Personalkonzept zur Sicherung des Lehrerbedarfs der Berliner Schulen

Folgendes beschlossen: „Der Senat wird aufgefordert, zur Sicherung des Lehrerbedarfs der Berliner Schulen für die Jahre nach 2003 rechtzeitig zur ersten Lesung des Haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2001 ein abgestimmtes Personalkonzept vorzulegen, das einen ausreichenden Einstellungskorridor für die kommenden Jahre durch den zielgerichteten Abbau von Überhangkräften vorsieht."

Hierzu wird berichtet:

Die langfristige Sicherung der Unterrichtsversorgung in der Berliner Schule und damit die Frage nach dem Einstellungsbedarf an Lehrkräften in den kommenden Jahren setzt die Einschätzung der künftigen Entwicklung der Schülerzahlen und des Lehrkräftebedarfs ebenso voraus, wie die Einschätzung der Entwicklung des derzeitigen Lehrkräftebestandes, der sich insbesondere durch endgültige Austritte aus dem Berufsleben kontinuierlich verringert. Da die Abstimmungen im Senat zu den Parametern des künftigen Lehrkräftebedarfs noch nicht endgültig abgeschlossen werden konnten, wird im Folgenden zunächst über die Entwicklung der Schülerzahlen und des Lehrkräftebestandes berichtet. Für die Berechnung der Entwicklung des Lehrkräftebedarfs, des künftigen Lehrereinstellungsbedarfs und damit für die endgültige Erledigung des Berichtsauftrages bitten wir um eine Fristverlängerung bis zur 2. Lesung des Haushalts 2001.

Entwicklung der Schülerzahlen Grundlage für die von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport vorgenommenen Modelrechnungen zur Entwicklung der Schülerzahlen in den öffentlichen Schulen vom 31. Januar 2000 (Allgemeinbildende Schulen) und vom 15. Februar 2000

(Berufsbildende Schulen) ist die mittlere Variante der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt erarbeitete Bevölkerungsprognose, deren Ergebnisse als Orientierungshilfe bei der Stadtentwicklungsplanung dienen und die vom Senat am 2. Februar 2000 zur Kenntnis genommen wurde. Nach dieser wird die Bevölkerung Berlins abnehmen, insbesondere im Bereich der schulpflichtigen Altersjahrgänge. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der grundschulpflichtigen Bevölkerung.

Vor dem Hintergrund dieser prognostizierten Bevölkerungsentwicklung ist in den nächsten Jahren in den Allgemeinbildenden Schulen mit einem kontinuierlichen Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen. Nach der Modellrechnung wird die Abnahme in den Allgemeinbildenden Schulen in den nächsten 10 Jahren ca. 18 % betragen. In den Schulstufen und auch Stadthälften werden dabei Unterschiede zu beobachten sein (Anlagen 1­3).

In der Grundschule (einschl. G/O) ist die Entwicklung in den nächsten fünf Jahren insgesamt durch einen weiteren erheblichen Rückgang der Schülerzahlen gekennzeichnet. Erst danach ist mit einem leichten Anstieg zu rechnen. Nach den Berechnungsannahmen werden die Grundschülerzahlen von derzeit rund 182 000 um ca. 33 400 auf rund 148 600 im Schuljahr 2004/05 zurückgehen (­ 18 %) um danach bis zum Ende des Berechnungszeitraums (2010/11) um ca. 7 200 auf 155 800 wieder anzusteigen.

In den beiden Stadthälften wird die Entwicklung unterschiedlich verlaufen. In den östlichen Bezirken ist bis 2003/04 mit einer Abnahme um ca. 24 300 Schüler (­ 33 %) zu rechnen mit einem anschließenden Anstieg um ca. 10 700 bis zum Jahr 2010/11. In den westlichen Bezirken ist bis zum Ende des Betrachtungszeitraums ein kontinuierlicher Rückgang zu erwarten, der allerdings mit insgesamt ca. 12 500 Schülern in den kommenden 11 Schuljahren sehr viel geringer ausfällt (­ 11 %) als in den östlichen Bezirken.

In der Mittelstufe kann noch für zwei Jahre von ungefähr konstanten Schülerzahlen ausgegangen werden, danach bis 2008/09 von einem Rückgang (gegenüber 99/00) um ca. 32 900 auf rund 101 800 Schüler, gefolgt von einem leichten Wiederanstieg. Diese Gesamtentwicklung ist entscheidend von der Entwicklung in den östlichen Bezirken geprägt, in denen der Rückgang bereits im Schuljahr 1999/00 eingesetzt hat und erheblich stärker sein wird (rund ­ 48 %) als in den westlichen Bezirken. Dort werden die Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2003/04 noch um ca. 5 % ansteigen und erst zum Ende des Betrachtungszeitraums den gegenwärtigen Stand geringfügig unterschreiten.

Die Schülerzahlen in der gymnasialen Oberstufe der Gymnasien und an den Gesamtschulen werden sich voraussichtlich in den kommenden sieben Jahren nur geringfügig verändern (ca. - 2,5 %), bis zum Ende des Betrachtungszeitraums (2010/11) dann aber auf ca. 78 % des gegenwärtigen Niveaus absinken.

Nach der Modellrechnung für die berufsbildenden Schulen, bei der es sich ebenfalls um eine „Status-Quo-Rechnung" handelt, die z. B. mit dem gegenwärtig gegenüber früheren Jahren deutlich niedrigeren Versorgungsgrad der Jugendlichen mit Ausbildungsplätzen im Dualen System rechnet, wird die Zahl der Vollund Teilzeitschüler in den nächsten zwei Schuljahren noch weiter ansteigen, danach jedoch kontinuierlich abnehmen (Anlage 4).