Kitas

Es geht um Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme, um die Befähigung, sich mit anderen bei unterschiedlichen Interessen auseinander zu setzen, zu verantwortbaren Entscheidungen im Alltagshandeln und in Konfliktsituationen zu kommen und soziales Zusammenleben für alle zuträglich zu gestalten. Derartige Fähigkeiten zur Realitätsbewältigung fördern die Sicherheit des Systems Schule selbst und sind damit Voraussetzung für Schulprogrammentwicklung.

Zur nachhaltigen Unterstützung der Schulen, insbesondere auch der am Schulversuch Ethik/Philosophie teilnehmenden, sind neue Handreichungen mit konkreten Unterrichtsbeispielen erstellt worden („Mitleid", „Selbstmord", Unterrichtseinheiten Ethik/Philosophie). Gewaltprävention

Zur Gewaltprävention sind in der Vergangenheit bereits breit gefächerte Angebote für die Lehrerschaft entwickelt worden.

Etwa 50% der aktuellen angebotenen rund 50 Kurse zu den verschiedenen Feldern von Aggression und Gewalt in der Schule befassen sich mit Konfliktlösungsstrategien, -projekten und -trainingsmethoden. Die Inhalte beziehen sich auf alle im Schulalltag auftretenden Konflikte, zu denen auch politisch motivierte Gewalt von Schülern gehört. Dabei sollen auch Lehrer die Schüler für ein offensiveres Vorgehen gegen Gewalt an der Schule gewinnen. Sie erhalten in Interventionsgruppen Planungshilfen. Angebote der Polizei werden vom LISuM einbezogen

Die zuletzt bekannt gewordenen Vorfälle zeigen, dass das Problem unverändert virulent ist und auf Grund der aufgetretenen Dramatik noch stärkerer Beachtung bedarf. Das bedeutet u. a., dass die Mediation zwischen Lehrkräften und Schülern intensiviert werden muss. Hierzu bedarf es Maßnahmen wie Konfliktinventur im Vorfeld, Fortbildung von Konfliktlotsen-Teams u. a. Problemlösungsmethoden.

Eine neue Broschüre „Umgang mit Gewalt ­ Konfliktregelung mit Jugendlichen" ist erschienen. Die vorhandenen Materialien von Hagedorn und Walker werden vielfach eingesetzt, die Erprobung in der Lehrerfortbildung durchgeführt. Die notwendige, bedarfsorientierte Veranlassung von Nachdrucken hängt von einer ausreichenden Mittelbereitstellung ab.

Die Ausstellung „Konstruktiv Handeln" wurde in die Schulstation der Comenius-Schule verbracht, ist dort Teil der Schulstations-Einweisungen durch Führungen der Mitarbeiter des LISuM und der Schule, soweit es der zeitliche Rahmen möglich macht.

Für die Ausstellung „echt krass" konnten wegen nicht ausreichender Personal- und Sachmittel keine neuen Standorte gefunden werden.

Interkulturelle Erziehung

Im Bereich Interkulturelle Erziehung liegt der Schwerpunkt unter den 15 Veranstaltungen beim Thema Menschenrechte, Demokratie, Rechtsextremismus und Migration, Diskriminierung von Minderheiten, Toleranztraining, interkulturelle Kommunikation und „Globales Lernen".

Das LISuM bemüht sich, vorhandene oder in der Entwicklung befindliche interkulturelle Materialien anderer Einrichtungen oder Stiftungen in den Projekten „Das bin ich", „Das sind wir", „Das sind wir II" (für die Sekundarstufe) und „Eine Welt der Vielfalt" in einer groß angelegten Kampagne in der Schule zu verbreiten. Dazu bedarf es aber Finanzmittel in einem Umfang, die dem LISuM bislang nicht zur Verfügung standen und gesondert für diesen Zweck bereitgestellt werden müssten.

Weiterhin ist eine zweitägige Fachtagung zum Thema „Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in der Berliner Schule ­ was ist zu tun?" geplant, die nach Entsperrung von Honorarmitteln noch im Jahr 2000 stattfinden könnte. Hier sollen engagierte Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulaufsicht gemeinsam mit eingeladenen Experten aus anderen Ländern und Universitäten Möglichkeiten der Prophylaxe erörtern.

Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler Interkulturelle Erziehung Interkulturelle Erziehung heißt Vermittlung und Belebung interkultureller Kompetenz. Sie ist gekennzeichnet von Begriffen wie Toleranz und Friedfertigkeit und schließt Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus aus. Interkulturelle Kompetenz ist eine moderne Schlüsselqualifikation für ein Leben in einer immer internationaler werdenden (Arbeits-) Welt.

Toleranz, Anerkennung und Schutz unterschiedlicher Kulturen sind zivilgesellschaftliche und demokratische Haltungen und Verhaltensweisen, die die Schule einfordert und übt.

Grundlage eines bewussten Umgangs mit kultureller Vielfalt ist die kindliche Neugier auf Neues und Fremdes. Elternhaus und Schule müssen sich das zunutze machen, die Wahrnehmung strukturieren und in (sozial-)kooperatives Verhalten umsetzen. Es geht darum, Bewusstsein und Sensibilität für kulturelle Unterschiede zu entwickeln und so den sozialen Umgang mit kultureller Andersartigkeit einzuüben.

Interkulturelle Bildung und Erziehung ist allerdings Aufgabe aller Sozialisationsinstanzen ­ überhöhte Erwartungen an Lehrkräfte, Unterricht und Rahmenpläne, an Schule insgesamt vernachlässigen den gesamtgesellschaftlichen Aspekt und die gemeinsame Verantwortung. Zivilgesellschaftliche Kultur und demokratische Praxis, das heißt staatsbürgerliches Verhalten im Sinne der Verfassungsdemokratie wird in der Schule angebahnt und entwickelt, nachhaltig getragen werden muss es von allen gesellschaftlichen Gruppen in einer pluralen Demokratie.

Erziehungs- und Bildungsbeitrag der Berliner Schule

Zu den schulischen Angeboten zum Erwerb interkultureller Kompetenz gehören: das umfangreiche vielfältige Fremdsprachenangebot die internationalen Schulpartnerschaften und Schülerfahrten die internationalen Schülerseminare, z. B. UNESCOSchülerseminar der internationale Lehreraustausch und die Fortbildungsprogramme die Lehrerfortbildungsangebote in Berlin und im Ausland die vielfältige Projekte in den Schulen und unmittelbare Berücksichtigung von interkulturellen Elementen im Unterricht Besondere Maßnahmen bzw. Angebote im Rahmen einer interkulturellen Bildung und Erziehung sind:

Sprachförderprogramm „Deutsch als Zweitsprache" (DaZ) in der Berliner Schule flankierende Maßnahmen zum Sprachförderprogramm, wie Regionale Fachkonferenzen DaZ, Sprachstandsfeststellung im Wedding, Lehrerfortbildung verstärkte vorschulische Förderung der deutschen Sprachkenntnisse in den Kitas und das (nicht von der Berliner Schule organisierte) Programm HIPPY muttersprachliche Angebote der Berliner Schule: Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB), zweisprachige deutsch-türkische Alphabetisierung/Erziehung, Französisches Gymnasium, John-F.-Kennedy-Schule bilinguale Angebote an Oberschulen

Kooperation von Schulen, freien Trägern der Jugendhilfe, Vereinen und kommunalen Einrichtungen, z. B.: (schulbezogene) Jugendsozialarbeit, Schülerclubs, Schülerwerkstätten, Schulstationen, Stadtteilzentren

Angebote der Volkshochschulen: Sprachkurse für ausländische Mütter

Zur Förderung und Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz der rund 35 000 Lehrkräfte der Berliner Schule, die an rund 1000 Schulen 400 000 Schülerinnen und Schüler unterrichten, sind folgende Maßnahmen von besonderer Bedeutung: eine von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport vorbereitete Handreichung für alle Lehrkräfte: „Interkulturelles Lernen ­ aber wie?" die vom Landesinstitut für Schule und Medien regelmäßig angebotenen Veranstaltungen der Lehrerfortbildung sowie die Publikation von unterrichtspraktischem Material Beides sind notwendige und sich ergänzende Bausteine.

Trotz der außerordentlichen Belastung des Landeshaushalts und aller erforderlichen Bemühungen um Einsparungen muss dieses Angebot sichergestellt werden. Die Berliner Lehrerschaft stellt mit den in der Schule zu erwartenden Multiplikatoreffekten ein Potential dar, dessen Einfluss auf eine weltstädtische, interkulturelle Entwicklung des Berliner Bildungswesens und dessen präventiver Charakter gegenüber den Tendenzen zu Intoleranz und Gewalt in ihrer Wirksamkeit gesichert werden muss.

Zielgruppe junge Menschen, Jugendliche und ihre Eltern (Jugendhilfe) Jugend- und Sozialarbeit

Hier wird vor allem auf die Maßnahmevorschläge des Endberichts zu politisch motivierter Gewalt eingegangen.

Entwicklung spezifischer pädagogischer Zielgruppenkompetenzen

Mit Blick auf die in Berlin eingeführten Verfahren und Instrumente für eine bürgernahe und zielgruppenorientierte Stadtentwicklung und zur Entschärfung sozialer Konflikte (Urbane Integration, Quartiersmanagement, Partizipation der Betroffenen) sind die Sozialpädagogischen Fortbildungsstätten ebenso wie die Mitarbeiterfortbildung der Verbände in den Jugendbildungsstätten dabei, entsprechende Angebote im Rahmen der fachpolitischen Schwerpunktsetzung zu betonen. Auch seitens der Streetwork-Projekte und der mobilen Teams werden im Rahmen der so genannten „akzeptierenden Straßensozialarbeit" die Gefahren der „Vereinnahmung" durch extremistische Gruppen gesehen und immer wieder thematisiert.

Angesichts der extrem disproportionalen Ressourcenbindung für Einzelfallhilfen gegenüber den präventiv wirkenden Elementen der Jugendhilfe stellt sich auch bei der Auseinandersetzung mit politisch motiviert gewaltbereiten Jugendlichen die Frage nach einem Paradigmawechsel in der Jugendhilfe, der ihre Rolle in der Gemeinwesenarbeit stärken und die Zielsetzung Prävention verringert Intervention stützen könnte.

Erarbeitung spezieller pädagogischer Konzepte, Partizipation der Betroffenen

Die Thematik wird in der Jugendarbeit bereits verstärkt berücksichtigt. Streetwork-Projekte und insbesondere FanProjekte, die Gruppen mit rechtsorientiertem Potential betreuen, sollen stärker den Vernetzungsaspekt zu Angeboten der Jugendarbeit betonen.

Verhinderung gewaltsamer Besetzungen von Jugendfreizeiteinrichtungen Versuche der „Eroberung" von Einrichtungen der Jugendarbeit und der Schaffung von „national befreiten Zonen" sind in einzelnen Bezirken auch in Berlin bekannt geworden, durch ein rechtzeitiges Zusammenwirken von Mitarbeitern der Einrichtungen, der Jugendämter und der Polizei konnten diese Versuche aber im Vorfeld der Realisierung beendet werden. Auf das Problemfeld wird in Mitarbeiterbesprechungen immer wieder eingegangen.

Unterstützung und Absicherung von Gruppenfahrten und Begegnungen

Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit derartiger Veranstaltungen ist unbestritten. Vorhaben werden unterstützt, können aber auf Grund der Finanzlage der öffentlichen Träger der Jugendarbeit nur beschränkt finanziell gefördert werden.

Bereitstellung von Fördermitteln für Projektarbeit gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt

Der Ansatz wird bereits verfolgt; Fördermittel können allerdings nur im Rahmen des Haushalts und in Abhängigkeit des

­ nach wie vor zu geringen Anteils ­ für die Jugendarbeit eingesetzt werden.

Ansprache und Einbeziehung der Elternschaft Eltern, sofern sie Kenntnis von rechtsorientiertem oder fremdenfeindlichem Gedankengut ihrer Kinder haben, können sehr unterschiedlich reagieren: sie lehnen diese Orientierungen und Äußerungen scharf ab, sie billigen zentrale Botschaften der Orientierungen („Gegen Ausländer" oder „gegen Rassismus"), sie verhalten sich „tolerant", um die Beziehung zu den eigenen Kindern nicht (noch mehr) zu verlieren, und um wenigstens für sich selbst die Vorstellung einer einigermaßen funktionierenden Familie aufrechterhalten zu können.

Die Ansprache der Eltern wird über die Elternarbeit der Schulen versucht; dabei sind die Eltern der besonders gefährdeten Jugendlichen für die Pädagogen aus folgenden Gründen schwer zu erreichen:

Die Pädagogen sind selbst mit dieser schwerwiegenden Problematik überfordert.

Die Eltern wissen nichts von den Umtrieben ihrer Kinder, verleugnen und verdrängen diese, rechtfertigen sie oder schämen sich, dass es so ist, wie es ist (erleben es als Mangel ihrer eigenen Kompetenz).

Die Eltern kommen nicht zu entsprechenden Gesprächen und Veranstaltungen.

Gesprächsanlässe sind Vorfälle im Rahmen der Schule: Das Mitbringen von Flugblättern, Gewalttaten gegen andere Schüler (z. B. mit Körperverletzung), Reaktionen auf politische Ereignisse, Gruppenkonflikte). Wertvolle Arbeit wird in all den Schulen geleistet, die generell ohne eine besondere Stigmatisierung von Einzelproblemen die Zusammenarbeit mit der Elternschaft der Schule suchen und sie dadurch insgesamt und bei dieser speziellen Problematik entlasten.

Referate für die gesamte Elternschaft einer Schule oder für die Elternvertreter eines Bezirkes über ein allgemeines Thema wie „Gewalt an Schulen ­ was können Lehrer und Eltern tun?" haben sich als eine geeignete Methode des Zugangs erwiesen. Allerdings sollte der Multiplikatorenwert dieser Veranstaltungen, zu denen in der Regel die motivierten, verantwortungsbewussten Eltern kommen, nicht überschätzt werden.

Eine für die Schulen hilfreiche Arbeit im Hintergrund wird durch den Türkischen Elternverein geleistet. Dem Verein ist es vielerorts gelungen, eine kooperative Beziehung zu Schulen aufzubauen; bei bedrohlichen Gewaltvorfällen hat sich die Zusammenarbeit als hilfreich zur Problemlösung erwiesen.

Intensivierung von Eltern-/Familienbildung

Die Fragen und Probleme im Umgang und in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus/Fremdenfeindlichkeit bzw. gewaltbereiten (jungen) Menschen finden sowohl bei den Trägern von Projekten der Familienbildung als auch in den Erziehungs- und Familienberatungsstellen in öffent licher und freier Trägerschaft Beachtung. Das Thema „Rechtsextremismus" wird durch vielfältige, breitgefächerte Angebote/Veranstaltungen bearbeitet. In unterschiedlicher Intensität reichen hier die Angebote von Gruppen- und Einzelgesprächen über Wochenendseminare bis zu speziellen Kursen für in- und ausländische Bevölkerungsgruppen.

In der Regel haben alle diese Angebote einen niederschwelligen Zugang, um insbesondere auch „bildungsungeübte" Eltern und ihre Kinder zu erreichen bzw. zu interessieren.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist das Anliegen der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger und die Förderung des verständnisvollen Zusammenlebens verschiedener Nationalitäten/Kulturkreise.

Die Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport evaluiert mit den Trägern der Angebote kontinuierlich, welche Eltern bzw. Elterngruppen erreicht werden, ob sich die Arbeit intensivieren lässt, ob die methodisch-didaktische Ausrichtung der Veranstaltungen geeignet ist, Familien aus unterschiedlichen Schichten sowie ausländische Familien zu erreichen.

Erwachsenenbildung

Die Volkshochschulen haben in der Vergangenheit stets Angebote zu den signifikanten Problemfeldern in ihren Programmen vorgehalten (Anti-Rassismus-Training, Ausstellungen, Veranstaltungen zur Vergangenheitsbewältigung, Gedenkstättenfahrten u. a. m.). Dabei ist aus aktuellen Anlässen zusätzlich mit besonderen Aktionen in Einzelveranstaltungen reagiert worden. Eine Sensibilisierung von VHS-Teilnehmer/innen für diese Thematik findet in allen Kursen statt und gehört zum Selbstverständnis der Einrichtung.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass es sehr schwer ist, ausreichend Teilnehmer für diese Veranstaltungen zu finden.

Diese Angebote werden kaum angenommen.

Nach wie vor sind diese Themen in den Programmen der Volkshochschulen präsent. In größeren Abständen werden Veranstaltungen zur Vergangenheitsbewältigung in Zusammenarbeit mit Gedenkstätten oder auch interkulturelle Informations- und Diskussionsrunden angeboten, die eine aktive Auseinandersetzung mit diesen Themenfeldern fördern.

3. Kooperation Jugendhilfe und Sport Sozialintegrative Programme und Projekte Sport hat in Berlin als „förderungs- und schützenswerter Teil des Lebens" Verfassungsrang (Artikel 32 der Verfassung von Berlin). Sportpflege und ­förderung sind als öffentliche Staatsaufgabe anerkannt, wobei Teile dieser öffentlichen Aufgabe durch Sportvereine und ­verbände übernommen werden.

Im Sportverein werden demokratische Verhaltensweisen eingeübt. Zu den wichtigsten Leistungen des Vereinssports zählt die soziale Integration unterschiedlicher Gruppen und Schichten. So sind Ausländer, Behinderte, Arbeitslose und viele andere, deren Lebenssituation in der Gesellschaft schwierig ist, in den Vereinen als gleichberechtigte Mitglieder anerkannt. Begriffe wie Fairness und Toleranz sind im Sport keine Leerformeln. Hier liegen die Chancen, auch und besonders Jugendlichen mit rechtsorientiertem oder fremdenfeindlichem Gedankengut sinnstiftende Angebote zu machen.

Sport hat als pädagogisches Medium in der Jugendarbeit einen hohen Bedeutungszuwachs erfahren. In seiner Ausprägung als Freizeitsport, Erlebnissport und als Alternativpädagogik hat er stabilisierende und sozialintegrative Eigenschaften. Sportorientierte Pädagogik kann die Interaktionsfähigkeit und Handlungskompetenz Jugendlicher steigern und damit zur Persönlichkeitsbildung beitragen. Insofern kann Sport gewaltpräventiv und unter bestimmten Bedingungen auch therapeutisch wirken.

Mit dem Pogramm „Jugend mit Zukunft ­ Sonderprogamm gegen Gewalt" hat das Abgeordnetenhaus die Bedeutung des Sports für die gesellschaftliche Entwicklung unterstrichen. In Bezug auf Gewaltprävention und hier auch auf die Bekämpfung von rechtsextremistischen und fremdenfeindlichen Tendenzen haben sich dabei besonders Programme und Projekte mit sozialisierenden und integrierenden Funktionen des Sports im Rahmen der Jugendarbeit als erfolgreich erwiesen, insbesondere die zehn Sportjugendklubs und drei Mobile Teams. Träger dieser Einrichtungen sind die Sportjugend (SJB) im Landessportbund Berlin (LSB), der Verein für Sport- und Jugendsozialarbeit (VSJ) sowie „Kiez für Kids Freizeitsport". Die Arbeit von Sportjugendklubs wird von den Mobilen Teams durch Freizeit- und Straßensportaktivitäten wie Inline-Skating und Streetball im Wohnumfeld der Kinder und Jugendlichen unterstützt.

Durch Organisation von persönlichen Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen im außerschulischen Bereich leisten alle Einrichtungen einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Feindbildern. Diese Arbeit schließt Gemeinsamkeiten von Jugendgruppen aus östlichen und westlichen Stadtgebieten ein. Hervorzuheben sind die aufsuchende Jugendsozialarbeit des Streetwork-Vereins Gangway, der den friedlichen Ausgleich zwischen gewaltbereiten Jugendgruppen vermittelt, das Fan-Projekt sowie das Kick-Projekt.

Zuständig für das Kick-Projekt ist der Innensenator. Die an zehn Standorten durchgeführte Projektarbeit bemüht sich, mit vielseitigen Sport-, Freizeit- und Bildungsangeboten durch Kooperation zwischen Polizei und Sozialarbeitern ein Abgleiten Jugendlicher in die Kriminalität zu verhindern.

Das von der Sportjugend betreute Fan-Projekt richtet sich an Fans aus der Fußball- und Eishockey-Szene. Durch aufsuchende Jugendsozialarbeit sollen Jugendliche erreicht und integriert werden, die in den Stadien ­ auch abseits davon ­ durch Gewalt, extremistische oder ausländerfeindliche Äußerungen auffallen. Schwerpunkt der Arbeit ist die Begleitung der Fans bei Heim- und Auswärtsspielen brisanter Fußball- und Eishockey-Begegnungen. Dabei hat die beim Fan-Projekt angesiedelte Stelle „Fairness und Toleranz" vor allem eine beratende Funktion für Trainer, Betreuer, Schiedsrichter u. a. Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein/-verband

In einer Vereinbarung zwischen der Senatsverwaltung und dem Landessportbund Berlin wurde 1993 der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen/-verbänden beschlossen. Senatsverwaltung und Landessportbund verfolgen mit dem Programm „Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein/Sportverband im Land Berlin" unter anderem das Ziel, durch sportliche Freizeitangebote einer um sich greifenden Orientierungslosigkeit und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen entgegenzuwirken.

An der Realisierung dieses Programms hat sich die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin bisher mit erheblichen Mittelzuwendungen beteiligt.

4. Kooperation von Jugendhilfe, Schule und anderen Trägern Erfahrungen aus dem Sonderprogramm „Jugend mit Zukunft"

Mit dem Sonderprogramm „Jugend mit Zukunft ­ Sonderprogramm gegen Gewalt" konnte eine Fülle von konzeptionellen Ansätzen und Projekten entwickelt werden, die auf Grund ihrer besonderen Strukturmerkmale, vor allem sinnstiftende Projektinhalte, die Partizipation der Betroffenen, Übernahme von Verantwortung, Kooperation zwischen Schulen und freien Trägern der Jugendhilfe oder anderen Einrichtungen/Trägern, der Öffnung ins Umfeld und Identitätsgewinn bezüglich des Lebensorts Schule und des Wohnumfeldes einen unübersehbaren Beitrag zur Gewaltprävention und zur Qualitätsentwicklung der sozialen Infrastruktur geleistet haben.