Agenda-Werkstatt in der Rummelsburger Bucht

„Der Senat wird beauftragt, mit Beginn der Expo 2000 im Projektgebiet der Rummelsburger Bucht eine Agenda-Werkstatt auf der Grundlage der mit den Agenda-Akteuren abgestimmten Aussagen in der dafür durchgeführten Machbarkeitsstudie einzurichten. Voraussetzungen dafür sind, dass

- ein Träger die fachlich-inhaltliche, finanzielle und haftungsrechtliche Verantwortung für die Agenda-Werkstatt übernimmt,

- ein entsprechende Aktivitäten zulassender Finanzierungsplan erstellt werden kann, der keine Mittel aus den für Agenda-Aktivitäten zur Verfügung stehenden Titel der Senatsverwaltung in Anspruch nimmt und in erheblichem Umfang die realistische Einwerbung von Drittmittel vorsieht und

- gleichzeitig mit dem Beginn der Arbeiten zur Agenda-Werkstatt mit der Erstellung eines Realisierungskonzeptes für ein zentral gelegenes und langfristig zu betreibendes AgendaHaus für die Öffentlichkeitsarbeit zur Lokalen Agenda Berlin 21 begonnen wird.

Die Beteiligung aller in Kapitel 28 der Agenda 21 genannten Akteursgruppen an den Aktivitäten der Agenda-Werkstatt ist anzustreben."

Hierzu wird berichtet:

Auf Grund des v. g. Beschlusses wurde von der ehemaligen Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr eine beschränkte Ausschreibung nach Teilnahmewettbewerb zur Suche eines Trägers zum Einrichten und Betreiben einer „Agenda-Werkstatt" eingeleitet. Hierzu erfolgte mit Datum vom 5. November 1999 eine entsprechende Ankündigung im Amtsblatt von Berlin mit einer Bewerbungsfrist bis zum 18. November 1999 (Anlage). Zusätzlich wurde in den „Berliner Briefen" (Nachrichten zur Lokalen Agenda 21) vom November 1999 auf diese Ankündigung hingewiesen.

Im Rahmen des Teilnahmewettbewerbs haben sich fünf Interessenten an der Trägerschaft gemeldet, von denen zwischenzeitlich einer seine Bewerbung wieder zurückgezogen hat. Es ist beabsichtigt, die verbleibenden vier Bewerber zur Angebotsabgabe aufzufordern.

Parallel zu der Ankündigung im Amtsblatt wurde für das als „Agenda-Werkstatt" vorgesehene Verwaltungsgebäude von der ehemaligen Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr eine fachliche Beurteilung des Instandsetzungsaufwands eingeleitet, um qualifizierte Aussagen zur Instandsetzungsdauer und zum finanziellen Aufwand zu erhalten. Dabei wurde deutlich, dass eine kostenmäßig vertretbare Instandsetzung des Gebäudes nur möglich ist, wenn seine zukünftige Nutzung den Rahmen seiner bisherigen Funktion als Verwaltungsgebäude nicht überschreitet und deshalb eine baurechtliche Genehmigung nicht erforderlich ist. Es werden deshalb vorsorglich Recherchen über räumliche Ergänzungsmöglichkeiten bzw. Alternativen eingeleitet.

Auf Grund der vorläufigen Haushaltswirtschaft (Art. 89 Abs. 1 VVB) konnten die eingeleiteten Verfahren zunächst nicht weitergeführt werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist um eine Problemlösung bemüht.

2. Verfahrensart: Beschränkte Ausschreibung nach Teilnahmewettbewerb.

3. a) Ort der Leistungen: Berlin.

b) Art der Leistungen: Für den Zeitraum der Expo 2000

(1. Juni bis 31. Oktober 2000) soll in Zusammenhang mit der Präsentation dezentraler Projekte der Expo im Bereich Rummelsburger Bucht ein dort vorhandenes ehemaliges Verwaltungsgebäude als „Werkstatt" für Aktivitäten zur Lokalen Agenda 21 in Berlin hergerichtet und betrieben werden. Hierfür wird ein Träger gesucht, der die fachlich-inhaltliche, finanzielle und haftungsrechtliche Verantwortung für die AgendaWerkstatt übernimmt. Der Träger hat einen entsprechende Aktivitäten zulassenden Finanzierungsplan zu erstellen, der unter anderem in erheblichem Umfang die realistische Einwerbung von Drittmitteln vorsieht; er soll die Beteiligung aller in Kapitel 28 der Agenda 21 genannten Aktionsgruppen an den Aktivitäten der Agenda-Werkstatt ermöglichen.

Von dem Träger werden insbesondere erwartet:

- fachliche Kompetenz in Fragen der Lokalen Agenda 21

- Management-Kompetenz

- neutrale und von allen Institutionen anerkannte Stellung

- gleichzeitiges Engagement für eine Agenda-Kampagne im Jahr 2000

- Wirtschaftskontakte zur Einwerbung von Sponsorenmitteln

- Erfahrungen in der Beantragung und der ordnungsgemäßen Abwicklung von Fördermitteln

- Erfahrung mit der Durchführung von Veranstaltungen

- Erfahrungen mit der Einbindung und Beantragung von ABM-Kräften

- gegebenenfalls eigene Sponsoren-Absichten

- enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gruppen der Lokalen Agenda 21

c) Wesentlicher Leistungsumfang: Arbeitsgrundlage des Trägers ist eine im Auftrag des Senats erstellte Machbarkeitsstudie über die technischen und organisatorischen Voraussetzungen und Anforderungen für die Herrichtung und die Nutzung des für die AgendaWerkstatt vorgesehenen Gebäudes, die den Bewerbern zur Verfügung gestellt wird.

Die wesentlichen Aufgaben des Trägers sind danach:

Erarbeitung der inhaltlichen Konzeption der Agenda-Werkstatt mit folgenden Rahmenbedingungen:

- Die Agenda-Werkstatt muss eingebunden sein in die Agenda-Aktivitäten des Landes und der Bezirke.

- Die Agenda-Aktivitäten der Bezirke müssen gebündelt dargestellt werden.

- Mit den Akteuren der Berliner Agenda-Aktivitäten (u. a. Runder Tisch zur Nachhaltigen Entwicklung in Berlin und Brandenburg, Öffentlicher Arbeitskreis Lokale Agenda 21, Initiativen aus den Bezirken) ist zusammenzuarbeiten.

- Es muss eine kontinuierliche Information der Besucher zum Beispiel in Form von Ausstellungen, Präsentationen und Auskunftsbüro gewährleistet werden.

- Es müssen regelmäßig Veranstaltungen und Workshops für verschiedene Zielgruppen organisiert werden.

Mitwirkung an der baulichen Herrichtung der Agenda-Werkstatt auf der Grundlage des inhaltlichen Konzepts insbesondere Formulierung der Nutzungsanforderungen.

Aufstellung und Fortschreibung eines Finanzierungs- und Zeitplans unter Berücksichtigung folgender Aspekte:

- Da die Finanzierung nur zu einem geringen Anteil durch das Land Berlin erfolgen soll, hat sich der Träger um die Einwerbung zusätzlicher Finanzierungsmittel über Stiftungen, Förderprogramme und Sponsoren zu kümmern; mit dem Angebot ist ein entsprechendes Akquisitionskonzept vorzulegen.

- Darzustellen ist der Umfang, der Einsatzzeitraum und die Qualifikation des einzusetzenden Personals.

Verantwortliche Bewirtschaftung und Steuerung der Agenda-Werkstatt während des Expo-Zeitraums.

4. Ausführungszeit: Die Vertragsdauer für den Träger ist auf das Jahr 2000 beschränkt.

5. Ende der Bewerbungsfrist: 18. November 1999, 17 Uhr.

Der Bewerbung sind gemäß VOL/A Angaben und gegebenenfalls Referenzen über bereits ausgeführte ähnliche Leistungen sowie über den Umsatz in den letzten drei Geschäftsjahren beizufügen.

6. Voraussichtlicher Absendetermin der Verdingungsunterlagen an die ausgewählten Bewerber: 47. Kalenderwoche.