Sozialhilfe

Diese Drucksache enthält den nach Druckschluss zur 10. Sitzung des Abgeordnetenhauses eingebrachten Antrag.

Antrag über Weiterfinanzierung der Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme „Pottporree"

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, die Folgefinanzierung des Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojektes „Pottporree" und weiterer betroffener Projekte aus dem Bereich „Hilfe zur Arbeit" (HzA) bis zum Jahr 2002 sicherzustellen und die dafür erforderlichen Regie- und Sachkosten bereitzustellen.

Begründung: „Pottporree" ist eine in Kreuzberg angesiedelte Beschäftigungsund Qualifizierungsmaßnahme für Sozialhilfeempfängerinnen, unter denen sich ein hoher Anteil von älteren Frauen und Migrantinnen befindet. Die Finanzierung erfolgt über das BSHG (Lohnkosten) sowie aus Mitteln des ESF (Qualifizierung) als auch aus Mitteln des Arbeitsmarktpolitischen Rahmenprogramms (Regie-, Miet- und Sachkosten).

Aus „Pottporree" schlugen bisher alle Gewinn:

1. Die Teilnehmerinnen, die die Chance einer Reintegration auf den Arbeitsmarkt erhalten, indem sie entweder sofort im Anschluss an die Maßnahme einen Arbeitsplatz bekommen, eine vom Arbeitsamt geförderte Umschulung in Anspruch nehmen oder zunächst einmal einen Schulabschluss nachholen.

2. Der Bezirk Kreuzberg, in dessen Senioreneinrichtungen, Kindertagesstätten, Schülerläden täglich 200 Essen geliefert werden. Nutznießerinnen sind also neben Kindern in der Regel ältere Menschen, die mit einer geringen Rente oder Sozialhilfe auskommen müssen.

3. Die Kassen des Landes Berlin, die durch „Pottporree" entlastet werden, weil die Teilnehmerinnen zu einem großen Teil keine Sozialhilfe mehr in Anspruch nehmen müssen, weil sie entweder eine Arbeit aufnehmen oder in den Leistungsbereich der Arbeitsämter fallen.

Dass diese WinWin-Situation offensichtlich von allen Beteiligten ­ außer der Arbeitsverwaltung ­ erkannt wird, beweisen die zahlreichen Schreiben, die in den letzten Wochen zur Unterstützung des Projektes eingegangen sind. „Pottporree" ist darüber hinaus ein Projekt, das seine Klientinnen auch aus überaus schwierigen Lebenssituationen gewinnt, z. B. psychisch gefährdete Frauen, Frauen mit geringen Deutschkenntnissen oder Frauen aus Zufluchtswohnungen. Dies ist nur durch ein überaus engagiertes Mitarbeiterinnenteam möglich.