Kinderbetreuung

Betreuung von Grundschülern in Horten nach dem KitaG,

- hortähnliche Betreuung in Schulen,

- ambulante Hilfen für „schuldistanzierte" junge Menschen,

- Förderausschüsse der Sonderpädagogik,

- das Modell „Koordinationskreis Schule, Jugendhilfe, Gesundheit".

Eine Koordinierung der Angebote von Schule und Jugendhilfe findet teilweise schon bezirks- oder stadtteilbezogen im Kontext der Fach- und Jugendhilfeplanung in den Bezirken statt. Beispielhaft sei auf den bestehenden Kooperationsvertrag in Wilmersdorf hingewiesen.

Auf der gesamtstädtischen Ebene wird auf die „Bedarfsentwicklungsplanung für das Angebot an Tageseinrichtungen für Grundschulkinder" (Drs. Nr. 13/640) hingewiesen (s. auch 2.5.2). Prävention Prävention durch Einwirken auf die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche ist implizit auf den verschiedensten Ebenen Thema. Zentral ist es für die sozialorientierte Stadtentwicklung, bei allen Ansätzen, die ganzheitlich an der Entwicklung von Perspektiven für Kinder und Jugendliche arbeiten, aber auch bei den spezifischen Angeboten wie z. B. den Mobilen Teams, oder generell den Angeboten der Jugendarbeit, der Familienförderung, -entlastung und -unterstützung durch Beratung, Bildung und Erziehungshilfen, der Kinderbetreuungsangebote usw. Die konzeptionelle Entwicklung von Präventionsansätzen nebst Festlegung von Rahmenbedingungen und Standards (s. o.) sowie die finanzielle Förderung der Arbeit freier Träger in diesen Bereichen gehören zu den fachbereichsübergreifenden Schwerpunkten der Senatsverwaltung. In diesem Zusammenhang sind auch die „Empfehlungen zur Leitbild- und Zieldefinition für die Hilfen zur Erziehung" (vgl. S. 73) zu erwähnen, die die Interdependenzen zwischen präventiv wirksamen Hilfen und Leistungen zur Unterstützung der Familienerziehung darstellen.

Hierzu gehört ebenfalls die Gewaltprävention. Deren Bedeutung wird in Gestalt der Landeskommission gegen Gewalt deutlich, die Angebote i. w. für die Bereiche Schule und Jugend unterbreitet. Daneben sind die Unterstützung der Arbeit der Kinderschutzzentren und Zufluchtswohnungen, der Unterhalt der Notdienste als Schutz vor Gewalt sowie die Prävention von Gewalterfahrungen in der Familie durch Beratung und Unterstützung der Eltern (Familienberatungsstellen, Beratung durch den Sozialpädagogischen Dienst, in Spezialberatungsstellen) zu nennen.

Im Rahmen der Präventionsansätze kommt auch der Suchtprävention große Bedeutung zu, die im Rahmen des Drogenreferats, aber auch insbesondere bei der Jugendarbeit eine herausragende Rolle spielt (z. B. die Arbeit der Mobilen Teams, die sowohl Suchtverhalten als auch [damit ggf. verbundener] Kriminalitätsentwicklung vorbeugen sollen). Zielgruppenspezifische Ansätze Ebenfalls nicht einzelnen Leistungsbereichen zuzuordnen, sondern alle Bereiche berührend sind die zielgruppenspezifischen Ansätze. Zu nennen sind hier besonders:

- Kinder und Jugendliche mit Behinderungen

Es ist dabei erklärte Fachpolitik des Hauses, die Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen bzw. der von Behinderung Bedrohten nicht explizit als Zielgruppe, sondern vielmehr in erster Linie als Kinder und Jugendliche zu betrachten. Die spezifischen, individuell jeweils erforderlichen Förderungen sollen der größtmöglichen Teilhabe am sozialen Leben dienen.

Hier gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, Angeboten und Standards, um den besonderen Bedürfnissen dieser jungen Menschen gerecht zu werden, die durch die Jugendhilfe gefördert und/oder beraten werden. Dies erfolgt im Beratungsbereich (Kinder- und Jugendambulanzen, Familienberatungsstellen, Sozialpädagogischer Dienst), im Bereich der Hilfe zur Erziehung bzw. der ambulanten Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Senatsverwaltungen, insbesondere der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Besonders in der Tagesbetreuung, aber auch bei der Kinder- und Jugenderholung wurden Konzeptionen und Betreuungsstandards entwickelt. Die Zusammenarbeit mit den Schulen, u. a. in den Förderausschüssen, ist für diesen Bereich ebenfalls gut entwickelt.

- Die Belange lesbischer und schwuler junger Menschen

Seit Verabschiedung des AG KJHG ist es ein Grundsatz der Berliner Jugendhilfe, dass diese „der Ausgrenzung und Randständigkeit entgegenzuwirken und dabei Toleranz und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ­ auch im Umgang mit Menschen gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung ­ zu fördern" hat (§ 3 AG KJHG).

Die im Februar 1999 von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport veröffentlichte erste empirische Studie zur Situation junger Lesben, Schwuler und Bisexueller in Berlin macht den Handlungsbedarf für die Unterstützung dieser jungen Menschen im Rahmen der Jugendhilfe deutlich. Der Blick der Verantwortlichen auf Landes- und Bezirksebene für die Existenz und die Problemlagen dieser jungen Menschen ist als Konsequenz aus diesen Ergebnissen dringend zu schärfen.

- Leitlinien zur geschlechterdifferenziert ausgerichteten Arbeit Ebenfalls alle Leistungsbereiche überspannend ist der Ansatz der Geschlechterdifferenzierung. Gemäß § 9 Nr. 3 des SGB VIII werden derzeit entsprechende Leitlinien entwickelt, um den spezifischen Bedürfnissen von Mädchen und jungen Frauen bzw. Jungen und jungen Männern zu entsprechen, als Anregung für die Diskussion in den Fachbereichen, die bislang noch nicht ausgeprägt unter diesem speziellen Gesichtspunkt geführt wurde, und für die Entwicklung entsprechender Ansätze.

4 Ausblick

Im vorliegenden ersten Bericht zum Stand der Entwicklung der Gesamtjugendhilfeplanung wurden die bisher erreichten inhaltlichen und strukturellen Ergebnisse beschrieben, die Voraussetzung für eine umfassende Gesamtjugendhilfeplanung sind.

Gleichzeitig sind die erreichten Ergebnisse auch Teil der künftigen Planungs- und Strukturierungsprozesse in der Jugendhilfe, um das umfassendere Ziel ­ die Zusammenschau der verschiedenen Ansätze in allen Bereichen der Jugendhilfe, die gesamtstädtische Schwerpunkt- und Prioritätensetzung und die Planung der entsprechenden Vorhaben auf der Grundlage von differenzierten Bedarfsermittlungsprozessen ­ zu erreichen.

Mittelfristige Perspektiven der Jugendhilfeplanung in Berlin

Ein zentraler Ansatz für Jugendhilfeplanung ist, mehr als bisher die Beziehungen der Leistungsbereiche der Jugendhilfe einerseits untereinander, andererseits zu Aufgaben und Möglichkeiten anderer Politikbereiche herauszuarbeiten. Die Diskussion zur Weiterentwicklung der Jugendhilfeplanung hat leistungsrechtliche Bedingungen und deren Modifizierung ebenso zu berücksichtigen wie Wandlungen in den Nachfragestrukturen.

Dabei entsprechen beide Stränge ­ die institutionelle und die lebensweltliche Dimension ­ einander nicht zwangsläufig. Sie bilden ein Spannungsfeld, in dem die einzelnen Angebotsträger flexibel agieren müssen.

Im Zusammenhang damit ergeben sich die nachfolgenden Aufgaben und Aspekte:

- Bedarfsermittlung

Die Jugendämter und die Träger der freien Jugendhilfe müssen ihre Planung sowohl an den gesetzlichen Vorgaben, den fachlichen Zielen und den Finanzierungsmöglichkeiten als auch an den von den potentiellen Nutzern der Angebote geäußerten Wünschen ausrichten. Darüber hinaus sind auch deren Selbsthilfepotentiale in die Bedarfsermittlungsdiskussion mit einzubeziehen.

Außerdem sind Verschiebungen des Bedarfs durch Veränderungen der sozialen und ökonomischen Bedingungen, der Risikoverteilungen, der Wertepräferenzen, der Familienformen und des

Aufwachsens in der Gesellschaft zu erwarten und von den Jugendämtern wahrzunehmen. Die Planung hat diese Vorgänge sorgfältig registrierend und zumindest mittelfristig vorausschauend zu beobachten.

Um das Wunsch- und Wahlrecht stärker zur Geltung zu bringen, sind neben den bisher genutzten Beteiligungsmöglichkeiten weitere sinnvolle Planungs- und Beteiligungsverfahren für junge Menschen und ihre Familien zu entwickeln und umzusetzen.

Neben der Abstimmung klarer Indikatoren für die Herstellung von Bedarfsgerechtigkeit in bezug auf die Jugendhilfeinfrastruktur im Stadtraum sind die Diskussionen über die Methoden von Bedarfsermittlung, die sowohl Vergleichbarkeit zwischen den Bezirken als auch die Ermittlung gesamtstädtischer Bedarfe ermöglichen, voranzutreiben und in Beschlüsse umzusetzen.

Gerade bei finanziellen Mangellagen ist festzulegen, welche spezifischen Gruppen man mit welchen Mitteln erreichen will und welche Gruppen in der Bevölkerung dringend bestimmte, teilweise noch zu entwickelnde Hilfeleistungen benötigen. Erst nach diesem „casefinding" können entsprechende ökonomische Prioritäten gesetzt werden. Hier ist zu überlegen, ob sich Jugendhilfeplanung zukünftig über ihre Standardvorhaben (Bestandsund Bedarfsermittlung und Planung von Angeboten) hinaus

­ selbst oder in der Kooperation mit Hochschulen ­ einer für mittelfristige Veränderungen notwendigen Analyse un- oder fehlversorgter Bevölkerungsgruppen widmen soll.

- Planung von Angeboten und Vorhaben

In der Jugendhilfe sollen allgemein fördernde, spezifisch präventive und eher interventionsbestimmte Elemente gleichrangig entwickelt werden. Hemmnisse sind hier u. a. struktureller Art:

So werden in einigen Bereichen z. B. Leistungen zusammengefasst nach Art der Einrichtung bzw. des Angebots honoriert anstatt nach der Art der spezifischen nutzerbezogenen Leistung.

Hemmnisse anderer Art ergeben sich z. B. aus Überkapazitäten durch Parallelentwicklungen und zirkuläre Hilfeverläufe.

Durch eine stärkere Ausrichtung der (Gesamt-)Jugendhilfeplanung auf die Integration der einzelnen Fachplanungen und auf fächerübergreifende Angebotsstrukturen kann eine größere Verzahnung der einzelnen Leistungsbereiche nach dem SGB VIII erreicht werden. Dies dient auch der Weiterentwicklung von Strategien der Prävention und flexibler Nutzungskonzepte über Fachbereichs- und/oder Ressortgrenzen hinweg.

Bei der Planung von Maßnahmen und Vorhaben sind auch die Veränderungen bei den Leistungs- und Angebotsstrukturen zu berücksichtigen:

Bislang wird die Nachfrage im wesentlichen durch die überkommen verteilte „Kaufkraft" der öffentlichen Träger ­ quasi als „Bedarfsentwicklung" auf der Basis der Ausgaben der Vorjahre ­ gelenkt, zunehmend werden jedoch die „Verbraucher" in ihren sich verändernden Bedarfslagen und Konsumgewohnheiten eigene „Kaufkraft" angebotsstrukturierend einsetzen können (z. B. bei Ferienpässen/Familienpässen).

Hinzu kommt, dass in wachsendem Maße die bisher ausschließlich staatlich regulierten Versorgungsstrukturen von Freizeit, Betreuung, Beratung und Therapie für junge Menschen durch eher betriebswirtschaftlich orientierte Anbieter ergänzt werden.

Insofern wird es für den Bereich der klassischen Jugendhilfe zunehmend ­ auch über Planung ­ notwendiger, die spezifischen, unersetzbaren Stärken herauszustellen. Diese bestehen zum einen darin, dass die Angebote vorrangig der gesellschaftlichen Integration dienen sollen. Zum anderen favorisieren sie über einen pädagogischen Diskurs einen pluralistischen Jugendbegriff.

Im Rahmen von Ökonomisierung und wachsender rechtlicher Regulierung gegen die „entfesselten" Marktkräfte hat Planung zunehmend die Aufgabe, Entwicklungsmöglichkeiten auch für kleinere, solitäre und wegweisende Projekte zu schaffen.

- Differenzierte Personalentwicklung

Das Anforderungsprofil an die tätigen Personen in der Jugendhilfe insgesamt differenziert sich weiter aus. Ohne angemessene Binnendifferenzierung und berufliche Spezialisierung sind die einzelnen Leistungsbereiche kaum weiterzuentwickeln. Eine Bedingung für die Diversifikation der Angebote ist die differenzierte Wahrnehmung sich verändernder und abweichender Bedarfslagen und die Spezifizierung der einzelnen Konzepte.

Eine Qualifizierung und größere Effizienz der Arbeit in der Jugendhilfe kann häufig nur durch die Kooperation mit Fachleuten anderer Hilfesysteme (z. B. Gesundheit, Arbeit, Soziales) erreicht werden. Dies erfordert einen erweiterten Planungsansatz.

Auch sind in vielen Bereichen (z. B. der Jugend- und Jugendsozialarbeit, der Tages- und Vollzeitpflege und der Arbeit mit Behinderten) Angehörige und/oder Laien als Mitträger von Selbsterfahrung und Integration in die Arbeit einzubeziehen.

Außerdem hat die angemessene Berücksichtigung von Besonderheiten (z. B. ethnische Zugehörigkeit, spezifische Handicaps, gesundheitliche Störungen, abweichende Verhaltensweisen, besondere Familienkonstellationen) eine wachsende Bedeutung.

Die daraus folgende Leistungsdifferenzierung erfordert veränderte qualifikatorische Voraussetzungen und eine ständige Weiterbildung des Jugendhilfepersonals als Aufgaben einer situationsangemessenen Personalentwicklungsplanung.

- Verfassungsrechtlich garantierte Rechte von Familien, Kindern und Jugendlichen ­ Einmischung

Ein von der Jugendhilfeplanung im aktuellen Tagesgeschäft der zu implementierenden Leistungsstrukturen von Jugendhilfe oft vernachlässigter Aspekt ist der ­ verfassungsrechtlich verankerte

­ besondere Schutz der Familie und damit auch von Kindern und Jugendlichen. Dies erfordert nicht nur in den Einrichtungen der Jugendhilfe selbst, sondern in allen anderen Bereichen (z. B. Verkehr, Wohnen und Arbeit) einen differenzierten rechtlichen Umgang mit den besonderen Bedürfnissen und Interessen dieser Zielgruppe. Dazu gehört u. a., die im Rahmen des Städtebau- und Bauplanungsrechts vorgesehenen Beteiligungsverfahren und die familienpolitischen Notwendigkeiten bei der öffentlich strukturierbaren Verteilung von Stellen auf dem Arbeitsmarkt in die jeweiligen Fachgebiete einzubringen.

Zunächst notwendige Schritte

Wie einleitend ausgeführt, sind für die Jugendhilfe in Berlin zunächst die Voraussetzungen für ein berlin-einheitliches und ein aufeinander aufbauendes Planungs- und Berichtswesen auf abgestimmter Datenbasis zu schaffen. Mittelfristig ist dann die Abstimmung auch ressortübergreifend vorzunehmen.

Vor dem Hintergrund des in diesem Bericht dargestellten aktuellen Standes der Arbeiten im Rahmen der Gesamtjugendhilfeplanung und der mittelfristig erforderlichen Änderungen und Entwicklungen sind die zunächst notwendigen Schritte und Arbeitsvorhaben im Rahmen der Gesamtjugendhilfeplanung:

- Die weitere Abstimmung gemeinsamer Datengrundlagen

Wie unter Punkt 2.4 ausgeführt, ist es zur Abstimmung der bezirklichen Jugendhilfeplanungen mit der Gesamtjugendhilfeplanung, aber auch für notwendige intra- und interkommunale Vergleiche erforderlich, dass alle Beteiligten ein gemeinsames einheitliches Datengerüst zugrunde legen.

Die dargestellten vielfältigen und komplexen Arbeiten dazu werden mit Nachdruck fortgesetzt und ­ wenn es möglich ist ­ in Form von ergebnisorientierter Projektgruppenarbeit zeitkonzentriert erledigt, wie es bei der Entwicklung und Umsetzung einer bezirkseinheitlichen Kapitel- und Titelstruktur des Haushaltsplans der Berliner Jugendämter durchgeführt wurde.

- Die weitere Abstimmung des Berichtswesens

Zur Abstimmung der bezirklichen mit der Gesamtjugendhilfeplanung, zur zwischenbezirklichen Vergleichbarkeit, zur Entwicklung der Jugendhilfeberichterstattung als Teil einer integrierten Sozialberichterstattung für Berlin insgesamt, zur Erfüllung des Anspruchs, ein Instrument der fachlichen und politischen Steuerung zu erhalten, aber letztlich auch zur Arbeitsvereinfachung für alle Beteiligen ist eine verbindliche Abstimmung des Berichtswesens erforderlich.

Noch in 1999 wird hierzu eine zweitägige Arbeitstagung durchgeführt, in der Inhalt und Methode der Berichterstattung unter Berücksichtigung der Perspektiven und Verantwortungsstrukturen der jeweiligen Auftraggeber (Abgeordnetenhaus und seine Ausschüsse, Senat, Bezirksverordnetenversammlungen, Landesjugendhilfeausschuss, Jugendhilfeausschüsse usw.), Berichtersteller und Nutzer erarbeitet werden.

- Die Entwicklung von Verfahren zur Abstimmung der bezirklichen Jugendhilfeplanungen mit der Gesamtjugendhilfeplanung

Die Abstimmung der bezirklichen Jugendhilfeplanungen mit der Gesamtjugendhilfeplanung als gesamtstädtischem Steuerungsmittel ist gesetzlich zwingend. Grundlage hierfür ist die Entwicklung eines abgestimmten Berichtswesens und gemeinsamer Datengrundlagen. Hierunter fällt auch die Verfahrensentwicklung zur Erreichung des angemessenen Anteils der Mittel für die Jugendarbeit an den Mitteln für die Jugendhilfe insgesamt (§ 79 Abs. 2 SGB VIII und § 48 Abs. 2 AG KJHG).

- Die Entwicklung neuer Förder- und Finanzierungsinstrumente

Die im vorliegenden Bericht unter Punkt 2.8 allgemein und unter Punkt 3.1 detailliert dargestellten Entwicklungen von Instrumenten der Steuerung ­ und damit auch der Förderung und Finanzierung ­ müssen vor dem Hintergrund der knappen Ressourcen und der fortschreitenden Verwaltungsreform weiter forciert vorangetrieben werden. Dabei ist es unerlässlich, auch andere und neue Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten zu entwickeln, die den Bezirken einerseits größere Verantwortung, andererseits aber auch höhere Anreize zur Umsetzung gesamtstädtisch erforderlicher Maßnahmen geben.

Abschlussbemerkungen

Ein Teil der beschriebenen Arbeitsvorhaben ist nur mittelfristig erreichbar. Unabhängig davon ist es aber erforderlich, den nächsten Bericht zum Stand der Gesamtjugendhilfeplanung vom Ansatz her als Zusammenschau bezirklicher Jugendhilfe- und gesamtstädtischer Fachplanungen mit gesamtstädtischen Schwerpunkt- und Prioritätensetzungen zu konzipieren. Wegen der Mittelfristigkeit der Gesamtjugendhilfeplanung und der notwendigen Evaluierung und Fortschreibung der Ergebnisse sollte der Bericht dem Abgeordnetenhaus innerhalb der ersten Hälfte der 14. Wahlperiode vorgelegt werden.

Die weitere fachliche Diskussion über eine Weiterentwicklung der Jugendhilfeplanung in Berlin muss die folgenden Aspekte herausarbeiten: Es bestehen Widersprüche zwischen den von der Jugendhilfe und auch der politischen Seite formulierten hohen Erwartungen an das Planungsinstrument auf der einen und der oftmals feststellbaren geringen Bereitschaft der Fachstellen an fachlich übergreifender Beteiligung auf der anderen Seite, darüber hinaus müssen die Erfordernisse für die Ausgestaltung dieses Instruments herausgearbeitet werden, welches sich einzubinden hat in ein sich entwickelndes System sozialer Planung in Berlin auf abgestimmten Grundlagen.

Im Hinblick auf die noch ausstehenden bzw. weiter zu führenden Strukturierungsaufgaben sowie die vielfältigen und komplexen Fragestellungen im Kontext zur Jugendhilfeplanung wird abschließend noch einmal auf die Notwendigkeit ausreichender materieller und personeller Ausstattung der Jugendhilfeplanung sowohl auf bezirklicher als auch auf gesamtstädtischer Ebene hingewiesen, ohne die eine fachlich fundierte, den Erfordernissen gerecht werdende Jugendhilfeplanung nicht möglich ist.