Verbesserung der Arbeitsmarktchancen älterer arbeitsloser Menschen

Der Senat wird aufgefordert, bis zum 31. Dezember 2000 einen Bericht über die Situation älterer Arbeitsloser in Berlin mit folgenden Schwerpunkten zu geben:

1. Entwicklung der Situation älterer arbeitsloser Menschen in den letzten 5 Jahren gegliedert nach Berufsgruppen, Qualifikation, Geschlecht, Nationalität und Dauer der Arbeitslosigkeit.

2. Perspektiven älterer arbeitsloser Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt, dem zweiten Arbeitsmarkt sowie Möglichkeiten von Tätigkeiten im gemeinnützigen Sektor.

3. Initiativen der Bundesregierung, der Bundesanstalt für Arbeit und des Berliner Senats für diese Zielgruppe in den Bereichen

- Berufliche Weiterbildung

- Lohnkostenzuschüsse zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt

- ABM

- Vermittlung

- Beschäftigungsprojekte im zweiten Arbeitsmarkt

- Tätigkeiten im gemeinnützigen Sektor mit Vergütung

4. Planungen des Berliner Senats hinsichtlich der Nutzung mehrjähriger Strukturanpassungsmaßnahmen gemäß SGB III für ältere Arbeitslose (zahlenmäßige Größenordnung, Einsatzfelder, regionale Aspekte).

5. Erschließung weiterer möglicher Handlungsfelder für eine Berufstätigkeit, z. B. in der Anleitung junger Menschen in der Berufsvorbereitung und Qualifizierung.

Begründung:

Im Jahresdurchschnitt 1999 waren ca. 50 000 ältere Menschen über 55 Jahre in Berlin arbeitslos gemeldet. Für die meisten von ihnen bedeutet Arbeitslosigkeit auch das Ende der Berufstätigkeit und damit der soziale Abstieg bis zum Erreichen des Rentenalters.

Die Gesellschaft schuldet jedoch älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen würdevollen Übergang in den Ruhestand. Außerdem sind ihre Erfahrungen und Leistungen für die Unternehmen und die Gesellschaft wichtig und sollten genutzt werden.

Der vom Senat vorzulegende Bericht soll Grundlage für eine umfassende Diskussion über die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen älterer Menschen in Berlin sein, aus der konkrete Handlungsschritte entwickelt und umgesetzt werden.