Bahn

Antrag über „Kennst Du das Land... "? Vier autofreie Sonntage auch in Berlin

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, dem Beispiel Roms, Neapels, Mailands und 142 anderer italienischer Städte folgend, vier autofreie Sonntage in Berlin durchzuführen. An den ausgewählten Tagen sollen weite Teile der Innenstadt (mindestens innerhalb des kleinen Hundekopfs) nur für Fußgänger/Fußgängerinnen, Radfahrer/ Radfahrerinnen sowie Bus und Bahnen passierbar sein und die Straßen für Aktivitäten und Festivitäten aller Art freigegeben werden.

Die vier autofreien Sonntage sollen, beginnend mit dem „Tag der Umwelt", an den vier Sommermonaten stattfinden, wobei die kostenlose Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Begründung:

Das Land, „wo die Zitronen blühn", erlebt gegenwärtig an jedem ersten Sonntag im Monat einen frühlingshaften Aufbruch des Stadtlebens. Der Initiative des italienischen Umweltministers für vier autofreie Sonntage hatten sich am 6. Februar über 6o, am 5. März bereits 145 italienische Städte angeschlossen. Große Stadtgebiete, darunter die gesamten Innenstädte, waren an diesen Tagen für den Autoverkehr gesperrt, dafür um so dichter von feiernden und flanierenden Menschen bevölkert. So haben sich am autofreien Märzsonntag in allen Städten 18 Millionen Menschen beteiligt; in Rom spazierten 500 000, in Mailand 800 000 Menschen auf den deutlich lärmärmeren Straßen und an der nun freier zu atmenden Stadtluft.

Die rasanten Erfolge einer Bewegung, die durch autofreie Tage die städtische Lebensqualität und die Attraktivität der Städte steigert, sollten uns auch im weniger lebensfrohen Europa nördlich der Alpen nachdenklich machen. Berlin bemüht sich seit Jahren mit wechselndem Erfolg, das Stadtleben für seine Bewohner- und Besucher/-innen anziehender zu gestalten. Autofreie Sonntage in den Sommermonaten sind dazu eine hervorragende Strategie. Sie können für Hunderttausende zum Anlass werden, ihre Stadt ruhiger zu erleben, freier atmen zu können, die Straßen zum Feiern und zum Tanzen, zum Inline-Skating, für Theater und zum Flanieren ­ oder was sonst das Herz begehrt ­ zu nutzen und damit neue Seiten und Schönheiten des urbanen Lebens kennen zu lernen.

Die öffentlichen Verkehrsbetriebe können mit einer durchschlagenden Werbeaktion ihren Beitrag zum autofreien Sonntag leisten, indem sie die Fahrten an diesem Tag kostenfrei anbieten.