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Antrag über Zehntes Gesetz zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes (10. LBiGÄndG)

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen: Zehntes Gesetz zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes (10. LBiGÄndG) Vom......

Das Abgeordnetenhaus hat das folgende Gesetz beschlossen: Artikel I Änderung des Lehrerbildungsgesetzes

Das Lehrerbildungsgesetz in der Fassung vom 13. Februar 1985 (GVBl. S. 434, 948), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 13. April 2000 (GVBl. S. 278), wird wie folgt geändert:

1. § 9 wird wie folgt geändert:

In Abs. 2 wird Satz 3 wie folgt gefasst: „Abweichend von Satz 2 werden die nach dem 1. Januar 1995 abgeschlossenen Hochschulprüfungen mit einem korrespondierenden Diplom auf Antrag der Ersten Staatsprüfung für das Amt des Studienrats mit einer beruflichen Fachrichtung gleichgesetzt, wobei Bewerber mit der vorgenannten Ersten Staatsprüfung im Falle einer Zulassungsbeschränkung nach § 11 a vorrangig zum Vorbereitungsdienst zuzulassen sind."

In Abs. 2 wird folgender Satz 4 angefügt: „Das für Schulwesen zuständige Mitglied des Senats im Einvernehmen mit dem für Wissenschaft zuständigen Mitglied des Senats wird ermächtigt, die mit beruflichen Fachrichtungen korrespondierenden Diplome im Einzelnen durch Rechtsverordnung festzulegen."

2. § 11 wird folgender Absatz 3 angefügt: „Der Vorbereitungsdienst für Bewerber gemäß § 9 Abs. 2 Satz 3 umfasst zusätzlich erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Studien, die in Zusammenarbeit mit der für die jeweilige berufliche Fachrichtung zuständigen Hochschule angeboten werden."

Artikel III: Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung im Gesetzund Verordnungsblatt für Berlin in Kraft. § 9 Abs. 2 Satz 3 und 4 des Lehrerbildungsgesetzes tritt mit dem Ablauf des 31. Mai 2005 außer Kraft.

Begründung:

Die neunte Änderung des Lehrebildungsgesetzes vom Frühjahr hat nicht den erhofften Beitrag zur Entspannung des Berufsschullehrermangels leisten können. Statt einer Aufzählung von verschiedenen Berufen, für welche die Ausnahme gemäß Neuntes Gesetz zu Änderung des Lehrerbildungsgesetzes (9. LBiGÄndG) gelten soll, ist es sinnvoller, den betroffenen Senatsverwaltungen die Möglichkeit in die Hand zu geben, schnell und flexibel auf die Mangelsituation reagieren zu können.

Der Bedarf für Berufsschullehrerinnen und -lehrer wird in den kommenden Jahren stetig steigen. Der Ausbau der berufsbegleitenden Maßnahmen im 11. Schuljahr, die Ausbildung in beruflichen Vollzeitlehrgängen sowie Programme der Bundesregierung verstärken den Lehrkräftebedarf. Prognosen zufolge existiert bis zum Schuljahr 2006/2007 ein Bedarf von ca. 1 100 Lehrerstellen.

Diesem Bedarf steht lediglich ein Angebot aus dem Bereich der universitären Lehrerbidung in Berlin von ca. 480 entgegen. Da der Mangel in diesem Bereich alle Bundesländer gleichermaßen trifft, ist eine Entlastung durch Bewerber mit Erster Staatsprüfung für das Amt des Studienrats aus anderen Bundesländern nicht zu erwarten. Die Bedarfssituation macht die Aufnahme von Fachkräften mit entsprechenden Diplomabschlüssen notwendig.

Hierbei ist seitens des für Schulwesen zuständigen Mitglieds des Senats, im Einvernehmen mit dem für Wissenschaft zuständigen Mitglied des Senats entsprechend der Bedarfssituation, die Einstellung von Diplomabsolventen verschiedener Berufszweige zu ermöglichen.