Bevölkerungszahl

Der allgemeine Trend der Entwicklung der Bevölkerung bis zum Jahre 2015 zeigt sich in den einzelnen Berliner Bezirken unterschiedlich; die Entwicklung wird in den Bezirken sehr differenziert verlaufen.

Große Teile der Stadt befinden sich in einem anhaltenden Prozess der Umstrukturierung. Stichworte sind z. B. für innerstädtische Bezirke „Yuppisierung", soziales Absinken oder starke Zunahme der Ausländeranteile; für durch Großplattensiedlungen geprägte Bezirke selektive Abwanderungen und Leerstände.

Eine Bevölkerungsprognose kann solche dynamischen Veränderungsprozesse nur mit statistisch erfassbaren Messgrößen abbilden. Mögliche Auswirkungen politisch/planerischen Handelns zur Beeinflussung der Bewohnerstruktur (Quartiersmanagement, Milieuschutzsatzungen) gibt die Prognose nicht wider.

In sechs Bezirken steigt die Bevölkerungszahl an, in weiteren sechs sinkt sie um mehr als fünf Prozent und in den übrigen elf Bezirken um weniger als fünf Prozent.

Innen- und Außenbezirke Betrug der Anteil der in den Innenbezirken (Mitte, Tiergarten, Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Lichtenberg) lebenden Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung Berlins 1998 noch 39,3 %, so verringert er sich bis 2010 auf 38,0 %. Die Differenz in der Bevölkerungszahl zugunsten der Außenbezirke (Bezirke, die an der Stadtgrenze liegen) erhöht sich von 726 Tsd. 1998 auf 803 Tsd. Personen.

Generell lässt sich für alle Innenbezirke ein prognostizierter Bevölkerungsrückgang konstatieren. Der größte Rückgang wird für die vier östlichen Innenbezirke erwartet: Mitte und Friedrichshain (je -7,5 %), Lichtenberg (-6,8 %) und Prenzlauer Berg (-6,6 %).

Die Entwicklung in den Außenbezirken wird differenziert verlaufen. Hier sind sowohl Bevölkerungszuwächse als auch -rückgänge prognostiziert. Auch hier weisen die Bezirke im östlichen Teil der Stadt die höchsten Veränderungsraten auf.

Der größte Zuwachs bis 2010 wird für den Bezirk Pankow mit +15,8 % erwartet, während in Marzahn 14,4 % weniger Menschen wohnen werden.

- Die Zunahme der Kinder im Alter von 0 bis unter 6 Jahren konzentriert sich, bedingt durch das Ansteigen der zu Beginn der 90er-Jahre extrem gesunkenen Geburtenraten, auf die östliche Stadthälfte.

- Die Zahl der älteren Einwohner (65 Jahre und älter) nimmt in den Großplattensiedlungen Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen im Vergleich zu 1998 am stärksten zu. In Hellersdorf und Hohenschönhausen werden dann doppelt soviel ältere Mitbürger wohnen wie heute, in Marzahn steigt diese Zahl um 75 %. Ausländer

Die Zahl der Ausländer wird in allen Bezirken steigen. Die höchsten Zuwachsraten werden dabei die Bezirke Hohenschönhausen (+46 %), Köpenick (+39 %), Hellersdorf (+38 %) sowie Marzahn (+37 %) aufweisen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass hier das Ausgangsniveau ausgesprochen niedrig ist.

Betrachtet man dagegen die Zuwächse in absoluten Zahlen, relativieren sich die Zuwachsraten beträchtlich. Die Zahl der Ausländer in den vier genannten Bezirken zusammen wird um rund 7,3 Tsd. ansteigen, das ist ­ absolut gesehen ­ weniger als beispielsweise in Spandau.