Berlin: Die europäische Call-Center-Hauptstadt?

Wir fragen den Senat:

I. Wirtschaftsförderung und Arbeitsplatzentwicklung:

1. Wie bewertet der Senat die Arbeitsplatzentwicklung in Call Centern in Berlin und inwiefern gehen in diese Bewertung die strukturellen Veränderungen in anderen Bereichen (z. B. die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Auslagerung) ein?

2. Aus welchen Förderprogrammen werden Mittel für die Ansiedlung von Call Centern in Berlin bereitgestellt?

3. In welcher Höhe wurden Landesmittel aus den verschiedenen Förderbereichen für die Ansiedlung von Call Centern in den Jahren 1997, 1998 und 1999 aufgebracht?

4. Welche Förderkriterien für die Ansiedlung von Call Centern gibt es und welche Wertigkeit haben die einzelnen Kriterien?

5. Welche Rolle spielen Marktsituation und Wettbewerbskriterien bei der Vergabe von Fördermitteln?

6. Welchen Wert haben insbesondere Arbeitsplatzbindung und Arbeitsplatzausgestaltung?

7. Inwiefern sind Arbeitsplätze in Call Centern garantiert, die im Rahmen der Akquise durch die Wirtschaftsförderung Berlin GmbH zur Ansiedlung gewonnen wurden?

8. Wie ist das Verhältnis von Vollzeit-Arbeitsplätzen zu Teilzeit-Arbeitsplätzen, wie wird dabei „Vollzeit" speziell hinsichtlich der Förderkriterien definiert und wie ist das Verhältnis von unbefristeten zu befristeten Arbeitsverhältnissen?

9. Wie wird auf die Einhaltung sozialer Standards (Arbeitsschutz- und Arbeitszeitgesetz) und ergonomischer Standards (z. B. Bildschirmrichtlinien) sowie auf spezielle Schutzbestimmungen für Frauen geachtet und eingewirkt?

10. Wer kontrolliert und prüft die Einhaltung von Vergabekriterien, in welchen zeitlichen Abständen wird geprüft und werden von den Geförderten Statusberichte verlangt?

II. Arbeitsbedingungen:

1. Wie beurteilt der Senat die Arbeitsbedingungen der Beschäftigen in den in Berlin ansässigen Call Centern und inwiefern sieht er Veränderungsnotwendigkeiten z. B. hinsichtlich Ergonomie, Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz?

2. Welche Möglichkeiten hat der Senat, Einblick zu nehmen in die Unterschiede zwischen Call Centern, die als Betriebsabteilung ausgegliedert wurden und solchen, die durch die Wirtschaftsförderung Berlin GmbH angeworben wurden (wie Stream International, Mobil Direkt GmbH, der Telix GmbH u. a.)?

3. Welche Möglichkeiten zur Einflussnahme auf Arbeitsbedingungen in den Call Centem sieht der Senat auf Bundes- bzw. Landesebene, u. a. auch durch Zusammenarbeit mit den Kammern und Arbeitgeberverbänden?

4. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den beteiligten Gewerkschaften?

5. In welcher Weise wird das Landesamt für Arbeitsschutz im Vorfeld der Neugründung von Call Centern einbezogen, insbesondere bei öffentlichen geförderten Neugründungen?

III. Quallfizierung von Call-Center-Beschäftigten:

1. Wie bewertet der Senat langfristig die beruflichen Perspektiven von Call-Center-Beschäftigten in Berlin und für welche Personengruppen mit welcher betrieblichen Verweildauer werden Perspektiven gesehen?

2. Wie bewertet der Senat derzeitige und künftige Qualifikationsanforderungen an Call-Center-Beschäftigte und auf welche Weise sollen Aus- und Weiterbildung in bestehende Systeme integriert werden?

3. Welche bildungspolitischen und qualitativen Standards für die Qualifizierung von Call-Center-Beschäftigten gibt es, wie werden diese eingehalten und wer überprüft die Einhaltung?

4. In welcher Weise, in welcher Höhe, in welcher Anzahl und mit welchen beschäftigungspolitischen Zielen fördert der Senat Qualifizierungsmaßnahmen, an welche Bedingungen sind Fördermittel für Qualifizierung gebunden und wer überprüft deren Einhaltung?

5. In welcher Weise und Anzahl erfolgt die Qualifizierung von Call-Center-Beschäftigten über die Arbeitsämter, welche Qualitätsstandards formulieren die Arbeitsämter und in welcher Weise überprüfen sie deren Einhaltung durch die Weiterbildungsträger?

6. Wie hoch ist die Vermittlungsquote im Anschluss an die durch die Arbeitsämter vorgenommenen Qualifizierungsmaßnahmen?