Absolventen

Welche Wartezeiten gibt es nach Fächern und Lehrämtern geordnet? Welches sind dabei die Extremwerte? Bitte jährliche Auflistung seit dem Schuljahr 2006/2007.

Zu Frage 7: Lehramt an Realschulen und Gesamtschulen

Eine Auflistung nach Fächern kann nicht vorgenommen werden. Die Wartezeiten sind unterschiedlich und richten sich nach den Fächern mit Zulassungsbeschränkungen (i.d.R. Deutsch, Englisch, Geschichte, Sport, kath. Religion) nach Fächern ohne Zulassungsbeschränkungen (i.d.R. Arbeitstechnik, Französisch, Kunsterziehung, Mathematik u.a.) Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen

Die Fächer Griechisch, Informatik, Kunsterziehung, Latein, Musik, Physik und Evangelische Religion hatten bisher in der Regel keine Zulassungsbeschränkungen, weil die Zahl der Bewerber die Zahl der freien Plätze nicht überstiegen hat. Die Bewerber, die eines dieser Fächer vertreten, haben dann keine Wartezeit bei der Zulassung zum Vorbereitungsdienst.

- 7 Drucksache 14/132 (14/103) Landtag des Saarlandes - 14. Wahlperiode. Die Fächer Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Geographie, Geschichte, Italienisch, Philosophie, Katholische Religion, Sozialkunde, Spanisch und Sport haben ständig Bewerberüberhang und damit Zulassungsbeschränkungen. Aus diesem Grunde wurde die Zahl der Ausbildungsplätze zum 1.9.2009 in Chemie, Deutsch und Geschichte um je 4, in Philosophie und Erdkunde um je 2, in Spanisch um 3 und in Englisch um 5

Ausbildungsplätze erhöht. Für die Bedarfsfächer Mathematik und Informatik wurde nach § 6 Abs. 2 a) der o.g. Verordnung in 2009 und 2010 die Zahl der Ausbildungsplätze um 10% erhöht, so dass alle Bewerber eingestellt werden konnten.

Die Fächer mit sehr hohem Bewerberüberhang sind Deutsch, Englisch, Geographie und Geschichte. Bewerber mit diesen Fächern müssen im ungünstigsten Fall mit einer Wartezeit von ca. zwei Jahren rechnen. Viele davon können nur über die Wartezeitregelung des § 6 Abs. 2 c) der o.g. Verordnung zugelassen werden. Der Bewerberüberhang kommt auch dadurch zustande, dass der Anteil der Bewerber aus anderen Bundesländern immer höher wird und zum Einstellungstermin 01.02.2010 die Bewerberzahl aus anderen Bundesländern (112) die Bewerberzahl der Saarländer (109) erstmals übertroffen hat.

Gibt es freie Referendariatsstellen? Für welche Fächer und in welchen Schulformen?

Zu Frage 8: In den Bereichen für das Lehramt für die Primarstufe und für die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5-9) gibt es wegen Bewerbermangel freie Anwärterstellen. Für den Bereich des Lehramtes für Sonderpädagogik wurde der Vorbereitungsdienst erst zum 01.08.2009 eingerichtet; alle Bewerber wurden eingestellt.

In den Bereichen Lehramt an Realschulen und Gesamtschulen und Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen gibt keine freien Referendariatsstellen, weil die evtl. in einzelnen Fächern frei bleibenden Stellen im Auswahlverfahren auf andere Fächer mit hohen Bewerberzahlen verteilt werden. (sogenannte Zuschlagsplätze nach § 2 Abs. 4 des Gesetzes über die Zulassung zum Vorbereitungsdienst für Lehrämter im Saarland).

In welcher Form erfolgte die Einstellung (Vollzeit, Teilzeit, Befristung, kurzfristige Vertretungen usw.) Bitte jährliche Auflistung seit dem Schuljahr 2006/2007

Zu Frage 9: Die Einstellung in den Vorbereitungsdienst für die einzelnen Lehrämter erfolgt als Studienreferendar(in) bzw. Anwärter(in) im Beamtenverhältnis auf Widerruf in Vollbeschäftigung.

- 8 Drucksache 14/132 (14/103) Landtag des Saarlandes - 14. Wahlperiode Besteht die Absicht, weitere Referendarstellen zu schaffen?

Zu Frage 10: Zum 01.08.2009 wurde die Zahl der Referendarstellen für das Lehramt an Realschulen und Gesamtschulen um acht Stellen und für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen um zwölf Stellen angehoben. Im Stellenplan 2010 ist für das Lehramt für Sonderpädagogik die Schaffung weiterer 20 Anwärterstellen vorgesehen.

Welche Maßnahmen sind geplant, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken?

Zu Frage 11: Um eine fachgerechte Personalisierung zu sichern, hat das Bildungsministerium eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Durch Bereitstellung ausreichender Studienplätze an der Universität des Saarlandes, Seiteneinstieg, Übernahme von Diplom-Physikern und Diplom-Mathematikern in den Vorbereitungsdienst und Qualifizierung von Naturwissenschaftslehrern im Fach Physik sollte mittelfristig auch der Mangel an Physiklehrern beseitigt werden.

Unter welchen Bedingungen werden Absolventinnen und Absolventen nach dem ersten Staatsexamen in Schulen eingestellt? Mit welchen Aufgaben werden sie betraut?

Zu Frage 12: Falls keine voll ausgebildeten Lehrkräfte mit Zweiter Staatsprüfung für Vertretungsverträge zur Verfügung stehen, stellt das Saarland seit 2002, wie andere Bundesländer auch, noch nicht in den Vorbereitungsdienst eingestellte Bewerber mit Erster Staatsprüfung je nach Bedarf als Aushilfslehrkräfte ein. Der Beschäftigungsumfang beläuft sich in der Regel zwischen Halb- und Dreiviertelbeschäftigung (12­19 Wochenstunden).

Diese Aushilfslehrkräfte unterrichten unter Betreuung eines erfahrenen Kollegen an der Schule. Nach Abschluss des Aushilfsvertrages wird vom Schulleiter ein Bewährungsbericht gefertigt. Bei Bewährung in dieser Tätigkeit verbessert sich die Einstellungsnote für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst (siehe § 8 Abs. 2 der o.a. Verordnung).