Erweitertes Konzept des Präventionsprojekts SCHULE + SUCHT

Der Senat wird beauftragt, die Ausweitung des Wirkungsfeldes des für Schulen tätigen Präventionsprojekts SCHULE + SUCHT über die Stadtbezirke Kreuzberg und Prenzlauer Berg hinaus zu prüfen und dafür das Projekt in seinem bestehenden personellen und finanziellen Umfang zu erhalten. Auf der Grundlage der vom Projektteam vorgelegten Vorschläge für eine erweiterte Projektarbeit soll ein neues Konzept beginnend mit dem Schuljahr 2000/01 verwirklicht werden. Dem Abgeordnetenhaus ist über den Stand der Einführung eines neuen Konzepts bis zum 31. Oktober 2000 zu berichten.

Begründung:

Seit 1987 arbeitet das Projekt SCHULE + SUCHT auf dem Gebiet der Drogen- und Suchtprävention erfolgreich in Kreuzberg und seit 1994 auch in Prenzlauer Berg. Die Arbeit des Projekts geht von Beginn an weit über den Rahmen dessen hinaus, was Drogenkontaktlehrer/-innen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ermäßigungsstunden leisten können.

Das Projekt SCHULE + SUCHT wird in nationalen und europaweiten Fachkreisen gelobt und als beispielhaft hervorgehoben, besonders weil die Schulteammitglieder ständig zu einen mit den gefährdeten Kindern und Jugendlichen praktisch arbeiten und weil zum anderen mit dem Bezirksteam eine ständig präsente Unterstützung und Beratung für Lehrerinnen und Lehrer und für Eltern vorhanden ist.

In den Planungen für das Schuljahr 2000/01 (Organisationsrichtlinien für das Schuljahr 2000/01) ist das Projekt SCHULE + SUCHT nicht mehr vorgesehen, lediglich erhalten die Bezirke Kreuzberg und Prenzlauer Berg wie die anderen Bezirke auch Ermäßigungsstunden für die Drogen- und Suchtprophylaxe im Umfang einer Lehrerstelle. Die hervorragende Arbeit des Projekts wird vollkommen zerstört und die Suchtprävention in beiden Bezirken auf das niedrigstmögliche Niveau herabgesetzt, statt die Kompetenzen für die ganze Stadt zu nutzen. Die Suchtprävention wird etwa auf den Stand von 1978 zurückgefahren, wo jeder Bezirk lediglich Stunden im Gegenwert einer Lehrerstelle zur Verfügung hatte. Aus der Erkenntnis, dass dieser Stand nicht ausreicht, entstand nach einer ausführlichen Diskussion und Problemanalyse Mitte der 80er Jahre der Beschluss des Abgeordnetenhauses zur Einrichtung des Projekts, das damals für alle Bezirke geplant dann leider nur im Bezirk Kreuzberg verwirklicht wurde.

Die Gefährdungen sind heute viel größer als zur Zeit der Einrichtung des Projekts. Die Zahl der Drogentoten hat wieder zugenommen. Illegale Drogen werden inzwischen auch an Schulen im ehemaligen Ostteil der Stadt konsumiert. Unsicherheiten im Umgang mit der Drogenproblematik bei Eltern und Lehrer/-innen beweisen, dass sich die Situation für die Suchtprävention an den Schulen nicht soweit gebessert hat, dass ein so gut ausgestattetes Projekt wie SCHULE + SUCHT nicht mehr nötig ist. Konkrete kompetente Hilfe für Lehrer und Schüler ist nicht durch Koordinatoren zu ersetzen.

Die Projektleitung von SCHULE + SUCHT hat einen Entwurf zur Neukonzeption vorgelegt, nach dem stufenweise die ganze Stadt versorgt werden soll. Der Inhalt des Konzepts sollte Entscheidungsgrundlage für die Weiterexistenz und Ausweitung des Projekts sein. Voraussetzung ist der Erhalt des Projekts in seinem bestehenden personellen und finanziellen Umfang.