Tageseinrichtungen

Betrachtung der Jugendhilfelandschaft und ihrer Kapazitäten und darum, diese Erkenntnisse mit dem jeweiligen Bedarf, wie er oben beschrieben wird, abzustimmen und in entsprechende Maßnahmeplanungen münden zu lassen.

Gleichzeitig sind zum Erreichen vorgenommener (oder vorgegebener) Ziele (wie Priorität der Prävention oder der weniger eingreifenden Hilfe, Umschichtungsnotwendigkeiten auf Grund knapper finanzieller Ressourcen) sowie zur Realisierung fachlich angemessener Angebote Standards zu entwickeln und festzulegen (z. B. hinsichtlich des zeitlichen Umfangs, der inhaltlichen Konzeption, der pädagogischen Mittel, der Ausstattung mit Personal, ggf. mit Räumen oder Flächen; Regionalisierung oder Zentralisierung usw.). Der Rekurs auf anerkannte bisherige Richtwerte und deren kritische Betrachtung ist unter Einbeziehung zwischenzeitlich gewonnener Erkenntnisse und Erfahrungen dabei sinnvoll und notwendig. Aber die Ermittlung des Bedarfs kann nicht durch allein fachlich für richtig gehaltene Standards oder Richtwerte ersetzt werden. Eine Balance zwischen starren (leichter handhabbaren) Richtwerten einerseits und Ergebnissen aus der Ermittlung des Bedarfs sowie der Evaluation der vorhandenen Angebote andererseits ist nötig" (a. a. O., S. 5 f.). Hieraus wird deutlich, dass „Bedarf" ein multidimensionales Konstrukt ist. Die Methoden der Bedarfsermittlung müssen im Zusammenhang betrachtet werden mit der jeweiligen Ebene, auf der Bedarf definiert wird. Verschiedene Bedarfsdefinitionen bedingen verschiedene Ermittlungsmethoden, die zu heterogenen, meist nicht kompatiblen Ergebnissen führen.

Die Bedarfsdiskussion wird zudem von unterschiedlichen Auffassungen über taugliche Bedarfsindikatoren bestimmt. Auch hierüber muss ein Abstimmungsprozess geführt werden.

Aufgabe im Rahmen der Jugendhilfeplanung ist vor diesem Hintergrund die umfassende Analyse und Klärung der verschiedenen Bedarfsebenen und Implikationen, das Zusammenführen der Ergebnisse von Untersuchungen, deren Vergleichbarkeit zuvor ermittelt wurde, sowie die Organisation und Begleitung des oben beschriebenen komplexen Aushandlungsprozesses.

Dieser Aushandlungsprozess findet in Berlin sowohl auf bezirklicher als auch auf gesamtstädtischer Ebene statt. Dabei ist der bezirkliche Aushandlungsprozess, der zu Entscheidungen über zu planende Vorhaben vor Ort führen muss, in seiner Eigenständigkeit gegenüber bzw. Abhängigkeit von gesamtstädtischen Planungserfordernissen zu definieren. Für die gesamtstädtische Bedarfsermittlung sind die Fragen zu beantworten, wie sich der Handlungsbedarf für ganz Berlin bestimmt, wie die Ermittlung überörtlicher Bedarfe erfolgt und wie diese zu den Bedarfsfeststellungsergebnissen in den Bezirken in Beziehung gesetzt werden.

Sozialindikatoren und Indexbildung als Methode zur Strukturanalyse

Die Verwendung von Sozialindikatoren in der Jugendhilfeplanung ist eine bereits in den Kommentaren zum SGB VIII empfohlene Methode, um Sachverhalte sozialer Ungleichheit, die sich auf junge Menschen und ihre Familien auswirken, festzustellen.

Wird z. B. Bedarf mit Nachfrage gleichgesetzt, so würde dies bedeuten, dass der Bedarf aus der Inanspruchnahme ablesbar wäre. Bedarf festzumachen an der Erfüllung von Richtwerten oder abzuleiten aus sozialstrukturellen Daten, würde wiederum zu anderen Aussagen führen.

Dies gilt sowohl auf bezirklicher als auch auf gesamtstädtischer Ebene vor allem für Sachverhalte, die sich der direkten Messung entziehen (z. B. Verteilung von sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligungen in der Bevölkerung, Umfang der örtlichen Bevölkerung und gegebenenfalls Entmischung der Wohnbevölkerung in Gruppen mit spezifischen Sozialanlagen.)

So können Prioritäten beim Ausbau der sozialen Infrastruktur festgelegt werden. Die gesellschaftliche Entwicklung führt zu einer hohen Differenzierung von Lebenslagen, die immer neue Detailrisiken hervorbringen. Dies erschwert die langfristige Festlegung von bestimmten Dimensionen und Merkmalen für die Indikatorenbildung.

In der sozialpolitischen Diskussion ist ebenfalls ungeklärt, ob ein Indikator als „Hilfsmaß" das soziale Problem valide beschreiben kann oder nur als Artefakt für die administrative Behandlung und Registrierung fungiert. Auf fast allen Gebieten der Sozialstrukturanalyse sind diese äußeren Kennzeichen latenter Sachverhalte problematisch geworden; dies gilt besonders dann, wenn mehrere Sozialindikatoren über multivariate Korrelationszusammenhänge zur Bildung von Indices herangezogen werden sollen.

Die Defizite solcher pauschalisierten Vergleichsmaße verlaufen in zwei Richtungen. Entweder werden die sehr differenzierten faktoren- oder clusteranalytischen Modelle auf Grund der mangelhaften Datenlage nicht anwendbar oder sie sind als Entscheidungshilfen für die Ressourcenverteilung zu kompliziert.

Andererseits erscheint die Bildung von Indikatoren und Indices über die Messung von eindimensionalen Tatbeständen unreflektiert und gibt die realen Lebensumstände in den betreffenden Gebieten nur ungenügend wieder.

Aus diesen Gründen verbietet sich für die Jugendhilfeplanung eine eigene Indexbildung. Sie kann allenfalls bei einer gesamtstädtischen Indexbildung bei der ressortübergreifenden kommunalen Sozialplanung mitwirken. In diesem Rahmen sind für die Konzeption und Weiterentwicklung des Sozialstrukturatlas mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Vereinbarungen zustande gekommen, durch die bei der zukünftigen Indexbildung auch kinder-, jugend- und familienspezifische Daten Eingang finden. Unabhängig davon werden weitere Indikatoren für Jugendhilfeplanungszwecke für bedeutsam gehalten (z. B. soziodemographische Daten). Diese gehen in die Diskussion für eine gesamtstädtische Indexbildung mit ein.

Planungsräume

Die für Jugendhilfeplanung zentralen Aspekte der Lebensweltorientierung und Beteiligung fordern eine planungs-/sozialraumbezogene Sichtweise.

Zum einen lassen sich die partizipativen Aspekte von Jugendhilfeplanung am ehesten über kleinräumliche Beschreibungen der Lebenslagen und Bedürfnisse von jungen Menschen aufgreifen und umsetzen. So kann neben die demokratischen Elemente durch die Vertretungskörperschaften ein weiteres basisdemokratisches Element in der Jugendhilfe gesetzt werden. Zum anderen soll versucht werden, über räumliche Vergleiche in der Sozialberichterstattung allgemein akzeptierte Argumente und Grundlagen für die Steuerung knapper Mittel zu finden.

Außerdem erscheint es notwendig, dass die bereits existierenden räumlichen Planungsstrukturen anderer an der Entwicklung der Stadt arbeitenden Verwaltungen von der Jugendhilfe neue Impulse im Hinblick auf die kinder- und jugendgerechte Lebensraumgestaltung bekommen (Einmischung) und deren Abgren Als Indices werden hier über längere Zeiträume verbindliche Indikatorensyndrome für bestimmte Bevölkerungsklassen definiert, die als Verhältniszahlen quasi dimensionslos Werte in Zeitreihen abbilden können. Die Werte sind intervallskaliert, so das u. U. verschiedene Indices miteinander verglichen werden können. zungen mit denen der Jugendhilfe abgestimmt werden. Dieses ist eine wesentliche Voraussetzung für eine fachübergreifende und integrierte Sozialberichterstattung. Erste Schritte dazu sind eingeleitet worden.

Da die bezirklichen Jugendhilfeplanungen mit der gesamtstädtischen Planung abzustimmen sind, ist es erforderlich, die auf der Basis der verschiedenen räumlichen Planungsebenen ausgewerteten Sozialdaten untereinander vergleichbar zu machen und auch als Zeitreihe fortschreiben zu können.

Entwicklung von Arbeitsgrundlagen und Ergebnisse Vorbemerkung

Die Abstimmung der bezirklichen Jugendhilfeplanungen mit der gesamtstädtischen, aber auch die angestrebten notwendigen intra- und interkommunalen Vergleiche erfordern ein minimales gemeinsames Datengerüst, das (über die Erhebung bereichs- oder bezirksspezischer Daten hinaus) von allen Beteiligten genutzt wird.

Für die Vergleichbarkeit von Aussagen ist es erforderlich, dass die Leistungen und Angebote der einzelnen Bereiche der Jugendhilfe auf allen Ebenen der Fach- bzw. Jugendhilfeplanung einheitlich definiert werden. Nur so können eindeutige Erhebungsergebnisse und klare Abgrenzungen erzielt werden. Hier wurden in der Vergangenheit, vor allem im Zusammenhang mit den Bestandsfeststellungen und der Entwicklung von Informationssystemen in einzelnen Leistungsbereichen bereits abgestimmte Definitionen verwendet. Es gilt, diesen Prozess für alle Leistungsbereiche zu Ende zu führen.

Eine wesentliche Arbeitsgrundlage für Planungsprozesse sind Daten. Dies gilt sowohl für die Bestandsfeststellung als auch für die Analyse der Gesamtsituation ­ vor allem im Rahmen der Bedarfsermittlung. In der Fachdiskussion sind folgende Kategorien wichtig:

1. Sozialdaten (z. B. Bevölkerungszahlen, Geschlecht, Nationalität, Arbeitslosenzahlen, Zahl der Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende, Berufs- bzw. Bildungsabschlüsse). Quellen für diese Daten sind: das Statistische Landesamt sowie Ergebnisse aus dem Mikrozensus.

2. Spezifische jugendhilfeplanerische Daten

Diese Daten sind in Abhängigkeit vom Leistungsbereich unterschiedlich. Quellen können ­ insbesondere zu den

Ein Planungsraum ist ein durch bestimmte Kriterien definierter Bereich innerhalb eines größeren Bezirks, der von anderen klar abgrenzbar ist. Wünschenswert wäre für integrierte Sozialplanung, wenn die Definition und Festlegung von Planungsräumen von allen an der Sozialplanung Beteiligten übereinstimmend wäre, weil so Vergleichbarkeit auch über Politikbereichsgrenzen hinweg ermöglicht würde. Hier befinden sich Abstimmungsprozesse jedoch allenfalls am Anfang (beispielhaft sei auf die Diskrepanzen zwischen den ­ sich immer wieder verändernden ­ Schuleinzugsbereichen einerseits und der Bestimmung von Planungsräumen im Jugendhilfebereich andererseits hingewiesen). „Sozialraum" ist eine stärker von der Bevölkerung bzw. einer Bevölkerungsgruppe her bestimmter Begriff, der den Nachteil hat, dass für verschiedene Gruppen derselben Bevölkerung durchaus unterschiedliche Sozialräume bestimmbar sind (für 3-Jährige beispielsweise andere als für 16- Jährige oder Erwachsene).

Der Begriff Planungsraum hingegen ermöglicht eine Festlegung ohne jeweils zu berücksichtigende subjektive Faktoren: Er kann ein statistisches Gebiet, eine Verkehrszelle ebenso bedeuten wie ein Stadtteil oder ein Kiez.

Die idealtypische Größe eines Planungsraumes für die partizipativen Zwecke einer bürgernahen lebensraumbezogenen Jugendhilfeplanung im Wohngebiet beträgt etwa 3000­4000 Einwohner. Dies ergibt sich aus einem Verständnis von transparenter Mitbestimmung in Primärgruppen. Die Räume sollten möglichst wenig durch siedlungsgeografische Barrieren unterbrochen sein. Sie können auch subjektiv definiert werden und benötigen in bezug auf ihre Abgrenzung nur die Abstimmung mit den Nachbargebieten.

Die Größe dieser Räume, mit denen Sozialdaten, die auch als Problemindikatoren einen Aussagewert haben, dargestellt werden können, beträgt idealerweise ca. 40 000 Einwohner. Die Räume sollten dauerhaft fest umrissen sein und für eine eventuelle repräsentative Aufstockung der amtlichen Surveys des Mikrozensus und der Berichte durch die Wirtschaftsforschungsinstitute in ein geeignetes räumliches statistisches Bezugssystem passen.

Bedürfnissen, Wünschen und Interessen der jungen Menschen und der Personensorgeberechtigten ­ z. B. sein: Zahl der Anmeldungen für den Besuch von Einrichtungen oder Veranstaltungen, Ergebnisse von Befragungen (Stichproben, Expertenbefragung), Erhebungen (jugendamtsintern, extern), Ergebnisse von fachlichen Planungsverfahren (z. B. Hilfeplan bei Hilfen zur Erziehung), Daten aus Beteiligungsverfahren.

3. Nutzerdaten

Auch hier sind die Merkmale in hohem Maße abhängig von den jeweiligen Angeboten bzw. dem jeweiligen Bereich (es können Personen, Teilnehmer, ­ ggf. differenziert nach Alter, Geschlecht, Nationalität ­, Zielgruppen, Dauer von Maßnahmen erhoben werden). Quellen sind hier: u. a. die Bundesjugendhilfestatistik, Geschäftsstatistiken, ggf. Nutzeranalysen.

4. Finanzdaten Strukturierte Haushaltsdaten (z. B. JUHBIS), evtl. künftig Produktkosten.

Bestandsfeststellung

Gemäß § 80 SGB VIII ist Bestandsfeststellung eine grundlegende Aufgabe der Jugendhilfeplanung. Nur auf der Grundlage des Vorhandenen kann in Gegenüberstellung zum Benötigten analysiert werden, welche Veränderungen, Verstärkungen oder auch Bündelungen von Maßnahmen/Vorhaben erforderlich sind.

Daneben haben die Ergebnisse von Bestandsfeststellungen eine Funktion für fachübergreifende Bedarfsanalysen in der Jugendhilfe, für die Fachpersonalbedarfsplanung, als Datengrundlage für den alle vier Jahre zu erstellenden Kinder- und Jugendbericht sowie für parlamentarische Anfragen und Berichtsaufträge sowie ressortübergreifende Berichte zur Versorgung mit sozialen und kulturellen Einrichtungen und Angeboten sowie für die Prioritätensetzung bei der Investitionsplanung. Vom Grundsatz her kann die Aufgabe der Bestandsfeststellung im Sinne eigener flächendeckender Erhebungen von den Fachkräften für Jugendhilfeplanung nicht selbst durchgeführt werden, es sei denn, ein großer Fachkräfteanteil wäre für diese Aufgabe vorhanden.

Bevor das Sachgebiet Gesamtjugendhilfeplanung eingerichtet wurde, gab es fachbereichsbezogen Ansätze für Bestandsfeststellungen, die aber selten berlineinheitlich und flächendeckend, vor allem aber nicht fachbereichsübergreifend kompatibel waren. An diese Erhebungen konnte angeknüpft, nicht aber auf sie zurückgegriffen werden.

Eine Zusammenschau der in den Fachbereichen der Senatsverwaltung vorhandenen Daten im Sinne einer Bestandsfeststellung zu einem speziellen Stichtag und zu vergleichbaren Kategorien war ebenfalls nicht möglich, da die vorhandene Daten sowohl vom Umfang als auch von der Aktualität her sehr verschieden waren.

Deshalb war es erforderlich, eine erste umfängliche Bestandsfeststellung als Basis für alle Fortschreibungen durchzuführen.

Vorangegangen waren ein breiter Diskussionsprozess in entsprechenden Arbeitsgruppen, zum einen mit den bezirklichen Jugendhilfeplanern und -planerinnen, zum anderen mit den Fachbereichen der Senatsverwaltung, um den spezifischen Datenbedarf für Jugendhilfeplanungs- bzw. Fachplanungserfordernisse abzustimmen. So wurden Datenstrukturen entwickelt, durch die der unbedingt notwendige Informationsrahmen für die Gesamtjugendhilfeplanung abgesteckt wurde.

Für den gesamten Bereich der Jugendhilfe wurden in der Kooperation des Sachgebiets Gesamtjugendhilfeplanung mit den Vertreter/innen der Fachreferate der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport und den Jugendhilfeplanern/innen der Bezirke 27 verschiedene Erhebungsbögen entwickelt, mit denen die Daten für die differenzierten Einrichtungen und Dienste sowie ausgewählte Maßnahmearten der Jugendhilfe gewonnen werden können.

Dabei handelt es sich bei der Erhebung nicht um eine originäre Aufgabe der Fachkräfte für Gesamtjugendhilfeplanung. Trotzdem war sie erforderlich, um überhaupt eine erstmalige umfassende Übersicht über die in Berlin vorhandenen Einrichtungen und Dienste der Jugendhilfe zu erhalten. Die Bestandsfeststellung konnte auch als Grundlage für vergleichbare Datenerhebungen bei den Fachstellen selbst dienen.

Über alle Bereiche hinweg enthielten die Bögen gleichartige Variablen und Merkmalsausprägungen zu Anschrift und Trägerschaft der Einrichtung / des Dienstes, teilweise zu den prozentualen Anteilen der Finanzierungsarten der Einrichtung, zu den Personalmitteln nach Stellen und zum tätigen Personal nach Alter, Geschlecht, Beschäftigungsstatus und Beschäftigungsumfang sowie zur Zielgruppe nach Alter, Geschlecht und Merkmalen verschiedener Problemindikationen.

Weitere Variablen zur Kapazität (Plätze/räumliche Größe/zeitlicher Angebotsumfang), zu den inhaltlichen Angeboten und zu Schnittstellen mit weiteren Angeboten außerhalb des Leistungskataloges des SGB VIII wurden einrichtungs- und leistungsspezifisch für die einzelnen Erhebungsbögen festgelegt.

Einige Variablen, wie z. B. die Finanzierungsart wurden erst 1996 bzw. 1997 eingeführt. Bei einem Teil der Merkmale (z. B. den Platzarten) wurden die Klassifikationen in den einzelnen Jahren verändert, weil die ursprüngliche Aufteilung nicht mehr der Realität entsprach oder sich die Erhebung in dieser Form als unpraktikabel erwiesen hatte.

Die Erhebung wurde in ihren Klassifikationen und Merkmalsbildungen soweit wie möglich dem im Abstand von vier Jahren zu erstellenden Teil III der Bundesjugendhilfestatistik (Einrichtungen und tätige Personen in der Jugendhilfe) angepasst.

Neben den 4 Leistungsbereichen des SGB VIII sowie den Einrichtungen und Diensten der Drogenarbeit und Suchthilfe wurde auch das Personal des Jugendamts sowie der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport nach Leistungsbereich, Beruf, Alter, Geschlecht, Beschäftigungsstatus und Beschäftigungsumfang erhoben. Zum Zweck der Fachpersonalbedarfsplanung sind entsprechende Daten zu Qualifikation, Alter und Geschlecht sowie zu den tatsächlich Beschäftigten und dem möglichen Beschäftigungsumfang erforderlich.

Als besonders problematisch hat sich der Bereich der Fachpersonalerhebung erwiesen. Durch organisatorische Veränderungen im Zuge der Verwaltungsreform durch die Ausführungsvorschrift zur Organisation der Jugendämter (AV-OrgJÄ) und Umstrukturierungen in der Senatsverwaltung konnte allerdings keine eindeutig nach Leistungsbereichen zu diffenzierende Zeitreihe entwickelt werden.

Die Erhebung sonstiger Hilfen nach dem SGB VIII und von Leistungen auf anderer gesetzlicher Grundlage (z. B. die kindschaftsrechtlichen Verfahren einschließlich der Unterhaltssicherung, die materiellen Hilfen nach dem BSHG, die Mitwirkungen der Jugendhilfe in familienrechtlichen und jugendstrafrechtlichen Angelegenheiten und die Suchthilfe) fand, wie bereits oben beschrieben, nur teilweise statt.

Die Ergebnisse der ersten Gesamtberliner Feststellung des Bestandes an Einrichtungen und Diensten in der Jugendhilfe zum Stichtag 31. Dezember 1995 liegen seit Dezember 1996 in veröffentlichter Form vor. Der Bericht enthält Text- und Tabellendarstellungen für alle Leistungsbereiche, einschließlich einer Übersicht zum Personal der bezirklichen Jugendämter und der damaligen Senatsverwaltung für Jugend und Familie.

Nach der Evaluation der ersten Bestandsfeststellung wurden nach einem ähnlichen Verfahren die Bestandsfeststellungen zu den Stichtagen 31. Dezember 1996 und 1997 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden auszugsweise veröffentlicht.

Die einzelnen Erhebungen stellen einen Entwicklungsprozess dar, an dessen Ende ein einheitliches und vollständiges System der Darstellung von aufbereiteten Daten aus allen Leistungsbereichen stehen soll. Als Bausteinsystem können Gesamtbestandserhebungen der Vorstrukturierung fachspezifischer und kleinräumlicher Situationsanalysen dienen. So können auch Zeitreihen aufgestellt und fortgeschrieben werden.

Die Einführung einer regelmäßigen Bestandsfeststellung ist noch nicht abgeschlossen. So wurde noch kein endgültiges Procedere festgelegt, wie ohne großen Arbeitsaufwand Daten für die bezirkliche wie gesamtstädtische Ebene organistorisch zusammengeführt werden können, die sowohl fach- als auch jugendhilfeplanerische Bedürfnisse abdecken. Da zwischenzeitlich jedoch auch an Informationssystemen gearbeitet wird, deren Einrichtung und Benutzung die bisherige zeitintensive und arbeitsaufwendige Form der Bestandsfeststellung ersetzen werden (s. Ausführungen unter 2.4.3), können im Rahmen der gemeinsamen Arbeit an diesen Infosystemen die bislang noch fehlenden allgemein-verbindlichen Definitionen der Einrichtungs- und Angebotsarten festgelegt werden. Unabdingbar ist dann allerdings, dass diese Definitionen in allen Berichten einheitliche Verwendung finden.

Servicefunktionen

Im Rahmen der Gesamtjugendhilfeplanung werden für vielfältige Informations- und Berichtszwecke regelmäßige Dienstleistungen in der Datenaufbereitung übernommen. Auftraggeber und Addressaten sind die Jugendämter einschließlich ihrer Arbeitsgruppen und Ausschüsse in der Kooperation mit den freien Trägern der Jugendhilfe, der Jugendpolitik, andere kooperierender Fachverwaltungsressorts und Politikbereiche, sowie die interessierte Fachöffentlichkeit.

Dazu gehören neben der Bestandsfestellung die im folgenden dargestellten Projekte:

- Jugendhilfe-Haushalt-Berlin-Informations-System (JUHBIS)

Mit JUHBIS wurde seit 1995 ein Informationssystem entwickelt, das alle Einnahmen und Ausgaben sämtlicher Einrichtungen und Dienste des Jugendbereichs in Berlin umfasst. Dies sind die Einzelpläne 10 und 40 des Haushaltsplans von Berlin in der Aufstellung (Soll) und der tatsächlichen Verteilung (Ist) für jeweils ein Haushaltsjahr. Eine jährliche Aktualisierung findet statt.

Die Präsentation des Zahlenmaterials folgt nicht der Gliederungssystematik des Haushaltsplans, sondern ordnet die Kapitel, Titel und ggf. Unterkonten des Haushaltsplans den Leistungsbereichen des SGB VIII zu, so dass Aussagen über die spezifischen Ausgaben im Bereich der Jugendhilfe getroffen werden können, u. a. auch zum angemessenen Anteil der Ausgaben für die Jugendarbeit.

Im Mittelpunkt stehen die vier großen Leistungsbereiche der Jugendhilfe: Jugendarbeit, Förderung der Erziehung in der Familie, Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Tagespflege, Hilfe zur Erziehung. Ihnen vorangestellt ist ein allgemeiner Block für Ausgaben und Einnahmen, der sich fachübergreifend auf mehrere oder alle vier Leistungsbereiche bezieht.

JUHBIS umfasst nicht nur die Jugendhilfe, sondern in nachfolgenden Abschnitten auch andere jugendspezifische Leistungen (z. B. Unterhaltsvorschussgesetz) sonstige Aufgaben (z. B. bezirkliche Sportämter), die traditionell zumeist dem Jugendressort zugeordnet sind.

Die Zusammenstellungen der Haushaltsansätze geben Übersichten für Berlin insgesamt, den Ost- und den West-Teil der Stadt, die einzelnen Bezirke und die Hauptverwaltung. Die Zuordnung der Mittel ist nicht in allen Punkten zweifelsfrei und eindeutig möglich. Das hat zum Teil mit nicht immer nachvollziehbaren Zuordnungen von Ausgaben zu bestimmten Titeln durch die Bezirke zu tun, aber auch mit dem Problem, die Personalmittel angemessen auf die jeweiligen Bereiche zu verteilen.

Darüber hinaus wurden mit der ab dem Haushaltsjahr 1997 eingeführten neuen Kapitelstruktur (orientiert an der bisherigen Ämterstruktur der bezirklichen Abteilung Jugend) die vorgesehenen Personalkosten von den Bezirken unterschiedlich zugeordnet. Dies führte zu entsprechenden Verzerrungen.

Um eine genauere, transparentere und einfachere Ermittlung und Darstellung der für die Jugendhilfe zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zu erreichen, wird JUHBIS fortlaufend weiterentwickelt. Insbesondere durch die Neustrukturierung der Haushaltskapitel i. w.