Unzulässige Nutzungen

Neben diesen Nutzungen, die als ausnahmsweise zulässig festgesetzt werden sollen, bleiben die Ausnahmen gemäß in § 8 Abs. 3 Nr. 1 und 2 der Baunutzungsverordnung zudem Bestandteil des Bebauungsplanes. Damit sind Wohnungen für Aufsichtsund Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, die dem Gewerbebetrieb zugeordnet und ihm gegenüber in Grundfläche und Baumasse untergeordnet sind sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke ebenso ausnahmsweise zulässig. Auch für diese Anlagen gilt in Bezug auf ihre Größe und ihr Verhältnis zu den allgemein zulässigen Nutzungen das oben Genannte.

Unzulässige Nutzungen

Um den spezifischen Charakter der Gewerbegebiete zu erreichen, sollen durch textliche Festsetzungen bestimmte Nutzungen ausgeschlossen werden. Dies bezieht sich auf Lagerhäuser, Lagerplätze, Tankstellen und Anlagen für sportliche Zwecke sowie auf Vergnügungsstätten, die an sich in Gewerbegebieten allgemein bzw. ausnahmsweise zulässig wären.

Im Bebauungsplangebiet soll ein hochwertiger Gewerbestandort entwickelt werden. Lagerhäuser und Lagerplätze, Tankstellen, Anlagen für sportliche Zwecke sowie Vergnügungsstätten können auf Grund ihrer Bauweise, ihrer Großflächigkeit und der Beeinträchtigung des städtebaulichen Umfeldes dieser Zielsetzung widersprechen, sodass ihre Zulässigkeit ausgeschlossen werden muss. Zudem können diese Nutzungen zu hohen Immissionsbelastungen durch gebietsfremden Individualverkehr führen und damit den Charakter dieses Gebietes negativ prägen.

Anlagen für sportliche Zwecke und Vergnügungsstätten werden zudem in anderen Gebieten des Entwicklungsbereiches zulässig sein, ihr Ausschluss im Geltungsbereich des Bebauungsplanes erfolgt gemäß der allgemeinen Zielsetzung einer städtebaulichen Zuordnung verträglicher Nutzungen im Entwicklungsbereich.

Nutzungsmaß

Das städtebauliche Konzept, das dem Entwurf des Bebauungsplanes XV-51 vor Aufteilung in mehrere Geltungsbereiche zugrunde lag, sah für das 2. Anpassungsgebiet eine bauliche Dichte vor, die einer Bebauung mit vorstädtischem Charakter entspricht. Dabei wurde eine Zone höherer baulicher Dichte an der Rudower Chaussee und eine Zone mittlerer Dichte zwischen Rudower Chaussee und Teltowkanal unterschieden. Die geplante Bauhöhe orientierte sich an der in Berlin üblichen vorstädtischen Bauhöhe von ca. 18,0 m über Gelände.

Dieses städtebauliche Konzept kann für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes unter Berücksichtigung des Bestandes, dessen Erhalt beabsichtigt bzw. gesichert ist, sowie der geplanten Neubauten, deren städtebauliche Konzeption konkretisiert ist, übernommen werden.

Das Maß der baulichen Nutzung soll für die Gewerbegebiete differenziert bestimmt werden, um die städtebauliche Entwicklung und Ordnung ausreichend zu steuern und um gleichzeitig für die noch anstehenden Grundstücksteilungen in diesen Gebieten eine größtmögliche Flexibilität zu gewähren. Eine Ausnahme dazu bildet das Gewerbegebiet GE 3, in dem der erste Bauabschnitt das UTZ errichtet wurde. Für dieses Vorhaben konnten die Festsetzungen des Bebauungsplanes durch einen Realisierungswettbewerb, so weit präzisiert werden, dass im GE 3 das Maß der Nutzung durch eine erweiterte Baukörperausweisung mit einer GFZ von 2,2 festgesetzt wird. Als Baukörperausweisung ist die gesamte Fläche innerhalb der Baugrenzen überbaubar und damit bereits zeichnerisch ausreichend bestimmt. Die GRZ ist im Bebauungsplan deshalb numerativ nicht angegeben, sie beträgt ca. 0,6.

In den anderen Gebieten wird das Maß der Nutzung durch so genannte „Baufensterausweisung" festgelegt werden. Städtebauliches Ziel ist es dabei, entlang der öffentlichen Straßen Raumkanten („Blockrandbebauung") auszubilden. Diese Vorgabe wird im Bebauungsplan so umgesetzt, dass die Verteilung der Baumasse in einen straßenseitigen Bereich mit vergleichsweise hohem Nutzungsmaß und einen rückwärtigen Bereich mit deutlich niedrigerem Nutzungsmaß erfolgt. Hier sollen gering versiegelte Hofbereiche entstehen. Das konkrete Nutzungsmaß orientiert sich insgesamt an der baulichen Dichte, die das städtebauliche Konzept für dieses Gebiet vorsieht, das heißt, die im Bebauungsplan differenzieren Nutzungsmaße sind zu mitteln.

Sie entsprechen einer durchschnittlichen GRZ zwischen 0,5 und 0,6 und einer GFZ zwischen 1,6 und 1,7.

Dabei sollen in den straßenseitigen Baugebieten GE 1 und GE 4 die maximal zulässigen Obergrenzen gemäß BauNVO mit einer GRZ von 0,8 und eine GFZ von 2,4 festgesetzt werden. Für die rückwärtigen Bereiche GE 2 und GE 5 soll nur noch eine Nutzungsdichte mit einer GRZ von 0,3 und einer GFZ von 1,0 für das Gewerbegebiet GE 2 bzw. von 0,7 für das Gewerbegebiet GE 5 gewährt werden.

Im Gewerbegebiet GE 6 soll das Maß der baulichen Nutzung des städtebaulichen Konzeptes von GRZ 0,5 und GFZ 1,6 ohne Differenzierung festgesetzt werden. Da das bestehende Gebäude langfristig erhalten bleiben soll, dient diese Festsetzung auch der rechtlichen Sicherung des Bestandes.

Die zulässige Bauhöhe soll für alle Baugebiete durch die Festsetzung einer Oberkante mit 18,0 m über Gelände geregelt werden, um eine einheitliche Höhenbegrenzung im Bebauungsplangebiet zu erreichen.

II.4.2 Überschreiten der zulässigen Bauhöhe durch Dachaufbauten

Durch die zukünftigen technologie- und forschungsorientierten Nutzungen im WISTA-Gebiet werden spezielle Anforderungen an den technischen Ausbau der Gebäude gestellt. Wie bereits genehmigte Vorhaben in diesem Gebiet zeigen, benötigen die technologie- und forschungsorientierten Nutzungen in einem größeren Umfang technische Anlagen, die teilweise nur auf dem Dach unterzubringen sind.

Durch eine textliche Festsetzung soll auf die technisch notwendigen Einrichtungen, die für die Funktionsfähigkeit von Gebäuden erforderlich sind, Rücksicht genommen werden.

Für Dachaufbauten ist deshalb eine Überschreitung der zulässigen Bauhöhe bis zu einer Höhe von 3,5 m über der maximal zulässigen Oberkante über Gelände zulässig, wenn diese ausschließlich der Aufnahme technischer Anlagen dienen.

Um die Dachaufbauten gestalterisch in die Dachlandschaft integrieren zu können, wird durch textliche Festsetzung geregelt, dass entlang der öffentlichen Straßen Dachaufbauten nur in einem Abstand von mindestens 2,0 m zu der äußeren Gebäudekante errichtet werden dürfen. Durch das Zurücktreten der Dachaufbauten hinter die vordere Gebäudekante soll das Erscheinungsbild der Dachkanten nicht gestört werden und eine einheitlichere Anordnung der Dachaufbauten bewirkt werden.

II.4.3 Dachformen

Im Bebauungsplangebiet sind nur Dächer bis zu einem Neigungswinkel von 15h zulässig. Diese Festsetzung soll in allen Bebauungsplänen des Entwicklungsbereiches getroffen werden, um ein homogenes Erscheinungsbild zu erreichen und zu stärken.

Der Gebäudebestand im Entwicklungsbereich, der zu großen Teilen erhalten bleibt und teilweise unter Denkmalschutz gestellt ist, zeichnet sich größtenteils durch eine einheitliche Dachlandschaft in Form von flachen Dächern aus. Durch die Festsetzung von flachen Dächern soll im Geltungsbereich des Bebauungsplanes dieser Gestaltungsgrundsatz teilräumlich umgesetzt werden.

Zudem ist diese Neigungsbegrenzung notwendig, um die extensive Dachbegrünung zu ermöglichen.

II.4.4 Zulässige Grundfläche für Nebenanlagen, Garagen, Stellplätze und bauliche Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche

Die Versiegelung der Grundstücksflächen in den Gewerbegebieten GE 3 und GE 6 soll durch textliche Festsetzung eingeschränkt werden. Generell ist gemäß BauNVO eine Überschreitungsmöglichkeit für Nebenanlagen, Stellplätze und Garagen bis zu 50 % zulässig. Um die bauliche Versiegelung auf ein Maß zu beschränken, das eine Bebauung mit hohem Grün- und Freiflächenanteil und damit eine ausreichende Grundwasserneubildung, soll abweichend von der generellen Bestimmung die Überschreitung auf 20 % verringert werden.

Für die übrigen Baugebiete werden keine differenzierten Festsetzungen für Nebenanlagen etc. erfolgen, das heißt gemäß Baunutzungsverordnung darf die Grundfläche dieser Anlagen die festgesetzte GRZ bis zu 50 % überschreiten, höchstens jedoch bis zu einer GRZ von 0,8.

In den straßenseitigen Baugebieten ist auf Grund der GRZ von 0,8 damit eine weitere Überschreitung der GRZ nicht möglich.

Zudem sind ausreichende Freiflächen für eine dezentrale Versickerung der Niederschlagswässer erforderlich. Um zusätzliche Flächen für Nebenanlagen, Stellplätze, Garagen und bauliche Anlagen zu ermöglichen, soll deshalb in den hinterliegenden Baugebieten die vorgesehene Überschreitungsmöglichkeit entsprechend der Baunutzungsverordnung nicht weiter eingeschränkt werden.

Bei einer GRZ von 0,3 bleiben noch ausreichende Freiflächen übrig, um eine dezentrale Regenversickerung zu ermöglichen.

II.4.5 Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen

Die überbaubaren Grundstücksflächen werden im Bebauungsplan durch Baugrenzen bestimmt.

Durch Zurücksetzung der Bebauung hinter die Straßenbegrenzungslinie sollen Vorgartenzonen entstehen, die in einem räumlichen Verhältnis zu den unterschiedlich dimensionierten Straßen stehen.

Für den Grundstücksbereich des künftigen Umwelttechnologiezentrums an der Volmerstraße/Ecke Albert-Einstein-Straße wurde ein Realisierungswettbewerb durchgeführt, der auf städtebaulichen Vorgaben des damaligen Bebauungsplanentwurfes beruhte. Um die Ergebnisse des Wettbewerbes umzusetzen, erfolgt eine entsprechende Einschränkung der Baufreiheit für diesen Bereich, indem der Baukörper durch erweiterte Baugrenzen festgesetzt wird. Dies ist insbesondere notwendig, da das Vorhaben in zwei Bauabschnitten realisiert werden wird.

Die Baukörperfestsetzung beinhaltet auch spezielle Regelungen für Luftgeschosse und deren Überbaubarkeit sowie für Verbindungsgänge im Untergeschoss. Durch die Luftgeschosse soll eine Gliederung und Öffnung des sehr langen Baukörpers von 200,0 m bewirkt werden. Bei der Festsetzung von Verbindungsgängen wird auf die innere Gebäudeorganisation Rücksicht genommen. Diese werden durch Nebenzeichnungen als überbaubare Flächen ausgewiesen.

Da für den zweiten Bauabschnitt des UTZ die genaue Lage der untergeschossigen Verbindungsgänge noch nicht bestimmt werden kann, soll hier ein Baufenster für das Untergeschoss festgesetzt werden. Dagegen soll für den ersten Bauabschnitt auch für das Untergeschoss sowie für die Überbaubarkeit der Luftgeschosse eine erweiterte Baukörperfestsetzung erfolgen.

In den Gewerbegebieten sollen die ökologisch höherwertigen Grünflächen so weit wie möglich gesichert werden, indem die entsprechenden Bereiche als nicht überbaubare Grundstücksflächen festgesetzt werden. Gleichzeitig kann damit der bauliche Eingriff in den Gewerbegebieten erheblich gemindert werden.

Ansonsten sind bis auf die oben beschriebenen Vorgartenzonen und die Hofbereiche im Zusammenhang der erweiterten Baukörperausweisung im Gewerbegebiet GE 3 sämtliche Flächen überbaubar, um eine größtmögliche Baufreiheit für diese Gebiete zu gewähren.

Ausschluss von Nebenanlagen, Stellplätze und Garagen Einfriedungen ab einer Höhe von 0,4 m, Stellplätze, Garagen, Tiefgaragenrampen und Müllabstellplätze sollen auf den straßenseitigen nicht überbaubaren Grundstücksflächen in einem Abstand gemessen jeweils von der Straßenbegrenzungslinie von 6,0 m zur Volmerstraße und zur Agastraße, von 5,0 m zur AlbertEinstein-Straße bzw. von 4,0 m zur Justus-von-Liebig-Straße unzulässig sein. Gleiches gilt für die nicht überbaubaren Grundstücksflächen in einem Abstand von 6,0 m zur Geltungsbereichsgrenze zwischen den Punkten G und H sowie für die nicht überbaubare Grundstücksfläche A1A2A3A4A5A6A7A8A9A10A1.

Um in diesen Bereichen Vorgärten anlegen zu können, die den vorstädtischen Charakter des Gebietes aufgreifen, sollen die aufgeführten baulichen Anlagen wegen ihrer optischen Störungsintensität ausgeschlossen werden.

Durch die Höhenbegrenzung der Einfriedungen soll sichergestellt werden, dass die Gebäude zur Straße hin nicht abgeschirmt und die Vorgartenzonen in den räumlichen Kontext des Straßenraumes einbezogen werden, gleichzeitig aber eine eindeutig wahrnehmbare Trennung des öffentlichen vom privaten Raum entstehen kann.

Auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen E1E2E3 E4E5E6E7E8E1 in den Gewerbegebieten GE 2 und GE 3, D1D2D3D4D1 im Gewerbegebiet GE 6, F1F2F3F4F5F6F7F8 F9F10F11F12F1 im Gewerbegebiet GE 5 und G1G2G3G4G5G1 im Gewerbegebiet GE 2 sollen Stellplätze, Garagen sowie Nebenanlagen im Sinne des § 14 Baunutzungsverordnung unzulässig sein. Für diese höherwertigen Grünbereiche soll durch die Nichtüberbaubarkeit der Eingriff weiter minimiert werden und der Grünbestand umfassender gesichert werden. Die vorhandenen Nebenanlagen haben dabei Bestandsschutz.

Gehwege und Zufahrten sollen zudem ausnahmsweise zulässig sein, um gegebenenfalls eine sinnvolle innere Erschließung innerhalb der betreffenden Baugebiete zu ermöglichen.

II.4.6 Bauweise Städtebauliches Ziel ist die Bildung von Raumkanten entlang der öffentlichen Straßenverkehrsflächen in Form einer Blockrandstruktur. Um gleichzeitig den Gebäudebestand, der langfristig erhalten bleiben soll, städtebaulich integrieren zu können, sind differenzierte Festsetzungen zur Bauweise erforderlich.

Außerdem sollen die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbes zum Umwelttechnologiezentrum über eine konkretisierte Bauweise geregelt werden.

Die geschlossene Bauweise für die überbaubare Grundstücksfläche des Umwelttechnologiezentrums im Gewerbegebiet GE 3 soll entlang der öffentlichen Straßenverkehrsflächen eine durchgehende Raumkante ermöglichen. Auf Grund der möglichen Gebäudelänge von über 200 m sollen zur Gliederung des Gebäudes und zur Durchwegung der Hofbereiche Luftgeschosse im Erdgeschoss festgesetzt werden.

Im Gewerbegebiet GE 1, GE 4 und GE 6 soll eine abweichende Bauweise festgesetzt werden, die analog der offenen Bauweise die Errichtung eines seitlichen Grenzabstandes erfordert, abweichend von dieser aber auch Gebäudelängen über 50,0 m zulässt.

Die Festsetzung der abweichenden Bauweise dient zum einen der städtebaulichen Einbindung des erhaltenswerten Gebäudebestandes in die Neubebauung, wobei die Baukörper für sich stehen sollen. In Nachbarschaft zum Gebäudebestand kann durch das Nebeneinander größerer Baukörper der Eindruck von geschlossenen Raumkanten erzielt werden. Die zulässige Gebäudelänge von über 50,0 m ist aus den erhaltenswerten Bestandsgebäuden abgeleitet und soll auch den angrenzenden Baufeldern planungsrechtlich ermöglicht werden. Die seitlichen Grenzabstände sind erforderlich, da ein direkter Anbau an die bestehenden Gebäude nicht realisierbar ist.

Zudem sollen sie zu einer Gliederung der Bebauung beitragen, indem geschlossene Blockrandstrukturen ausgeschlossen werden. Dadurch können städtebaulich offenere Strukturen entstehen, die auch Sichtbeziehungen zu den hinterliegenden Hofbereichen freigeben.

Für die übrigen Gewerbegebiete GE 2 und GE 5 soll die Bauweise nicht bestimmt werden, um für die hinterliegenden Baugebiete eine flexible Bebaubarkeit zu ermöglichen, die für mögliche Grundstückseinteilungen ausreichend Spielraum lässt.

II.4.7 Straßenverkehrsflächen

Durch die Festsetzung von öffentlichen Straßenverkehrsflächen wird die Erschließung der Baugebiete gesichert und die Voraussetzung zur Abgrenzung bebaubarer Grundstücksflächen geschaffen.

Die ehemaligen Privatstraßen im Planungsgebiet konnten auf Grund ihrer geringen Straßenbreiten langfristig nicht die Erschließung des Gebietes sicherstellen. Daher wurde der Umbau bestimmter Privatstraßen notwendig, die der kleinräumigen Erschließung des Bebauungsplangebietes und anschließender Gebiete dienen. Die Straßenverkehrsflächen des Plangebietes haben entsprechend ihrer zukünftigen Funktion und Bedeutung Breiten von 22,0 m und 16,0 m. Der Umbau der Straßen erfolgte mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA).

Auf Grundlage eines Baumkonzeptes, das für den öffentlichen Straßenraum des Entwicklungsbereiches die Anpflanzung bestimmter Baumarten nach Quartiersbezug festlegt, ist in der Volmerstraße die Anpflanzung von Sandbirke und in der Justusvon-Liebig-Straße von Feldahorn und von Rotdorn durchgeführt worden.

Die Straßenverbreiterungen erfolgten zu Lasten der angrenzenden Grundstücke. Der Ausbau der Erschließungsstraßen im Geltungsbereich dieses Bebauungsplanes sowie der Agastraße und der Albert-Einstein-Straße ist abgeschlossen.

Die Erschließung der Gewerbegebiete GE 4, GE 5 und GE 6 wird im Südosten über die Volmerstraße bis zur Agastraße verlängerten Richard-Willstätter-Straße erfolgen, die im Geltungsbereich des räumlich angrenzenden Bebauungsplanes XV-51d liegt. Dieser Abschnitt der Richard-Willstätter-Straße ist eine Neuplanung, das heißt es wird keine bestehende Privatstraße erweitert.

Die Einteilung der Straßenverkehrsflächen ist nicht Gegenstand der Festsetzungen des Bebauungsplanes.

II.4.8 Gehrechte

Durch textliche Festsetzung soll auf den Flächen B und C ein Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit gesichert werden, um eine Durchwegung im Bebauungsplangebiet zu ermöglichen, die an die Walther-Nernst-Straße (Bebauungsplan XV-51 b) anschließt und bis zur benachbarten öffentlichen Parkanlage (Bebauungsplan XV-51 d) führt. Damit soll der öffentliche Charakter des WISTA-Gebietes weiter gestärkt werden.

II.4.9 Lärmschutz

Die an das Bebauungsplangebiet grenzende Agastraße wird nach ihrem Ausbau zu einer Lärmbelastung der umliegenden Gebiete führen. Wegen der zukünftigen Verkehrsbedeutung dieser Straße ist von einem maßgeblichen Außenlärmpegel von 61 bis 65 dB(A) auszugehen.

Für die Gebäude entlang der Agastraße sollen Maßnahmen getroffen werden, um einen negativen Einfluss durch den Verkehrslärm zu verhindern.

Zur Regelung passiver Schallschutzmaßnahmen sollen entlang der Agastraße die Außenbauteile einschließlich der Fenster von Aufenthaltsräumen in Wohnungen ein bewertetes Luftschalldämm-Maß (Rw,res nach DIN 4109, Ausgabe November 1989) von mindestens 35 dB und in Büronutzungen von mindestens 30 dB aufweisen oder es sind andere Maßnahmen mit gleicher Wirkung zu treffen.

II.4.10 Grünfestsetzungen Niederschlagswasserversickerung

Es ist sicherzustellen, dass die anfallenden Niederschlagswässer der Dachflächen und sonstiger versiegelter Flächen innerhalb der Baugebiete versickern und damit dem Grundwasser zugeführt werden. Die Verwendung von wasser- und luftdurchlässigen Belägen sowie die Bereitstellung von Versickerungsflächen durch Festsetzung einer entsprechenden GRZ sowie die Reduzierung der Überschreitungsmöglichkeiten soll gewährleisten, dass ein möglichst hoher Anteil des Niederschlagswassers vor Ort versickern kann.

Die dezentralen Anlagen zur Regenwasserrückhaltung dienen neben ihrer Reinigungsfunktion dem Zweck der Verminderung des Abflusses in den Vorfluter sowie zur Anreicherung des Grundwassers. Durch Verdunstungskälte kann der Wärmestress abgebaut werden und so das Kleinklima verbessert werden. Diese Maßnahme hat somit positive Auswirkungen auf den Naturhaushalt.

Gemäß des Landschaftsprogramms ist für die Trinkwasserförderung Berlins die langfristige Sicherung der Grundwasserförderung von existentieller Bedeutung. Dabei ist die Vermeidung von Bodenversiegelungen, die eine wesentliche Verminderung der Grundwasserneubildung oder des Grundwasserdargebotes zu Folge haben, ein primäres Ziel.

Es ist deshalb eine möglichst große Menge an Wasser auf natürliche Art und Weise zur Versickerung zu bringen und damit der Trinkwassergewinnung zur Verfügung zu stellen. Bodenversiegelungen, die zu einer Beeinträchtigung der Grundwasserneubildung des Dargebotes führen, sind zu verhindern. Daher ist vorgesehen, dass die auf dem Grundstück anfallenden, nicht behandlungsbedürftigen Niederschlagswässer dort auch wieder versickern sollen.

Zum nachhaltigen Schutz des Grundwassers vor Verunreinigungen soll die hohe Selbstreinigungskraft von belebten und bepflanzten Böden genutzt werden. Dem bereits stark belasteten Oberflächengewässer Teltowkanal werden somit weniger verunreinigte Niederschlagswässer zugeführt. Die Versickerung der anfallenden Niederschläge führt somit zu einer stofflichen und hydraulischen Entlastung der Oberflächengewässer. Durch die Bodenpassage des versickernden Niederschlagswassers finden günstige Reinigungsprozesse statt. Daher soll die Begrünung der Versickerungsmulden und der Erhalt der Versickerungsfähigkeit festgesetzt werden. Der Verzicht auf die Versickerung würde eine dauerhafte nicht zurückführende Abnahme des für die Trinkwasserversorgung wichtigen Grundwasserdargebotes beinhalten.

Durch die Versickerung der Niederschläge auf den Grundstücken können die Entsorgungskosten gesenkt werden, da dadurch zum einen das Kanalnetz entlastet und zum anderen die Dimensionierung der notwendigen Regenwasserbehandlungsanlagen reduziert werden kann. In reinen Neubaugebieten werden keine Regenwasserkanäle gebaut, so dass eine dezentrale Regenwasserversickerung in den Baugebieten allein aus technischen Gründen notwendig wird. Da es sich um öffentliche Flächen handelt, trifft der Bebauungsplan für die Straßen keine Festsetzung. In der Regel ist eine dezentrale Regenwasserversickerung innerhalb des Straßenraumes vorgesehen. Damit wird kein Anschluss an vorhandene Regenwasserkanäle ermöglicht.

Die zulässige Überschreitung des festgesetzten Nutzungsmaßes für Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten sowie für Nebenanlagen im Sinne des § 14 der Baunutzungsverordnung soll auf 20 % beschränkt werden. Ziel ist, die bauliche Versiegelung auf ein Maß zu beschränken, das eine Bebauung mit hohem Grün- und Freiflächenanteil und damit eine ausreichende Grundwasserneubildung zulässt.

Zur kontrollierten Versickerung von Niederschlagswässern ist bei den gegebenen Niederschlagsbedingungen im Entwicklungsbereich ein Speichervolumen von 400 m3/ha angeschlossener Fläche erforderlich.

Auf Grund der vorherrschenden Bodenverhältnisse im Entwicklungsbereich (Kf 1 10-4 m/s), dem Grundwasserabstand von der Oberfläche (> 1,50 m) und der Schadstoffbelastung im ungesättigten Bodenbereich ist eine Versickerung des Regenwassers im Bebauungsplangebiet über Mulden möglich.

Bei einer fünfjährlichen Überstauhäufigkeit und einer Muldentiefe von 0,30 m werden unter den gegebenen Bodenverhältnissen in Abhängigkeit der Sohlbreite und Ausformung der Böschungen 14 bis 20 % der angeschlossenen Flächen als Versickerungsfläche benötigt.

Diese Fläche kann durch Erhöhung des Speichervolumens in Form einer Rohrrigole unter der Mulde mit Überlauf auf 7 bis 10 % der angeschlossenen Fläche halbiert werden. Der Flächenbedarf berücksichtigt die spezifischen klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse im Entwicklungsbereich.

Die Anzahl der Mulden, Lage und Form spielt bei der Berechnung der Muldenfläche demnach eine untergeordnete Rolle.