Unterrichtsausfall an beruflichen Schulen

Vorbemerkung der Fragestellerin: „Seit rund 5 Jahren beklagen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern den enormen Unterrichtsausfall an den beruflichen Schulen im Saarland. Die SPD hat diesen Missstand mehrmals thematisiert. Die Landesregierung hat zwar Abhilfe versprochen, doch bei dem Versprechen blieb es." Vorbemerkung der Landesregierung: Unterrichtsausfall und Fehlstunden in beruflichen Schulen waren schon vielfach Gegenstand der Antworten der Landesregierung zu den Anfragen von Abgeordneten des Saarländischen Landtages sowie Informationsgegenstand in Sitzungen des Ausschusses für Bildung.

Insbesondere auf die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der Abgeordneten Isolde Ries (SPD) betreffend Fehlstunden in beruflichen Schulen (Drucksache 13/2058 vom 04.09.2008) wird nochmals ausdrücklich verwiesen, weil sie wesentliche grundsätzliche Ausführungen zu dem Thema Fehlstunden und Unterrichtsausfall enthält, die auch bezüglich dieser Antwort weiterhin Geltung haben.

Wie hoch ist der strukturelle (fehlende Lehrer), der geplante (Weiterbildung, Prüfungsabnahmen, Klassenfahrten, Elternsprechtage) und der ungeplante (krankheitsbedingte) Unterrichtsausfall an den Beruflichen Schulen in den Schuljahren 2007/2008, 2008/2009 und 2009/2010? - Bitte gesamt und getrennt nach beruflichen Vollzeitschulen und beruflichen Schulen auflisten.

Zu Frage 1: Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob es sich um strukturelle Fehlstunden handelt oder um Sachverhalte, die durch schulinterne Angelegenheiten bedingt sind.

Strukturelle Fehlstunden sind tatsächliche Unterrichtsausfälle, bei denen in Folge fehlender Lehrkräfte oder Räume (z. B. Sporthallen, -plätze) Unterrichtsstunden, die gemäß der geltenden Stundentafel unterrichtet werden müssten, grundsätzlich nicht gehalten werden können.

Daneben gibt es schulinterne Sachverhalte und Ereignisse, die im Einzelfall auch zu Unterrichtsausfall führen können. Darunter fallen alle Ereignisse, die nicht strukturelle Fehlstunden sind.

a) Strukturelle Fehlstunden Strukturelle Fehlstunden sind immer auf der Basis von wöchentlichen Stunden ausgewiesen. Sie werden grundsätzlich auf der Grundlage der Stundentafeln der einzelnen Schulformen ermittelt.

Nach Berufsbildungszentren gegliedert ergibt sich auf Grundlage der Schulstatistik vom Oktober 2009 nachfolgende Übersicht:

b) Weiterbildung, Prüfungsmaßnahmen, Klassenfahrten, Elternsprechtage

Im Zusammenhang mit den o. a. Ereignissen von geplantem Unterrichtsausfall zu sprechen, wird der Sache nicht gerecht und ist auch nicht zutreffend.

- Lehrkräfte sind per Schulordnungsgesetz und Lehrerbildungsgesetz zur allgemeinen und fachlichen Fortbildung verpflichtet. Ihre Fortbildung ist von der Schulaufsichtsbehörde angemessen zu unterstützen. Dabei sind die Lehrkräfte auch verpflichtet, an Fortbildungsveranstaltungen innerhalb unterrichtsfreier Zeiten teilzunehmen. Soweit die Organisation der Fortbildungsveranstaltung es ermöglicht oder soweit Schulen selbst Fortbildungsveranstaltungen initiieren, wird von der Verlagerung in den unterrichtsfreien Raum Gebrauch gemacht.

Bei der Genehmigung der Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen hat die Schule zu prüfen, ob die Abwesenheit der Lehrkraft im Hinblick auf die Unterrichtssituation der Schule und der betroffenen Klassen verantwortet werden kann. Diese pädagogische Entscheidung trifft die Schulleitung vor Ort, in dem sie z. B. auch den entsprechenden Vertretungsunterricht gewährleistet.

- Prüfungen sind in Beruflichen Schulen grundsätzlich Teil des Abschlussverfahrens einzelner Bildungsgänge und als Lernerfolgskontrollen unerlässlich. Die Durchführung von Prüfungen führt zwangsläufig zu einer erhöhten Einbeziehung von Lehrkräften und somit auch der Notwendigkeit, gegebenenfalls an einigen Tagen Unterricht auch vollständig entfallen zu lassen.