Bevölkerungsentwicklung in Berlin

Ich frage den Senat:

1. Wie hoch ist die tatsächliche Zunahme der ausländischen Bevölkerung in Berlin im Zeitraum vom August 1995 bis Januar 1996 gewesen, wenn man die Zahl der in diesem Zeitraum eingebürgerten ausländischen Personen berücksichtigt?

2. Wie erklärt der Senat die Zunahme der ausländischen Bevölkerung und wie ist deren Struktur (Alter, Nationalität, Status)?

Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1. und 2.: Zwischen dem 31. Juli 1995 und dem 31. Januar 1996 ist die Zahl der melderechtlich registrierten Ausländer in Berlin um 11 447 Personen gestiegen. Im gleichen Zeitraum gab es in der Bevölkerungsgruppe der Ausländer einen Geburtenüberschuß von 2 979 Personen. Eingebürgert wurden im gleichen Zeitraum 5 623 Personen.

Ein zuverlässiger Saldo lässt sich aus diesen Zahlen nicht errechnen, weil die Daten aus dem Einwohnerregister und die Daten aus den Standesämtern (einschließlich Einbürgerungsstatistik) aus verschiedenen Statistiken (Quellen) stammen, die nicht unmittelbar miteinander verrechnet werden können.

Die Strukturdaten der ausländischen Bevölkerung (Alter, Geschlecht, Nationalität) werden nur halbjährlich zum 30. Juni und 31. Dezember aus dem Melderegister gezogen, so dass für Betrachtungen der Struktur auf den Zeitraum vom 30. Juni bis 31. Dezember 1995 zurückgegriffen werden muß. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der melderechtlich registrierten Ausländer um 12 105, der Geburtenüberschuß lag bei 2 774, eingebürgert wurden 5 666 Personen.

Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Bürger aus dem ehemaligen Jugoslawien um über 4 000, aus dem Bereich der EU und der ehemaligen Sowjetunion jeweils um über 2 000, aus Bulgarien um über 1 300 und aus Polen um über 1 000; geringfügige Steigerungsraten gab es bei einer Vielzahl von Nationalitäten. ­ Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Rumänen um über 1 300 und die Zahl der Türken um etwa 300 zurück.

Die Strukturdaten geben nur Auskunft über die jeweilige Grundgesamtheit der einzelnen Nationalitäten, nicht über die Gruppe der neu Zugewanderten. Daher lassen sich nur allgemeine Angaben zu Alter und Geschlecht der einzelnen Nationalitäten machen. Dabei fällt auf, dass die ausländische Bevölkerung im Durchschnitt erheblich jünger ist als die deutsche. In einigen Gruppen übersteigt der Anteil der Männer erheblich den der Frauen (z. B. Anteil der Männer aus Portugal 86 %, Bangladesch 87 %, Jordanien und Pakistan 73 %, Makedonien 69 %, Italien 68 %, Indien 67 %, Rumänien 64 %, Sri Lanka 63 %, Irland 61 %); bei den Zuwanderern aus Thailand und von den Philippinen macht der Anteil der Frauen jeweils 85 % aus.

Da über den Grund der Einreise keine Statistik geführt wird, kann keine Auskunft über den Status der neu Eingereisten gegeben werden.