Bildung

Diese Drucksache enthält den nach Druckschluss zur 10. Sitzung des Abgeordnetenhauses eingebrachten Antrag.

Antrag der Fraktion der PDS über Ehrenbürgerwürde für Nikolai Erastowitsch Bersarin

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert sicherzustellen, dass dem ersten Stadtkommandanten von Berlin, Nikolai Erastowitsch Bersarin, anlässlich seines 55. Todestages am 16. Juni 2000 postum die Ehrenbürgerwürde von Berlin verliehen wird. Berlin würdigt damit die Verdienste seines ersten Stadtkommandanten, dem es in seiner nur knapp siebenwöchigen Amtszeit gelang, aus der in Trümmern liegenden Reichshauptstadt wieder einen lebensfähigen Stadtorganismus zu machen.

Begründung: Nikolai Erastowitsch Bersarin wurde am 27. April 1945 noch während der anhaltenden Kampfhandlungen um die Reichshauptstadt zum Stadtkommandanten ernannt. Bereits mit seinem ersten Befehl setzte er sich dafür ein, das Überleben der Stadt, insbesondere das der von den Kriegshandlungen unmittelbar betroffenen Berlinerinnen und Berliner zu sichern. Die unter den gegebenen Bedingungen rasche Wiederherstellung der städtischen Infrastruktur, der Lebensmittelversorgung, der Wiederingangsetzung der Berliner Wirtschaft, des Gesundheits- und Bildungswesens aber auch der Kultur und der freien Religionsausübung sind nicht zuletzt dem Stadtkommandanten Bersarin zuzuschreiben. Am prägnantesten wird sein Wirken wohl von Ernst Lemmer (CDU, ehem. Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen) beschrieben: „Bersarin schien nichts wichtiger zu sein, als Berlin wieder lebensfähig zu machen. Er nahm seine Aufgabe so ernst und hielt sie für so selbstverständlich, als hätte er sie in seinem eigenen Land durchzuführen." Propst Heinrich Grüber beschrieb ihn als „korrekten und humanen Kommunisten."