Fortführung des „Produktiven Lernens an Berliner Schulen (PLEBS)"

Der Senat wird aufgefordert, die unter Verantwortung des Instituts für Produktives Lernen in Europa (IPLE) laufenden Schulversuche zum „Produktiven Lernen an Berliner Schulen" (PLEBS) bis zu ihrem Abschluss fortzuführen und anschließend in ein Regelangebot überzuleiten. Für dieses Regelangebot ist dem Abgeordnetenhaus rechtzeitig ein Finanzierungskonzept vorzulegen.

Darüber hinaus wird der Senat aufgefordert zu prüfen, wie an weiteren Schulen und Jugendbildungseinrichtungen gleichartige Programme eingerichtet werden können und welche freien Träger diese gegebenenfalls neben dem IPLE anbieten könnten. Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 31. Januar 2001 zu berichten.

Begründung:

Seit 1996 führt das Institut für Produktives Lernen in Europa (IPLE) in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport auf der Grundlage des Pilotprojekts „Die-Stadtals-Schule-Berlin" 13 Schulversuche zum Produktiven Lernen an Berliner Schulen und drei Jugendbildungsprojekte an außerschulischen Bildungseinrichtungen mit anerkanntem Erfolg durch.

Die Projekte, die sich an Schülerinnen und Schüler im 9. und 10. Schuljahr wenden, werden seit 1997 mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert. Sie haben das Ziel, die Berufsorientierung und Berufswahl der Teilnehmer/innen zu fördern und mit Allgemeinbildung zu verbinden, sodass die teilnehmenden Jugendlichen zum Lernen motiviert werden, und reguläre Schulabschlüsse erwerben können. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit werden auf diesem Weg sozial- und bildungsbenachteiligten Jugendlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Über dieses Ziel hinaus stellen diese Schulversuche zugleich einen innovativen Beitrag für eine Reform des Schulwesens dar.

Die Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport beabsichtigt gegenwärtig, ca. die Hälfte der bis 2003 genehmigten Schulversuche „Produktives Lernen an Berliner Schulen (PLEBS), darunter diejenigen, die an Sonderschulen laufen, mitten im Schuljahr abzubrechen und die entsprechenden ESF-Mittel für ähnliche Projekte in anderer Form und mit dem Argument der „Trägervielfalt" an einen freien Träger zu übertragen. Dieser freie Träger steht mit „ASIG" für den Senat bereits fest. Er ist bisher im schulischen Bereich weitgehend nicht bekannt und soll nach vorliegenden Informationen die Schulversuche für „Produktives Lernen" nicht fortführen, sondern ein Projekte mit dem Titel „Schülerfirmen" anbieten. Mit dem vom Senat vorgelegten Entwurf des Haushaltsplanes für Berlin für 2001 sollen die Mittel, die das Institut für Produktives Lernen in Europa (IPLE) für die Schulversuche erhält, halbiert werden.

Mit dem Abbruch der Schulversuche vollzieht der Senat mitten im Schuljahr Einschnitte, die pädagogisch nicht zu rechtfertigen sind und die auf Kosten der beteiligten Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer und der Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gehen. Statt diesen bisher erfolgreichen Schulversuch nach dessen Abschluss in ein Regelangebot und eine Regelfinanzierung zu überführen und die frei werdenden ESFMittel für weiter führende und neue Projekte zu beantragen, werden unter dem vorgeschobenen Argument der Trägervielfalt die Mittel für IPLE halbiert, ohne das mit der Einsetzung allein von ASIG von Trägervielfalt die Rede sein kann.

Carola Freundl Harald Wolf Wolfgang Brauer Siglinde Schaub und die übrigen Mitglieder der Fraktion der PDS