Bebauungsplan

Im Falle größerer Freiflächen wird eine ausschließliche Muldenversickerung ausreichend sein, andernfalls bedarf es einer kombinierten Mulden-Rigolenversickerung. Durch ergänzende Maßnahmen kann der Flächenbedarf zusätzlich reduziert werden, dies sind insbesondere: höhere Flächenanteile der Dachbegrünungen, spezielle Ausformungen der Mulden oder im Einzelfall Vertiefung der Mulden.

Durch eine weitere textliche Festsetzung soll die Verwendung von wasser- und luftdurchlässigen Belägen sicherstellt werden, so dass ein möglichst hoher Anteil des Niederschlages vor Ort versickern kann und damit dem Grundwasser zugeführt wird. Auch Wasser- und Luftdurchlässigkeit wesentlich mindernde Befestigungen wie Betonunterbau, Fugenverguss, Asphaltierungen und Betonierungen sind unzulässig.

Der Bebauungsplan XV-51c regelt mit den Festsetzungen zur Versickerung von Niederschlagswässern und zur Verwendung von wasser- und luftdurchlässigen Belägen einen einzelnen situationsbezogenen landschaftsplanerischen Tatbestand. Gemäß § 8 Abs. 4 des Berliner Naturschutzgesetzes können Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung im Sinne des § 8 Abs. 3 NatSchG Bln im Bebauungsplan festgesetzt werden, soweit kein Landschaftsplan aufgestellt wurde. Die vorgesehenen Maßnahmen müssen aus Gründen des Naturschutzes erforderlich sein.

Die Versickerung von Regenwasser wird zwar in § 8 Abs. 3 NatSchG Bln nicht explizit genannt, ihre Einstufung als entsprechende Maßnahme zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft ist auf Grund der oben genannten landschaftsplanerischen Belange eindeutig gerechtfertigt. Der Schutz und die Pflege von Bereichen aus Gründen der Wasserversorgung ist nach § 8 Abs. 1 NatSchG Bln ein primärer Grund zur Aufstellung von Landschaftsplänen. Die vorgesehenen Festsetzungen dienen der Umsetzung dieser Zielsetzung.

Da es sich dabei um eine innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplanes mögliche Problembewältigung handelt, die so eindeutig ist, dass sich ein eigenständiges Planverfahren erübrigt, kann hier auf die Aufstellung eines eigenen Landschaftsplanes verzichtet werden.

Die gemäß § 9 Abs. 4 BauGB i.V.m. § 8 Abs. 4 NatSchG Bln in den Bebauungsplan aufgenommene Festsetzung erfolgt also aus landschaftsplanerischen Gründen zum Zwecke des Naturschutzes.

Dachbegrünung:

Die Festsetzung zur Dachbegrünung erfolgt zur Minimierung der durch eine bauliche Verdichtung verursachten Eingriffe in vorhandene Vegetationsbestände und in das Rückhaltevermögen von Niederschlägen. Die Wirksamkeit der textlichen Festsetzung ist an die Festsetzung von Flachdächern gebunden. Ein Neigungswinkel von unter 15h, der eine Begrünung der Dachflächen ermöglicht, wird durch textliche Festsetzung gesichert. Die Dächer sind extensiv zu begrünen. Dies gilt nicht für technische Einrichtungen und Beleuchtungsflächen. Auf Grund von Erfahrungswerten kann davon ausgegangen werden, dass ein durchschnittlicher Anteil von 30 % begrünter Dachfläche erreicht wird.

Bepflanzungen:

In den Gewerbegebieten ist pro 200 m2 nicht überbaubarer Grundstücksfläche mindestens ein Laubbaum zu pflanzen und zu erhalten. Bei der Ermittlung der Zahl der zu pflanzenden Bäume sind die vorhandenen Laubbäume einzurechnen. Stellplatzanlagen sind zu begrünen. Je vier Stellplätze ist ein Laubbaum zu pflanzen.

Durch textliche Festsetzung wird außerdem bestimmt, dass Tiefgaragendächer zu bepflanzen sind. Die Erdschicht muss über den Tiefgaragendächern mindestens 0,8 m betragen. Für Wege, Zufahrten, Stellplätze und untergeordnete Nebenanlagen und Einrichtungen im Sinne des § 14 Abs. 1 BauNVO gilt diese Verpflichtung nicht.

Mit diesen Festsetzungen soll ein bestimmter Vegetationsanteil standortgerechter Pflanzen auf den nicht überbauten bzw. unterbauten Grundstücksflächen rechtlich gesichert werden. Im Falle der Gargagengebäude sollen Bepflanzungsmaßnahmen auch für Gebäudefronten getroffen werden.

Diese Maßnahmen wirken kompensierend sowohl für die biotischen Komponenten des Naturhaushaltes als auch auf das Landschaftsbild. Durch Schattenspende und Staubbindung sowie durch Luftabkühlung aus der Verdunstung des in unterirdischen und oberirdischen Organen der Bäume gespeicherten Wassers werden besonders Eingriffe in den Klima- und Wasserhaushalt ausgeglichen.

Im öffentlichen Raum werden Baumpflanzungen nicht im Bebauungsplan festgesetzt. Die gestalterischen und ökologischen Maßnahmen werden hier außerhalb des Bebauungsplanverfahrens gewährleistet, um die Gemeinde nicht selbst zu binden.

Flächen mit Bindung für Bepflanzungen

Die hochwertige Biotopfläche im Gewerbegebiet GE 5 soll rechtlich gesichert werden, indem für die entsprechenden Flächen eine Bindung für Bepflanzungen und für die Erhaltung von Bäumen getroffen wird. Der Eingriff in die Naturhaushaltsfunktionen kann dadurch erheblich gemindert werden.

Die Fläche an der über die Volmerstraße bis zur Agastraße verlängerten Richard-Willstätter-Straße umfasst einen mehrschichtigen Gehölzbestand aus nicht autochtonen Arten.

Durch die Festsetzung soll die Fläche in ihrem Charakter dauerhaft erhalten bleiben. Die Bepflanzungen sind gegebenenfalls bei Abgang fachgerecht neu anzulegen. Für Wege und Zufahrten innerhalb der Flächen gilt die Pflanzbindung nicht.

Der Erhalt der vorhandenen gestaltprägenden Vegetation stellt einen wichtigen Ansatz zur Entwicklung eines Landschaftsbildes dar, dass die markantesten und typischen Gehölzelemente integriert.

Ausschluss bestimmter Anlagen auf nicht überbaubarer Grundstücksfläche

Um den Eingriff teilräumlich weiter zu mindern, sollen neben den beiden oben beschriebenen hochwertigen Biotopflächen weitere Flächen mit prägenden Baumgruppen vor einer Überbauung einschließlich durch Nebenanlagen gemäß § 14 BauNVO, Stellplätze und Garagen geschützt werden.

Die Fläche D1D2D3D4D1 im Gewerbegebiet GE 6 umfasst einen straßenseitigen Baumbestand, der als typisches Element der Grünplanung aus den 50er/60er Jahren bezeichnet werden kann. Da im Gewerbegebiet GE 6 der Gebäudebestand langfristig erhalten bleiben und rechtlich gesichert werden soll, kann der straßenseitige Baumbestand hier vor einer Überbauung geschützt werden und als landschaftstypisches Element erhalten bleiben.

In den Gewerbegebieten GE 2 und GE 3 befindet sich auf der Fläche E1E2E3E4E5E6E7E8E1 eine markante, das Landschaftsbild bestimmende Baumgruppe aus drei älteren Pappeln. Die Fläche wurde entsprechend der Baumkronentraufe bestimmt.

Die Fläche F1F2F3F4F5F6F7F8F9F10F11F12F1 im Gewerbegebiet GE 5 umfasst größere, zusammenhängende Baumgruppen, die auf Grund ihrer Größe das Landschaftsbild prägen.

Die Fläche G1G2G3G4G5G1 im Gewerbegebiet GE 2 umschließt einen mehrschichtigen Gehölzbestand aus überwiegend autochtonen Arten.

Pflanzliste:

Die Pflanzliste ist nicht Gegenstand der Festsetzungen dieses Bebauungsplanes, wird jedoch für alle Anpflanzungen innerhalb des Bebauungsplangebietes empfohlen. Sie ist auf die örtlichen Standortbedingungen und Gestaltungsanforderungen des Plangebietes abgestimmt.

In der Pflanzliste sind Gehölze, Gräser und Kräuter benannt, die grundsätzlich für das Plangebiet gut geeignet sind. Maßgeblich für die Eignung ist die Angepasstheit bzw. die Fähigkeit zur Anpassung der Pflanzen an den Standort und seine spezifischen Bedingungen (standorttypische/standortgerechte Pflanzen).

Die Pflanzliste beschränkt sich auf stark generalisierte Angaben. Sie soll Spezifizierungen innerhalb des Plangebietes ausreichend Entscheidungsspielraum geben und auch der Objektplanung soll noch genügend gestalterische Freiheit verbleiben.

III. Auswirkungen des Bebauungsplanes III.1 Allgemeines

Der gesamte Bereich des Bebauungsplanes XV-51c ist Teil des Anpassungsgebietes der Entwicklungsmaßnahme Berlin-Johannisthal/Adlershof, das im Eigentum der WISTA-MG steht.

Die Flächen im Eigentum der WISTA-MG, die als öffentliche Straßenverkehrsfläche bzw. öffentliche Grünfläche vorgesehen sind, werden entsprechend des Einbringungsvertrages zwischen der WISTA-MG und dem Land Berlin an das Land Berlin übertragen.

III.2 Auswirkungen auf die bestehenden Nutzungen

Die Umsetzung der geplanten Festsetzung im Gewerbegebiet GE 4 macht den Abriss der vorhandenen Wohngebäude entlang der Agastraße notwendig. Auch die beiden Gebäude befinden sich im Eigentum der WISTA-MG. Das westlicher stehende Gebäude war bereits auf Grund der anstehenden Baumaßnahmen für die Agastraße geräumt worden und wurde im März bzw. April 1997 abgerissen. Für das östlicher liegende Gebäude ist der Abriss geplant. Die Umsetzung der Mieter und die Bereitstellung von Ersatzwohnraum sowie der Abriss der Gebäude wird von der WISTA-MG durchgeführt.

III.3 Auswirkungen auf den Haushalt und die Finanzplanung

Für den Bau der im Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegenden Abschnitte der Volmerstraße werden bei einem Richtwert von 730 DM pro m2 ungefähr 5,65 Mio. DM und der Justusvon-Liebig-Straße ungefähr 2,6 Mio. DM veranschlagt. 90 % dieser Summen werden aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA), 10 % aus Eigenmitteln der WISTA-MG finanziert.

Die Flächen im Eigentum der WISTA-MG, die als öffentliche Straßenverkehrsfläche vorgesehen sind, werden entsprechend des Einbringungsvertrages zwischen der WISTA-MG und dem Land Berlin an das Land Berlin übertragen.

Weitere Auswirkungen des Bebauungsplanes sind zurzeit nicht absehbar.

III.4 Eingriffe in Natur und Landschaft III.4.1 Allgemeines

Sind auf Grund der Aufstellung und Umsetzung von Bebauungsplänen Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten, ist über die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Bebauungsplan unter entsprechender Anwendung des § 8 Abs. 2 Satz 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der Vorschriften über Ersatzmaßnahmen im Sinne des § 8 Abs. 9 BNatSchG nach den Vorschriften des Baugesetzbuchs (BauGB) und des Maßnahmengesetzes zum Baugesetzbuch in der Abwägung nach § 1 BauGB zu entscheiden.

III.4.2 Zulässige Nutzung und Bewertung nach § 34 BauGB

Maßgeblich für die Eingriffsbewertung nach § 8a BNatSchG sind die Eingriffe, die erstmalig auf Grund des Bebauungsplanes ermöglicht werden. In der Eingriffsbewertung sind die nach bestehendem Baurecht möglichen Eingriffe berücksichtigt worden. Grundlage war die Einschätzung der planungsrechtlichen Gebietsqualität nach §§ 34 und 35 Baugesetzbuch.

Danach liegt der Geltungsbereich des Bebauungsplanes XV-51c im großräumig abgegrenzten Innenbereich gemäß § 34 BauGB. Als Orientierungswert für das zulässige Maß der Nutzung wird für 97 % des Geltungsbereiches ein Bebauungs- und Versiegelungsgrad von 40 % angegeben. In einem schmalen Randbereich am südlichen Rand des Geltungsbereiches beträgt der Orientierungswert 20 %. Im Vergleich zum Bestand wäre eine bauliche Verdichtung des Gebietes und damit verbundene Eingriffe in Natur und Landschaft bereits nach bestehendem Baurecht zulässig.

Mit der Festsetzung einer zulässigen Grundflächenzahl (GRZ) von 0,3 bis 0,8 ermöglicht der Bebauungsplan eine bauliche Dichte, die insgesamt über das bestehende Baurecht hinausgeht.

In den Baugebieten ist mit einer baulichen Nutzung, einschließlich einer 50%igen Überschreitung für Stellplatz- und Erschließungsflächen, von durchschnittlich 60 % der Grundstücksflächen zu rechnen. Im Vergleich zur zulässigen Nutzung nach § 34 BauGB entspricht dies einer zusätzlichen Versiegelung von 20 %.

Unter Einberechnung der Straßen ergibt sich für den gesamten Geltungsbereich ein Versiegelungsgrad von ca. 72 %.

Im Gewerbegebiet GE 3 sichert der Bebauungsplan die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs für das Umwelttechnologiezentrum in Form einer Baukörperausweisung. Ein Teil der geplanten Bebauung ist bereits fertig gestellt. Die erforderlichen Kompensationsmaßnahmen für diesen ersten Bauabschnitt wurden im Rahmen der Baugenehmigung geregelt.

III.4.3 Bewertung des Eingriffs in den Naturhaushalt

Die geplante Bebauung und zusätzliche Versiegelung hat negative Auswirkungen auf alle Naturhaushaltsfunktionen.

Erhebliche Eingriffe in die Biotopwertigkeit sind durch Fällungen im ausgeprägten Baumbestand zu erwarten. Eine bauliche Verdichtung hat vor allem auch eine Zerschneidung derzeit großflächig zusammenhängender Freiflächen zur Folge. Die Offenheit der Bebauung und der Verbund unterschiedlicher Biotope im Bestand ­ von gärtnerisch angelegten Flächen, ruderalen Staudenfluren und Gehölzbeständen etc. ­ stellt aus Sicht des Biotopund Artenschutzes eine besondere Qualität dar.

Die vegetationsbestandenen Flächen haben darüber hinaus eine hohe Bedeutung für die Bodenfunktion und die Grundwasserneubildung, die durch die geplante bauliche Nutzung stark eingeschränkt werden.

Die Eingriffe in den Naturhaushalt sind ohne besondere Kompensationsmaßnahmen auf den Baugrundstücken innerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes XV-51c nicht ausgleichbar.

Zur Vermeidung und Minimierung der Eingriffe werden im Bebauungsplan folgende Maßnahmen festgesetzt:

Über textliche Festsetzungen zur Reduzierung von Erschließungs- und Stellplatzflächen, zur Sicherung von Baumpflanzungen sowie zur Dachbegrünung und Regenwasserversickerung werden Eingriffe gemindert und Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffen auf den Baugrundstücken gesichert.

Dabei haben die Dachbegrünung und Regenwasserversickerung die größte Wirkung zur Kompensation des Eingriffs, in den Gewerbegebieten GE 2, GE 3, GE 5 und GE 6 werden über den „ökologischen Standard" hinaus Festsetzungen zur Sicherung besonders erhaltenswerter Einzelbäume und sonstiger Vegetationsstrukturen getroffen. Die Festsetzungen folgen dem Gebot der Vermeidung von Eingriffen.

Durch die genannten Maßnahmen können die Eingriffe in den Naturhaushalt im Vergleich zur zulässigen Nutzung nach § 34

Baugesetzbuch innerhalb des Geltungsbereiches vollständig kompensiert und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes darüber hinaus verbessert werden.

III.4.4 Eingriff in den Baumbestand

Mit über 300 Bäumen, die in Baumgruppen oder als Einzelbaum nach der Baumschutzverordnung überwiegend geschützt sind und weiteren mehrschichtigen Gehölzbeständen, weist das Gebiet einen ausgeprägten Gehölzbestand auf. Die häufigsten Baumarten sind Ahorn, Götterbaum und Hybrid-Pappeln. Auf einem Großteil der Flächen mit geschütztem Baumbestand ermöglicht der Bebauungsplan eine Überbauung durch Ausweisung von Baufeldern.

Auf Grund der Bauflächenausweisung können folgende erhaltenswerte Bäume potenziell gefällt und überbaut werden: im Gewerbegebiet GE 1:

- 1 Pappel an der Albert-Einstein-Straße

- 1 alte Weide (Salix alba) an der Agastraße

- 2 Pappeln an der Agastraße

- 1 Pappel, 1 Ahorn, 1 Götterbaum an der Justus-vonLiebig-Straße

im Gewerbegebiet GE 2:

- doppelreihige Baumreihe aus Ahorn und Linden ausgehend von der Albert-Einstein-Straße

- 1 Ahorn angrenzend an die öffentliche Durchwegung

- 1 Eiche südlich angrenzend an die Fläche mit Pflanzbindung

- eine Götterbaumgruppe im Gewerbegebiet GE 4:

- 2 Pappeln an der Volmerstraße/Ecke Justus-von-LiebigStraße

Aus ökologischer insbesondere aber stadtgestalterischer Sicht erhaltenswert und im Bebauungsplan durch Ausschluss von Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO, Stellplätze- und Garagen sowie eingeschränkte Zulässigkeit von Gehwegen und Zufahrten gesichert sind:

- eine Pappelgruppe auf der Fläche E1E2E3E4E5E6E7E8E1 in den Gewerbegebieten GE 2 und GE 3,

- eine Pappelreihe auf der Fläche D1D2D3D4D1 im Gewerbegebiet GE 6,

- eine Birkenreihe und eine Baumgruppe aus Pappeln, Birken, Robinien sowie drei Platanen auf der Fläche F1F2F3F4 F5F6F7F8F9F10F11F12F1 im Gewerbegebiet GE 5

- die erhaltenswerten Baumbestände im mehrschichtigen Gehölzbestand auf der Fläche G1G2G3G4G5G1 im Gewerbegebiet GE 2

Im Bebauungsplan durch Bindungen zum Erhalt der Bepflanzungen gesichert sind:

- die mehrschichtigen Gehölzbestände im GE 5, deren besondere ökologische und gestalterische Bedeutung im Zusammenhang mit dem südlich des Geltungsbereiches angrenzenden Robinienwäldchen (geplante Parkanlage) liegt

Weitere nach der Baumschutzverordnung geschützte Bäume liegen auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen,v. a. im geplanten Vorgartenbereich, und sind danach auch nach Festsetzung des Bebauungsplanes durch die Baumschutzverordnung geschützt. Eine Fällung bedarf der Antragstellung und Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde. Unabhängig von der abschließenden Eingriffsbewältigung nach § 8a BNatSchG sind im Falle einer Fällgenehmigung Ersatzpflanzungen notwendig.

Besonders erhaltenswert sind unter anderem:

- eine Eiche an der Albert-Einstein-Straße/Ecke Volmerstraße (Gewerbegebiet GE 3)

- ein Ahorn in der Justus-von-Liebig-Straße an der Straßenbegrenzungslinie (Gewerbegebiet GE 3)

- eine siebenstämmige Pappelgruppe an der Albert-EinsteinStraße im geplanten Vorgartenbereich; mehrere Stämme ragen in die überbaubare Grundstücksfläche hinein (Gewerbegebiet GE 1)

- mehrere Pappeln im geplanten Vorgartenbereich an der Justus-von-Liebig-Straße (Gewerbegebiet GE 4)

- eine mehrstämmige Pappel und 4 Ahornbäume auf der geplanten Durchwegung im Gewerbegebiet GE 3. Die Bäume sollen so weit möglich in den geplanten Weg integriert werden.

Insgesamt kann ein Großteil der besonders erhaltenswerten Bäume nicht verbindlich über den Bebauungsplan gesichert werden. Eine Sicherung aller erhaltenswerten Bäume durch Ausgrenzung aus den überbaubaren Grundstücksflächen oder durch Bindungen zum Erhalt der Bepflanzungen könnte die Nutzbarkeit der entsprechenden Grundstücke im Einzelfall unzumutbar einschränken und wird daher nicht für gerechtfertigt gehalten.

Damit bleibt die Prüfung, inwieweit einzelne Bestände, die nicht über den Bebauungsplan gesichert werden, in die zukünftige Bebauung und Straßenplanung integriert werden können, der Entwurfsplanung vorbehalten und wird nicht abschließend über die Inhalte des Bebauungsplanes geregelt.

Ersatzpflanzungen für zu fällende Bäume werden im Bebauungsplan über Bindungen für Baumpflanzungen auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen und zur Begrünung von Stellplätzen gesichert. Bei den zu erwartenden Fällungen kann die Anzahl an notwendigen Ersatzpflanzungen gemäß Baumschutzverordnung auf den verbleibenden Freiflächen voraussichtlich jedoch nicht in vollem Umfang umgesetzt werden. Für einen angemessenen ökologischen und gestalterischen Ausgleich auch bei geringerer Anzahl von Ersatzpflanzungen wird die Verwendung von Arten der beiliegenden Pflanzenliste und die Verwendung höherer Gehölzsortierungen empfohlen.

In der Gesamtbetrachtung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes können die Eingriffe in den Baumbestand durch kompensatorische Maßnahmen wie Dachbegrünung und Regenwasserversickerung ausgeglichen werden.

III.4.5 Bewertung des Eingriffes in Landschaftsbild und -struktur

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans liegt im Kernbereich der ehemaligen Akademie der Wissenschaften und wird überwiegend durch offene ein- bis dreigeschossige Gebäudezeilen mit gärtnerisch angelegten Rasenflächen, Ziergehölzbeeten, Baumreihen und -gruppen geprägt. Typische Gehölzelemente sind markante Einzelbäume und Baumgruppen sowie einzelne Baumreihen. In diesem Ensemble aus Bebauung und Parkflächen ist das städtebauliche Leitbild der aufgelockerten, durchgrünten Stadt der 50er/60er Jahre relativ durchgängig verwirklicht und prägend für den Ort.

Das Gebiet südlich der Justus-von-Liebig-Straße weist eine inhomogenere Struktur auf. Neben stärker versiegelten Flächen mit eher gewerblichem Charakter sowie Flächen mit mehrschichtigem Gehölzbestand liegt am südöstlichen Rand des Geltungsbereiches ein Teil des Einfamilienhausgebietes an der Agastraße, in dessen Nutz- und Ziergärten alte Obstbäume und Birken wachsen.

Der parkartige, aufgelockerte Charakter des Gebietes im überwiegenden Teil des Geltungsbereiches wird mit der Umsetzung des Bebauungsplans aufgegeben. Eine bauliche Verdichtung durch zusätzliche Bauriegel und mehrgeschossige Blockrandbebauung in Ergänzung des Bestandes wird den heute offenen, parkartigen Charakter grundlegend verändern. Die kleine Grünanlage an der Volmerstraße/Ecke Albert-Einstein-Straße wurde durch die vorgezogene Baumaßnahme des UTZ bereits vollständig überbaut.

Der Bebauungsplan trifft Festsetzungen, die zur Minimierung des Eingriffes in vorhandene Landschaftsbildqualitäten beitragen und sich aus der freiraumkonzeptionellen Grundidee des städtebaulichen Vorentwurfs für das WISTA-Gebiet ableiten.

Sicherung gestaltprägender Vegetationsstrukturen: Eine wichtige Maßnahme zur Minimierung des Eingriffes nicht nur im Sinne des Biotop- und Artenschutzes, sondern auch aus Sicht des Landschaftsbildes ist die Sicherung von Einzelbäumen und mehrschichtigen Gehölzbeständen innerhalb der Baugebiete. Der Erhalt der vorhandenen gestaltprägenden Vegetation stellt einen wichtigen Ansatz für die Fortführung der parkartigen Tradition und des grünbestimmten Charakters des Gebietes dar.

Ausweisung nicht überbaubarer Grundstücksflächen: Durch die Ausgrenzung von Flächen aus der überbaubaren Grundstücksfläche werden Flächen zur Entwicklung kleiner Plätze und Pocketparks gesichert, die sich zum öffentlichen Straßenraum/ Wegeverbindung orientieren. Damit kann trotz baulicher Verdichtung eine gewisse Aufgelockertheit der Bebauung und visuelle Offenheit des Gebietes gesichert werden.

Sicherung öffentlicher Wegeverbindungen: Anstelle und in versetzter Fortführung der heutigen Nernstraße sichert der Bebauungsplan eine öffentliche Wegeverbindung. Dies ermöglicht die Entwicklung einer Fuß- und Radwegeverbindung von der Albert-Einstein-Straße bis zur geplanten Parkanlage südlich der Richard-Willstätter-Straße und verhindert die Unzugänglichkeit der tiefen Baublöcke.