Einfamilienhaus

Vorlage ­ zur Kenntnisnahme ­ über die „Bevölkerungsprognose für Berlin 1998 ­ 2015"

Der Senat legt die als Anlage beigefügte Vorlage über die Bevölkerungsprognose dem Abgeordnetenhaus zur Besprechung vor: Vorbemerkungen:

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt die Bevölkerungsprognose für Berlin und für die Bezirke mit dem Zeithorizont 2015 aktualisiert. Die Ergebnisdaten sollen im Rahmen der Stadtentwicklung als Grundlage dienen.

Mit Senatsbeschluss vom 1. Februar 2000 wurde festgelegt, dass auf Grund der anhaltend hohen Unsicherheit bei der Vorausschätzung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen die grundlegenden Annahmen für die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt regelmäßig zu überprüfen sind und die Prognose alle fünf Jahre fortzuschreiben ist.

Gegenüber den Wachstumserwartungen, über die Anfang der 90er-Jahre ein breiter Konsens bestand, ist die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre deutlich zurückgeblieben. Nach der vorliegenden Prognose ist auch künftig nicht mit größeren Einwohnerzuwächsen zu rechnen. Die qualitativen und räumlichen Umstrukturierungsprozesse in Bevölkerungsaufbau und -verteilung werden sich weiter fortsetzen und zu Auswirkungen auf die Inanspruchnahme von Flächen und Infrastruktur in der Gesamtstadt und in den Bezirken führen. Die wichtigsten Tendenzen für die Gesamtstadt im Zeitraum 1998 bis 2010 lauten:

- leichte Zunahme bei den Kindern unter 6 Jahren, insbesondere im Ostteil der Stadt

- starker Rückgang bei den Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis unter 18 Jahren

- starke Zunahme der älteren Mitbürger im Alter von 65 und mehr Jahren

- weiterer Anstieg des Ausländeranteils, auch in den Innenbezirken des Ostteils

- weitere Verlagerung der Bevölkerung von der Innenstadt in die Außenbezirke

- Fortsetzung der Abwanderungen in das Umland auf sich verringerndem Niveau.

Die Trends der vorgelegten Bevölkerungsprognose verweisen auf vorrangige planerische Handlungsfelder. Auf die aufgezeigten Entwicklungen muss gegensteuernd oder vorsorglich eingegangen werden. Das betrifft insbesondere

- die teilweise dramatischen Änderungen im Altersaufbau, insbesondere bei den Gruppen der Schulkinder und Jugendlichen und der über 65jährigen Bürger

- die anhaltenden Umschichtungsprozesse innerhalb der Stadt mit der Folge der Herausbildung verschärfter sozialräumlicher Profile in städtischen Teilräumen

- die zunehmende Ausbildung einer Metropolregion, verbunden mit Wanderungsverlusten Berlins und steigendem Verkehrsaufkommen durch Berufspendler.

Für die planenden Haupt- und Bezirksverwaltungen bildet die Bevölkerungsprognose eine grundlegende Arbeitshilfe, um zukunftssichere Investitions- und Maßnahmeentscheidungen zu treffen. Zugleich belegen die aufgezeigten Trends die Notwendigkeit, die bereits begonnenen Programme zur sozialen und nachhaltigen Stadtentwicklung fortzusetzen. Die Ergebnisse der Bevölkerungsprognose werfen nicht nur Probleme auf, sondern bieten auch Chancen im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Die aufwändige Stadterweiterung kann mittelfristig zugunsten einer qualitativen Innenentwicklung zurückgestellt werden.

In der Standortkonkurrenz mit dem Umland gilt es, die Vorteile des Wohnens und Arbeitens in der Stadt ins Bewusstsein zu rücken. Ziele sind dabei gleichermaßen das Wiedergewinnen urbaner Qualitäten (Bestandsergänzung, Nutzungsmischung, individuelle Bauformen) in der Innenstadt wie die Entwicklung und Realisierung städtischer Formen des gartenbezogenen Wohnens als Alternative zum flächenverbrauchenden freistehenden Einfamilienhaus.