Ausbildung

Änderung des Lehrerbildungsgesetzes

In § 9 Abs. 2 Satz 3 des Lehrerbildungsgesetzes in der Fassung vom 13. Februar 1985 (GVBl. S. 434, 948), zuletzt geändert durch Gesetz vom 10. Juni 1999 (GVBl. S. 204), werden die Worte „wird die Hochschulprüfung als Diplomhandelslehrer" durch die Worte „werden die Hochschulprüfungen (Abschlüsse nach dem 1. Januar 1995) als Diplomhandelslehrer, Diplomkaufmann, Diplomvolkswirt; Diplomingenieur mit den Schwerpunkten Fahrzeugtechnik, Feinwerktechnik, Maschinenbau, Versorgungstechnik, Technische Gebäudeausrüstung; Diplomingenieur für Elektrotechnik, Diplominformatiker; Diplomingenieur für Bauingenieurwesen; Diplomingenieur für Drucktechnik/Medientechnik; Diplomingenieur für Lebensmittelchemie, Diplomingenieur für Lebensmitteltechnologie, Diplomoecothrophologe (Haushalts- und Ernährungswissenschaft); Diplommedizinpädagoge, Diplomsozialpädagoge" ersetzt.

Artikel II: Änderung des Achten Gesetzes zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes Artikel IV Satz 2 des Achten Gesetzes zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes vom 10. Juni 1999 (GVBl. S. 204) wird gestrichen.

Artikel III: In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten

Dieses Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung im Gesetzund Verordnungsblatt für Berlin in Kraft. § 9 Abs. 2 Satz 3 des Lehrerbildungsgesetzes tritt mit Ablauf des 31. Mai 2005 außer Kraft.

Begründung:

Der Bedarf an Berufsschullehrern wird insbesondere von der demographischen Entwicklung der Schülerzahlen und von der Altersstruktur der Lehrkräfte bestimmt. Erschwerend hinzu kommt der Mangel an dualen Ausbildungsplätzen. Der Ausbau der berufsvorbereitenden Maßnahmen im 11. Schuljahr und die Ausbildung in beruflichen Vollzeitbildungsgängen verstärken diesen Lehrermangel noch, da der Unterricht in einer Vollzeitklasse im Vergleich zum Berufsschulunterricht das drei- bis vierfache an Lehrerstunden bindet.

Darüber hinaus zeigte sich schon im Schuljahr 1998/99, dass der Schülerzuwachs größer als prognostiziert war und kein Puffer für zusätzliche Maßnahmen bestand. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf das Sonderprogramm der Bundesregierung (100 000-Plätze-Programm). Allein daraus resultierte ein zusätzlicher Lehrermehrbedarf von 30 Stellen im laufenden Schuljahr 1998/99.

Zum Schuljahr 1999/2000 wurden aus dem Gesamtkontingent für Lehrereinstellungen allein für den berufsbildenden Bereich 200 Vollzeitstellen von 400 Vollzeitstellen durch Aufstockungen und Neueinstellungen von Lehrkräften besetzt.

Die Lehrerbedarfsprüfung durch das Landesschulamt hat ergeben, dass über alle Berufsfelder (insgesamt 13 Berufsfelder plus sozialpädagogischer, -pflegerischer Bereich) die Lehrerausstattung bei ca. 98 % liegt, dies entspricht einem Lehrkräftefehl von 52 Vollzeitstellen.

Die Lehrkräfteausstattung ist noch geringer, da den berufsbildenden Schulen keinerlei Vertretungsmittel zugewiesen werden konnten und in den obigen Zahlen die dauerkranken Lehrkräfte als für den Unterricht zur Verfügung stehend eingerechnet wurden. Dabei ist von ca. 2 % Dauerkranken auszugehen

­ dies entspricht ca. 69 Vollzeitstellen.

Dem genannten Bedarf von 1 124 Lehrerstellen steht für den Beobachtungszeitraum lediglich ein Angebot aus dem Bereich der universitären Lehrerbildung in Berlin in Höhe von ca. 480 entgegen.

Damit muss bei Fortführung des derzeit praktizierten Aufnahmeverfahrens damit gerechnet werden, dass im genannten Zeitraum ein Lehrkräftebedarf in Höhe von mind. 650 aus dem üblichen universitären Reservoir nicht befriedigt werden kann.

Da der Mangel alle Bundesländer gleichermaßen trifft, ist eine Entlastung von dort durch Bewerber mit Erster Staatsprüfung für das Amt des Studienrats (mit einer beruflichen Fachrichtung) nicht zu erwarten.

Daher sollen durch Erweiterung des Kreises der Zugangsberechtigten in den Vorbereitungsdienst des Landes Berlin zusätzliche Bewerber gewonnen werden. Die Bedarfssituation in den Berufsfeldern macht die Aufnahme der Diplomabschlüsse in dieser Anzahl und Breite notwendig wie auch die Dauer der Befristung. Deren Verlängerung über den 31. Mai 2005 ist nicht beabsichtigt. Die Gleichstellung wird auf Abschlüsse nach dem 1. Januar 1995 begrenzt, um deren Aktualität und Modernität zu sichern und jüngere Lehrkräfte zu gewinnen.