Verbesserte Ausbildungsförderung benachteiligter Jugendlicher

Der Senat wird aufgefordert, dem Abgeordnetenhaus bis zum 31. März 2001 zu berichten, wie in Berlin die Angebote zur Eingliederung junger Menschen in die Berufsausbildung und in die Arbeitswelt gestrafft und besser aufeinander abgestimmt werden können. Dabei ist darzustellen, welche arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für benachteiligte Jugendliche im Rahmen der Arbeitsförderung nach dem Sozialgesetzbuch III (SGB III) nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) und im Rahmen der Jugendhilfe nach dem SGB VIII durchgeführt werden und wie diese koordiniert werden können. Außerdem ist in Abstimmung mit dem Landesausschuss für Berufsbildung zu berichten, wie die schulischen Maßnahmen der Berufsvorbereitung und -ausbildung benachteiligter Jugendlicher besser aufeinander abgestimmt sowie mit den außerschulischen Maßnahmen zur Förderung benachteiligter Jugendlicher nach dem SGB III, dem SGB VIII und dem BSHG koordiniert werden können. Ziel soll ein integriertes Maßnahmeangebot sein, das auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Jugendlichen mit differenzierten Angeboten reagiert und das Wiederholungen gleichartiger oder ähnlicher Maßnahmen durch die Jugendlichen weitgehend ausschließt. Eine Anlaufstelle muss mit kompetenter und kontinuierlicher Eingliederungsberatung den erfolgreichen Verlauf der Eingliederung begleiten.

Begründung:

Mit einer Vielzahl von Programmen im Bereich von Arbeitsförderung, Jugend- und Sozialhilfe sowie mit schulischen Maßnahmen werden derzeit Jugendliche an Ausbildung und Arbeit herangeführt. Die Programme und Maßnahmen sind so vielfältig, dass sie, wie der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, es ausdrückte, selbst für Experten schwer zu überschauen sind. Eine Koordination der unterschiedlichen Maßnahmen ist aus Sicht der Jugendlichen dringend geboten. Ohne diese Koordination werden an sich sinnvolle Maßnahmen zu funktionslosen „Warteschleifen", weil die Jugendlichen nacheinander Maßnahmen durchlaufen, ohne dass ein Fortschritt zu registrieren wäre, es entstehen „Maßnahmenkarrieren". Dies gilt sowohl für die schulischen als auch für die Vielzahl von anderen Maßnahmen der Berufsvorbereitung und Ausbildung.

Notwendig ist ein differenziertes, aufeinander abgestimmtes Angebot aus einer Hand, mit dem die Jugendlichen ­ gegebenenfalls schrittweise ­ an Ausbildung und Arbeit herangeführt werden können. Dazu ist eine klare Zuständigkeitsregelung mit einer Anlaufstelle erforderlich, die für und mit den Jugendlichen Eingliederungspläne erarbeitet und in kontinuierlicher Beratung die Jugendlichen zu einem erfolgreichen Abschluss führt.