet erleichtert nicht nur das Kennenlernen neuer sozialer Kontexte und Rollenbilder und kann damit den Prozess der Individualisierung und Neuorientierung in der nachberuflichen Phase und unter den Bedingungen veränderter Familienstrukturen unterstützen. Alternative Wege der Kommunikation und Information ermöglichen ferner eine verlängerte individuelle Selbständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe und werden besonders von älteren Menschen zunehmend gerne genutzt.

Die Förderung von Medienkompetenz ist daher ein wichtiges kultur- und gesellschaftspolitisches Ziel der saarländischen Landesregierung. Auch vor diesem Hintergrund wurde die Kampagne „Onlinerland Saar" im Saarland ins Leben gerufen. Diese Kampagne ­ die insbesondere älteren Saarländerinnen und Saarländern, die bislang wenig oder keinen Kontakt zum Internet hatten, mit zahlreichen Aktionen, Weiterbildungsangeboten und Materialien einen medienpädagogisch begleiteten Zugang zum Internet ermöglicht ­ fördert seit Jahren nachhaltig und erfolgreich die Medienkompetenz im Saarland.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass trotz der laufende Bemühungen, den „Digitalen Graben" zu überwinden, auch über das Jahr 2009 im Hinblick auf die Förderung der Medienkompetenz insbesondere bei älteren Mitbürgern „Interneterschließungsprogramme" notwendig bleiben werden, da der Anteil älterer Offliner nach wie vor hoch ausfällt. Daher hat die Landesregierung u.a. auch die weitere Förderung der Kampagne „Onlinerland Saar" beschlossen und entsprechende Mittel bereitgestellt.

Die saarländische Landesregierung erachtet den Bereich Medienkompetenz daher auch künftig als eine außergewöhnlich wichtige Aufgabe im Hinblick auf das Ziel, lebenslanges Lernen zu fördern. Die saarländische Landesregierung wird daher auch in Zukunft ­ insbesondere im Rahmen der Initiative „Onlinerland Saar"- die Förderung von Medienkompetenz bei älteren Mitbürgern nachhaltig unterstützen und fördern.