Hundeführerschein für das Halten und Führen von Hunden

Erlass einer Verordnung zur Einführung eines theoretischen Sachkundennachweises („Hundeführerschein") für das Halten und Führen von Hunden bestimmter Kategorien

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, eine Verordnung zur Einführung eines theoretischen Sachkundenachweises („Hundeführerschein") für das Halten und Führen von Hunden bestimmter Kategorien zu erlassen.

Inhalt der Verordnung soll sein:

Das Halten und Führen bestimmter Kategorien von Hunden ist nur mit dem Besitz eines Sachkundenachweises („Hundeführerschein") zulässig. Jede Person, die beabsichtigt, sich einen Hund der genannten Kategorien zuzulegen, wird verpflichtet, im Vorfeld der Anschaffung einen theoretischen Sachkundenachweis zu erbringen.

I. Kriterien für die nur noch mit Sachkundenachweis zu führenden Hunde

Für folgende Kategorien von Hunden soll ein Sachkundenachweis im Sinne dieser Verordnung gefordert werden:

a) alle ursprünglichen Kampfhundrassen

b) alle für den Schutzdienst geeigneten Rassen

c) alle Molosser (FCI Sektion 2.1) mit Ausnahme der Englischen Bulldogge

d) alle Berghunde (FCI Sektion 2.2)

e) alle Mischlinge der vorgenannten Kategorien und mit dem Wolf sowie alle daraus in Zukunft hervorgehenden Rassen

II. Durchführung des theoretischen Sachkundenachweises („Hundeführerschein") Prüfungsverfahren

Der theoretische Sachkundenachweis für Personen, die beabsichtigen, sich einen Hund der oben aufgeführten Kategorien zuzulegen, sollte von unabhängigen Prüfern abgenommen und ausgewertet werden.

Es sollte sich um ein standardisiertes Verfahren handeln, das ähnlich einer theoretischen Kfz-Prüfung im Multiple-ChoiceVerfahren durchgeführt wird.

Es sollte nachgewiesen werden, dass der potentielle Halter eines solchen Hundes

a) die erforderliche Sachkenntnis zum Halten und Führen eines Hunde besitzt

b) über ein polizeiliches Führungszeugnis verfügt.

Diese theoretische Sachkundeprüfung muss letztlich von jedem, der dies wünscht, mit entsprechender Vorbereitung ablegbar sein. Die Inhalte dürfen deshalb den Rahmen der allgemeinen Sachkunde nicht in unangemessener Weise überschreiten. Vorbedingung ist ein polizeiliches Führungszeugnis. Eine Wiederholung der Prüfung ist, sofern die Vorbedingung weiterhin erfüllt ist, ohne Einschränkung möglich.

Prüfungsinhalte sollten sein:

a) Fragen zu notwendigen Haltungsbedingungen und Bedürfnissen von Hunden

b) Fragen zu Charaktereigenschaften, Bedürfnissen und Temperament verschiedener Hunderassen/-kategorien

c) Fragen zu Erziehung und Umgang mit Hunden allgemein und zu häufig gemachten Haltungs- und Erziehungsfehlern

d) Fragen zur hundlichen Körpersprache sowie zu hundlichem Verhalten

e) Fragen zum Verhalten z. B. gegenüber Kindern oder Joggern

f) Fragen zu den Rechten und Pflichten eines Hundehalters

g) Fragen zu gesellschaftlich relevanten Gesundheitsaspekten (Tollwut etc.) sowie zur Fortpflanzung

h) Fragen zum Thema Tierschutz.

III. Weitere Festlegungen und Übergangsregeln Kosten

Die durch die Erbringung des Sachkundenachweises für den potentiellen Hundehalter entstehenden Kosten sollten so gering wie möglich gehalten werden. Zuständig für die Durchführung der Prüfung sollten die Bezirksämter sein. Die Kosten der Prüfung sollen durch Prüfungsgebühren gedeckt werden.

Gültigkeit

Der Nachweis der theoretischen Sachkunde sollte lebenslange Gültigkeit besitzen. Ausnahme: Hundehalter, die trotzdem mit aggressiven Hunden auffällig werden. Hier muss eine erneute Überprüfung bzw. ein Entzug des Sachkundenachweises erwogen werden. Ansonsten greifen darüber hinaus sämtliche entsprechenden Paragraphen der derzeit geltenden HundeVO Berlin (z. B. generelles Haltungsverbot) sowie des Tierschutzgesetzes.

Bestandsschutz

Der Sachkundenachweis soll ab Inkrafttreten der Verordnung bei Neuanschaffungen von Hunden oben genannter Kategorien gefordert werden. Auf eine nachträgliche Einführung des Sachkundenachweises soll verzichtet werden. Ausgenommen davon sein sollten alle Halter, die mit ihren Hunden im Sinne der geltenden Hundeverordnung auffällig werden.

Begründung:

Die aktuelle Situation:

Die in Teilen der Gesellschaft bestehende Angst und Unsicherheit besonders gegenüber größeren Hunden und sogenannten „Kampfhunden" macht Maßnahmen erforderlich. Dabei muss vorab geklärt werden, ob es sich hierbei um ein primär kynologisches Problem oder um ein eher soziologisches Problem oder aber auch eine Mischung von beiden handelt.

a) Beim kynologischen Ansatz, der einzig den Hund betrachtet, haben sämtliche Fachleute bereits klargestellt, dass bestimmte Rassen nicht a priori als gefährlich oder aggressiv einzustufen sind. Dieser Ansatz entfällt demnach.

b) Der soziologische Ansatz, der die Aufmerksamkeit auf den Halter richtet, muss sich mit zwei Aspekten befassen:

1. dem Missbrauch von Hunden (wie im folgenden definiert) und

2. der fehlenden Sachkunde vieler Hundehalter.

Die in weiten Teilen der Bevölkerung entstandene Angst rührt weniger von einer real vorhandenen Gefahr her als von dem latenten Gefühl der Bedrohung, das einige Menschen im Zusammenhang mit ihren Hunden und durch diese sehr gewollt verbreiten. Diese Form der Hundehaltung hat sich als nicht sozial verträglich und vielfach als in hohem Maße tierschutzrelevant erwiesen. Nicht gemindert wird diese Angst durch unqualifizierte Hundehalter, die sich in Ermangelung einer Möglichkeit der Einwirkung auf ihr meist zwar unerzogenes aber ansonsten völlig friedfertiges Tier auf die mit „Der tut doch nix" zusammenfassbare Argumentation zurückziehen.

Keine Hunderasse ist laut gängiger Expertenmeinung von Natur aus aggressiv. Dennoch gibt es Rassen/Mischlinge, die wegen ihres Temperaments oder ihrer Charaktereigenschaften höhere Anforderungen an die Sachkunde des Halters stellen oder die grundsätzlich von Missbrauch bedroht sind. Die aktuell massenhaft „in Mode" gekommenen Hunde gehören neben anderen auch zu dieser Kategorie. Dies bedeutet klar, dass ein in der Hand eines Halters völlig friedfertiges, ausgeglichenes Tier sich in der Hand eines anderen kurz- oder mittelfristig zu einem völlig neurotischen Tier entwickeln kann (übrigens ist eine solche Entwicklung, sofern sie nicht im Welpenalter stattgefunden hat, in den meisten Fällen reversibel). Versuche der Lösung der oben dargestellten Probleme können daher einzig beim Halter ansetzen.

Konsequenzen für die Hundehaltung

Die Hundehaltung muss in einzelnen Bereichen wieder sozial verträglicher gestaltet werden. Gerade von den Haltern größerer Hunde muss eine gewisse Sachkunde verlangt werden. Darüber hinaus ist eine bestimmte Form missbräuchlicher Hundehaltung einerseits ursächlich für die entstandene Situation verantwortlich und auf der anderen Seite hochgradig tierschutzrelevant.

Sachkundenachweis

Im Sinne von Prävention sollte das Halten und Führen bestimmter Kategorien von Hunden (siehe: Kriterien für die nur noch mit Sachkundenachweis zu führenden Hunde) von dem Besitz eines Sachkundenachweises („Hundeführerschein") abhängig gemacht werden, der nur gegen Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses erlangt werden kann. Ergänzend muss dafür Sorge getragen werden, dass tierschutzrechtlich relevanten Vorfällen in Zukunft entgegen der zur Zeit gängigen Praxis sofort nachgegangen wird.

Verstöße gegen eine solche Auflage müssen im Sinne der Prävention durch empfindliche Strafen geahndet werden.

Definition von Missbrauch

Um Missbrauch von Hunden handelt es sich immer dann, wenn Menschen Hunde

a) über das natürliche Maß hinaus auf Angriff und Schärfe hin trainieren (Verstoß gegen das Tierschutzgesetz)

b) Haltungsbedingungen aussetzen, die grausam/artwidrig sind (Verstoß gegen das Tierschutzgesetz)

c) als vierbeinige „Drohgebärde" mit sich führen und Menschen damit nachweislich einschüchtern (keine Sozialverträglichkeit)

d) für illegale Hundekämpfe einsetzen (Straftatbestand)

e) auf Menschen oder Tiere hetzen (Straftatbestand)

f) aus Profitinteresse zur massenhaften, unkontrollierten Vermehrung nutzen (zum Teil Verstoß gegen das Tierschutzgesetz)

I. Kriterien für die nur noch mit Sachkundenachweis zu führenden Hunde.

Hinsichtlich der Festlegung von nur noch mit Sachkundenachweis zu führenden Hunden bieten sich drei mögliche Sachkriterien an:

a) Auflistung einzelner Rassen (und deren Mischlinge)

b) Definition eines Grenzwertes aus Größe und Gewicht

c) Definition von Hunden (und deren Mischlingen) nach Gebrauchs- und Rassekategorien Auflistung bestimmter Rassen (und deren Mischlinge)

Eine willkürliche Auflistung bestimmter zur Zeit in Verruf geratener Rassen und deren Mischlinge trifft letztendlich nur die seriösen Hundehalter, die bereits heute als Opfer der allgemeinen Situation anzusehen sind. Die eigentlich gemeinten verantwortungslosen Hundehalter umgehen eine solche Regelung, indem sie auf neue Rassen umsteigen. Opfer einer solchen Regelung sind dann neben den verantwortungsbewussten Haltern letztendlich die Hunde.

Definition nach Größe und Gewicht

Eine solche Definition hat den Vorteil, die Halter aller in Frage kommenden Hunde zu umfassen, ist auch von kynologisch weniger Kundigen überprüfbar und behandelt Halter aller Rassen und Mischlinge gleich. Nachteilig ist bei diesem Ansatz, dass auch alle Halter potentiell eher kaum in Frage kommender Hunde in diese Kategorie fallen, wodurch letztlich fast alle Hundehalter betroffen sind, was die Durchführung wiederum sehr aufwendig und langwierig gestaltet und in Frage stellt.

Definition nach Gebrauchs- und Rassekategorien

Hier müssen all jene Kategorien von Hunden zugrunde gelegt werden, die grundsätzlich vor dem Zugriff unkundiger und/oder verantwortungsloser Personen zu schützen sind, da

- vor allem diese in den Händen von Anfängern oder von verantwortungslosen Personen problematisch werden können

- vor allem diese auf Grund ihrer physischen und/oder charakterlichen Voraussetzungen besonders von Missbrauch (siehe Definition) bedroht sind.

Diese Version stellt die geeignetste und angemessenste Variante dar. Wir schlagen daher vor, in Zukunft für das Halten und Führen der wie folgt festgelegten Hunde einen theoretischen Sachkundenachweis des Halters vorauszusetzen.

a) alle ursprünglichen Kampfhundrassen

b) alle für den Schutzdienst geeigneten Rassen

c) alle Molosser (FCI Sektion 2.1) mit Ausnahme der Englischen Bulldogge

d) alle Berghunde (FCI Sektion 2.2)

e) alle Mischlinge der vorgenannten Kategorien und mit dem Wolf sowie alle daraus in Zukunft hervorgehenden Rassen.

Dieser Ansatz ist die einzige Lösung, die präventiv missbräuchlicher oder fahrlässiger Hundehaltung und damit schweren Bissvorfällen vorbeugt. Wir sehen in dieser Lösung eine sinnvolle und vernünftige Maßnahme, die die derzeitig ausufernde Situation langfristig und nachhaltig reguliert.

Vorteile eines Sachkundenachweises („Hundeführerschein") Hiermit ist eine der bestmöglichen Präventivmaßnahmen gegeben. Jede Person, die beabsichtigt, sich einen Hund der genannten Kategorien zuzulegen, wird verpflichtet, im Vorfeld der Anschaffung einen theoretischen Sachkundenachweis zu erbringen.

Gleichzeitig dürfte diese Vorgehensweise eine entscheidende abschreckende Wirkung auf solche Personenkreise haben, die sich leichtfertig Hunde bestimmter Rassen bzw. Kategorien zulegen bzw. beabsichtigen, Hunde wie oben beschrieben zu missbrauchen.

Vorteile für die Gesellschaft Ängste und Unsicherheit vor potentieller Aggressivität von Hunden können abgebaut werden. Jeder kann künftig davon ausgehen, dass Hunde der festgelegten Kategorien ausschließlich von sachkundigen und verantwortungsbewussten Haltern gehalten und geführt werden. Die einmal erworbene Sachkunde geht nicht verloren, Hunde dagegen sind auswechselbar.

Vorteile für die Halter

Die seriösen Halter dieser Hunde sind nicht länger teilweise diskriminierenden Maßnahmen oder Anfeindungen ausgesetzt.

Das Image von Hundehaltem wird langfristig verbessert. Verantwortungsvolle Hundehalter distanzieren sich auf diesem Weg eindeutig von Personen, die Hunde missbrauchen, artwidrig halten oder quälen.

Vorteile für die Hunde

Das einzelne Tier wird künftig vor missbräuchlicher, falscher bzw. artwidriger Haltung geschützt und gelangt ausschließlich in die Hände verantwortungsbewusster und sachkundiger Halter.

Außerdem entfällt zumindest für die genannten Hunde die Gefahr der unüberlegten Anschaffung und der daraus möglicherweise, erwachsenden Konsequenzen.

Vorteile für den Tierschutz

Es gelangen weniger Hunde in artwidrige/quälerische Haltung.

Es werden mittel- und langfristig weniger Tiere unüberlegt angeschafft und anschließend in die Tierheime abgegeben bzw. ausgesetzt. Die Vermittelbarkeit dieser Tiere wird sich kurzfristig durch die gegebene Rechtssicherheit und mittelfristig durch die eintretende Imageverbesserung viel leichter gestalten. Deshalb stellt ein Sachkundenachweis auch einen entscheidenden Beitrag zum Tierschutz dar.

Vorteile für seriöse Züchter

Das Image der aufgeführten Hunde wird nicht geschädigt, sondern im Gegenteil verbessert. Die Hunde können auch weiterhin gezüchtet und käuflich erworben werden.

II. Durchführung des theoretischen Sachkundenachweises („Hundeführerschein")

Es sollten ­ wie im Antragstext vorgeschlagen ­ konkrete, nachprüfbare Kriterien für den Sachkundenachweis festgelegt werden.

III. Weitere Festlegungen und Übergangsregeln Kosten

Die durch die Erbringung des Sachkundenachweises für den potentiellen Hundehalter entstehenden Kosten sollten so gering wie möglich gehalten werden. Durch standardisierte Prüfungsbögen im Multipie-Choice-Verfahren ist es darüber hinaus nicht notwendig, dass besondere „Hundefachleute", Polizeibeamte oder Amtstierärzte an der Durchführung der Prüfung beteiligt sind. Zuständig für die Durchführung der Prüfung sollten die Bezirksämter sein. Die Kosten der Prüfung sollen durch Prüfungsgebühren gedeckt werden.

Bestandsschutz

Es gilt, die aktuell bestehende Population der aufgeführten Hunde zu schützen, um u. a. das Elend in den Tierheimen nicht zu vergrößern. Daher sollte auf eine generelle, nachträgliche Einführung des Sachkundenachweises verzichtet werden.

Allerdings sollten alle Halter, die mit ihren Hunden auffällig werden, auch jetzt schon nachträglich zu einer Sachkundeprüfung verpflichtet werden.

Um die Situation dennoch sofort zu „entschärfen", ist zu prüfen, ob für Hunde der vorgenannten Kategorien eine MELDEPFLICHT und CHIPPFLICHT eingeführt werden sollte. Dies hat den Vorteil, dass Hunde im Zweifelsfalle nicht mehr durch identisch aussehende Tiere austauschbar sind. Der Werdegang und Weg von Hunden ist leichter nachvollziehbar. Die Möglichkeit der Zuordnung zum Verantwortung tragenden Halter ist gewährleistet.

Überlegenswert wäre auch die Schaffung eines Anreizes (z. B. eine ermäßigte Hundesteuer) für solche Hundehalter, die den Sachkundenachweis ab sofort nachträglich auf freiwilliger Basis ablegen.

Fazit und Schlussbemerkung Sachkundige und verantwortungsbewusste Halter sind der beste Schutz vor Bissvorfällen, fahrlässiger Hundehaltung, Hundemissbrauch und Tierquälerei.

Der theoretische Sachkundenachweis berechtigt den Menschen dauerhaft zum Führen und Halten eines Hundes der genannten Kategorien. Er stellt für Menschen, die beabsichtigen, sich einen solchen Hund zuzulegen, keine unzumutbare Hürde dar.

Die Gesamtproblematik wird hiermit sowohl unter den Gesichtspunkten

- der öffentlichen Sicherheit

- dem Abbau von Ängsten und Unsicherheiten

- dem Aspekt der Sozialverträglichkeit und

- des Tierschutzes langfristig, vernünftig und dauerhaft gelöst.

Ergänzend müssen darüber hinaus Regelungen im Bereich der Zucht, wie ein Heimtierzuchtgesetz und dem Handel, wie strikte Importbestimmungen entwickelt werden.

Anmerkungen zu einer Wesensüberprüfung des Hundes im Gegensatz zum Sachkundenachweis des Halters

Eine Wesensüberprüfung aller Hunde ab einem bestimmten Gewicht oder einer bestimmten Größe ist nicht nur rein verwaltungstechnisch nur äußerst langfristig zu bewältigen und zu kontrollieren (Anmerkung: Ein Grenzwert von 17 kg Körpergewicht und 40 cm Schulterhöhe umfasst rund 2 Drittel aller Hunderassen (und demnach auch der Mischlinge daraus). Dies wären in Berlin rund 140 000 Hunde (wahrscheinlich mehr, da nicht alle Rassen gleich häufig gehalten werden und die in Deutschland beliebtesten Hunderassen ­ somit auch Mischlinge

­ eher Großhunde sind.), bzw. deren Halter), sondern stellt außerdem keine abschließende Lösung der vorhandenen Probleme dar. Da bereits heute nicht einmal die Hälfte der Hundepopulation versteuert ist, lässt dies kaum erwarten, dass in Zukunft alle Hundehalter mit ihren Tieren zu einem kostenpflichtigen Wesenstest antreten werden. Und schon gar nicht antreten werden diejenigen Hundehalter, deren eigenes „Wesen" im Grunde problematischer ist, als das ihrer Tiere.

Bei der Wesensüberprüfung des Hundes kann es letztlich keine definitive Sicherheit geben, ob wirklich der eigene Hund vorgeführt wird oder nicht der freundliche, sanfte Hund eines Bekannten mit nahezu identischem Aussehen.

Die einmalige oder auch in Abständen von mehreren Jahren vorgenommene Wesensüberprüfung von Hunden stellt keine Garantie für später auftretende Wesens- und Verhaltensänderungen dar.

Hunde wechseln mitunter mehrfach den Besitzer. Die Hundepopulation ist keine feststehende Größe, sondern eine stark fluktuierende Menge. Hunde verlassen mit ihren Haltern die Stadt oder neue Hundehalter kommen mit ihren Tieren von außerhalb hinzu. Darüber hinaus besteht keine Kontrolle darüber, welche Hündin wann Welpen bekommen hat und an wen sie abgegeben wurden.

Durch teilweise mehrfachen Besitzerwechsel ändern sich gegebenenfalls auch die Haltungsbedingungen und der jeweilige Umgang mit dem Hund. Gerade hierdurch wird jedoch das Verhalten eines Hundes beeinflusst.

Die Wesensüberprüfung von Hunden bietet außerdem keine Prävention gegen Hundemissbrauch bzw. artwidrige, verantwortungslose Hundehaltung.