Bahn

Antrag über S-Bahnbetrieb mit Zweisystem-Fahrzeugen auf der Strecke Birkenwerder-Flughafen Schönefeld

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, sich mit der S-Bahn Berlin GmbH und der DB Regio AG darauf zu verständigen, dass die Strecke Birkenwerder ­ Flughafen Schönefeld von Zweisystem-Fahrzeugen befahren wird.

Über seine Bemühungen berichtet der Senat bis zum 1. September 2000

Begründung:

In Wartenberg endet die S-Bahn (S 75), die in Spandau beginnt, etwa 4 km vor dem Kreuzungspunkt von Außenring und Stettiner Bahn, dem Karower Kreuz. Die S-BahnVerlängerung zwischen Wartenberg über Sellheimbrücke zum Umsteigebahnhof Karower Kreuz steht seit Jahren im Flächennutzungsplan. Die dafür notwendigen 400 Millionen DM sind aber nirgends in Sicht. Weil das so ist, wird diese Lücke im Netz noch Jahre bestehen bleiben.

Mit dem Einbau von zwei Weichen könnten aber Duo-Fahrzeuge vom S-Bahn-Netz in Wartenberg auf den Berliner Außenring einschwenken, mit Oberleitung zum Karower Kreuz fahren und dort wieder mit der westlich der Fernbahngleise liegenden S-Bahn-Trasse verbunden werden. So wäre es möglich, von Birkenwerder entlang des Berliner Außenrings zum Bahnhof Flughafen Schönefeld zu fahren. Lange Umwege oder umständliches Umsteigen entfiele für viele Fahrgäste, genervt im Stau stehende Autofahrer im Nordosten von Berlin hätten eine attraktive Alternative.

Südlich des S-Bahnhofs Springpfuhl schwenkt die S-Bahn auf die Stadtbahn, weil die beiden Gleise des Außenrings zwischen den S-Bahnhöfen Springpfuhl und Altglienicke nur für Züge mit Wechselstrom-Oberleitung ausgerüstet ist. Da im Gegensatz zum westlichen der östliche Teil des Berliner Außenrings durch hoch verdichtetes Stadtgebiet verläuft, war von der DDR-Regierung ein viergleisiger Ausbau geplant. Dies ist heute weder beabsichtigt noch finanzierbar.

Zweisystem-Fahrzeuge könnten aber von Birkenwerder kommend den gesamten Außenring befahren und bis Schönefeld geführt werden ­ eine interessante und schnelle Verbindung zum Flughafen. Die geplanten Haltepunkte Biesdorfer Kreuz (S 5),

Biesdorf Süd (U 5), Wulheide (S 3), Spindlersfeld (S 10) und Grünauer Kreuz (S 6, S 8, S 9, S 45, S 46) sind allesamt Umsteigepunkte zu wichtigen U- und S-Bahnlinien. Sie könnten unter Betrieb kostengünstig gebaut werden, weil durch die Aufweitung der querenden Radialstrecken schon Vorleistungen erbracht worden sind.

Da diese Netz-Lücken auf oberirdisch verlaufenden Trassen existieren, bietet sich zunächst der Einsatz von Diesel-S-Bahnen an. Solche Fahrzeuge der Firma ADtranz, die sofort in Berlin einsetzbar und preiswerter als S-Bahnzüge sind, werden gegenwärtig schon von privaten Betreibern in Düsseldorf eingesetzt.

Die Fahrgäste können dort vom Düsseldorfer S-Bahn-Netz ohne Umsteigezwänge auch auf den nicht-elektrifizierten Streckenästen nach Kaarst und Mettmann befördert werden, eine Möglichkeit, die auch die Berliner Probleme lösen könnte.