Konzepte Berliner Pädagoginnen und Pädagogen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unterstützen und fördern

Der Senat wird aufgefordert, in Umsetzung seiner Vorlage ­ zur Kenntnisnahme ­ über Maßnahmen und Konzepte gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus (Drs 14/700), in der betont wird, dass die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, Initiativen, Bündnissen und Einzelpersonen gestärkt werden muss, die Vorschläge des Projektes „Standpunkt ­ Pädagogen gegen Rechtsextremismus" zur Intensivierung und Qualifizierung der Fort- und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen an Berliner Schulen aufzunehmen und zu ihrer zügigen Umsetzung beizutragen.

Dies betrifft insbesondere folgende Maßnahmen:

- die Fertigstellung bereits konzipierter neuer Unterrichtsmaterialien, die auch über das Internet für die Öffentlichkeit zugänglich sind;

- die Durchführung eines bereits konkret geplanten einjährigen Fortbildungszyklus für ca. 15 Lehrkräfte aus den Berliner Bezirken mit dem Ziel der Schaffung eines Multiplikatorensystems. Diese Lehrkräfte sollen über die eigene Schule hinaus z. B. bei Projekttagen Unterstützung leisten, inhaltliche und didaktisch-methodische Zusammenhänge für die Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Orientierungen insbesondere bei jungen Menschen vermitteln und bei Elternabenden, Schulkonferenzen oder ähnlichen Veranstaltungen Information und Beratung über den Umgang mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt anbieten. Der Senat wird aufgefordert, die Lehrkräfte, die sich bereit erklärt haben, als Multiplikatoren in diesem Sinne tätig zu sein, im erforderlichen Umfang für die Fortbildung und die Multiplikatorentätigkeit frei zu stellen.

- den Aufbau einer schulbezogenen Beratungsstelle, wo Pädagoginnen und Pädagogen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern Beratung und Unterstützung in Fragen der Prävention und in der Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Orientierungen, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in Anspruch nehmen können;

- die Entwicklung von Bildungs- und Informationsmaterialien für Schülerklubs und Schulstationen, Freizeiteinrichtungen, Sportvereinen u. a. in Verbindung mit der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen insbesondere für Jugendliche, die von den herkömmlichen Methoden der politischen Bildungsarbeit nicht erreicht werden.

Durch den Senat ist zu prüfen, inwieweit bei der Umsetzung dieser Maßnahmen Mittel aus dem Bundesprogramm „Initiative, Arbeit und Qualifizierung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" beantragt werden können.

Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 31. Januar 2001 zu berichten.

Begründung:

In der Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Orientierungen, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt spielen die Schulen eine herausragende Rolle. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, bedürfen die Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen im Bündnis mit der Schülerschaft und den Eltern professioneller Unterstützung. In diesem Sinne hat der Senat in seiner Vorlage 14/700 u. a. einen Maßnahmekatalog zur Unterstützung der Berliner Schule vorgelegt, in dessen Rahmen die Eigeninitiativen Berliner Lehrerinnen und Lehrer besondere Berücksichtigung finden müssen. Daher sollen die bereits konkret vorliegenden Programme und Konzepte des Projektes „Standpunkt ­ Pädagogen gegen Rechtsextremismus", das sich zu Beginn des Schuljahres gegründet hat und in das auch die Erfahrungen freier Träger eingeflossen sind, in das Konzept des Senats integriert und schnellstmöglich umgesetzt werden.