RVO in TDM Spielplätze Spielplätze Kindertagesstätten Kindertagesstätten 10110 Weißensee 101101 Komponistenviertel Nach fünf Jahren Stadterneuerung werden Erfolge bei der Sanierung der Wohngebäude im Komponistenviertel

Problematischer erweist sich die Situation in der Berliner Allee, die als hochbelastete Hauptverkehrs- und Geschäftsstraße durch das Sanierungsgebiet führt. Leerstand in den oberen Wohngeschossen, minderwertige Warensortimente in den Geschäften der EG-Zone und eine aufenthaltsfeindliche Gestaltung des Straßenraums prägen die Straße. Die Sanierungsaufgaben der künftigen Jahre haben hier eine weitere Zieldimension erhalten.

Modernisierung und Instandsetzung
Der Schwerpunkt der Sanierung lag wie in den Vorjahren im Bereich der Bestandsentwicklung durch Modernisierung und Instandsetzung in den Wohngebäuden und der Bestandsergänzung durch Wohnungsneubau. Innerhalb der letzten 5 Jahre wurden rund 45% des Wohnungsbestandes mit öffentlichen und privaten Mitteln instandgesetzt und modernisiert.

Im Berichtszeitraum wurden umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen, die im Rahmen des Förderprogramms "Soziale Stadterneuerung" bewilligt sind, abgeschlossen. Erwähnenswert ist das
Projekt Bizetstraße 100/102, bei dem erstmalig im Komponistenviertel 18 Atelierwohnungen hergestellt worden sind.

Im Programmbereich der "Wohnungspolitischen Selbsthilfe" wurde ein Objekt mit 11 Wohnungen realisiert. Hierbei handelt es sich um ein Vorhaben der Berliner Stadtmission, die zur sozialen Integration die Beheimatung Langzeitheimatloser umsetzt.

Durch den Ausbau von Dachgeschossen wurden 36 Wohnungen zusätzlich neu geschaffen.

Neubau
Auf Grund fehlender Förderkontingente sowie der verminderten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten ist der Umfang der Neubaumaßnahmen erkennbar zurückgegangen.

Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 13 Neubauvorhaben mit 220 Wohnungen fertiggestellt; davon 168 Wohnungen im freifinanzierten Wohnungsneubau, 20 Wohnungen im 1. Förderweg, 20 Wohnungen im 2. Förderweg und 12 Wohnungen im Rahmen der einkommensorientierten Förderung (EOF). Hierunter befinden sich zwei Vorhaben, die als Sonderwohnformen besonders hervorzuheben sind. Es handelt sich dabei zum einen um ein fünfgeschossiges Wohngebäude an der Borodinstraße / Gounodstraße mit 12 Wohnungen, das mit variablen Grundrissen (z. B. Zuschaltzimmern) dem Zusammenwohnen von Alleinerziehenden mit Kindern vorbehalten ist und durch eine bezirklich betriebene Familienberatungs- und eine Kinderbetreuungseinrichtung komplettiert wird.

Zum anderen wurde mit der behutsamen Wiederherrichtung eines ehem. Handwerkerhauses einschließlich Seitenflügels auf dem Grundstück Börnestraße 30 ein Wohnungsneubau errichtet, der als Wohnhaus für Autisten dient. Die Einrichtung, die durch einen freien Träger betrieben wird, umfasst 13 eigenständige Wohneinheiten sowie eine Wohngemeinschaft, in der 8 Bewohner betreut werden.

Gemeinbedarf
Zur planungsrechtlichen Sicherung von Gemeinbedarfseinrichtungen sind die folgenden Bebauungspläne aufgestellt worden: (95) Bebauungsplanverfahren Komponistenviertel XVIII-42 Sicherung des Kita-Standortes und der öffentlichen Grünfläche im Blockinnenbereich 59
XVIII-44 Sicherung der öffentlichen Grünfläche im Block 98
XVIII-45 Sicherung der öffentlichen Grünfläche südlich des Antonplatzes XVIII-54 Sicherung des Spielplatzes Meyerbeerstraße 18
XVIII-59 Sicherung der Kita Mahlerstraße 38
XVIII-62 Sicherung Jugendfreizeiteinrichtung Bizetstraße 14 - 22
XVIII-63 Sicherung Spielplatz Gounodstraße 39
Im Berichtszeitraum ist der B-Plan XVIII- 45 mit BA-Beschluss vom 6.10.98 in zwei Teilbereiche XVIII- 45a und XVIII- 45b geteilt worden; da im westlichen Teilbereich des ehemaligen Geltungsbereichs XVIII - 45 Hemmnisse zur Umsetzung der Planungsabsichten und -ziele des Bebauungsplans bestanden und im östlichen Teilbereich hingegen die Planung für die Realisierung einzelner Vorhaben bereits weiter fortgeschritten war.

Der B-Plan XVIII-45a stellt die planungsrechtliche Voraussetzung zur Errichtung einer Jugendfreizeiteinrichtung in der Mahlerstraße 4/6, der Stadtteilbücherei für den Ortsteil Weißensee am Standort Bizetstraße 37/41 sowie des westlichen Teilbereichs der öffentlichen Grünfläche südlich des Antonplatzes sicher. Der B-Plan XVIII-45b sichert den westlichen Teilbereich dieser Parkanlage südlich des Antonplatzes sowie das Bauvorhaben "Betreutes Seniorenwohnen / Seniorenfreizeitstätte".
Das B-Planverfahren XVIII-44 ruht, die Herstellung des geplanten Stadtplatzes "Arnold-Schönberg-Platz" erfolgte 1999 auf Grundlage eines öffentlich-rechtlichen Vertrages.

Die Maßnahmen auf dem gartendenkmalgeschützten Solonplatz; die Fertigstellung der Begrünung und Einfriedung des Spielplatzes (als 2. Bauabschnitt) sowie die Erneuerung der Parkanlage wurden im Berichtszeitraum abgeschlossen. Darüber hinaus wurden keine Gemeinbedarfseinrichtungen errichtet.

Durch den bereits erreichten und bis zum Jahr 2010 prognostizierten Zuzug werden sich die bestehende Defizite in der Bedarfsdeckung an öffentlichen Grünflächen erhöhen.

Gewerbe
Der Gewerbebestand hat sich im Vergleich zu den Vorjahren sowohl im Bereich Einzelhandel und Dienstleistungen wie auch im Bereich Handwerk gefestigt.

Die Entwicklung im Einzelhandel und Dienstleistungen konzentrierte sich fast ausschließlich auf den zentralen Bereich entlang der Berliner Allee und Langhansstraße, mit Abstrichen auch auf die Bizetstraße. Die Fluktuation sowie die Filialisierungstendenz im Einzelhandelsbereich hat abgenommen. Allerdings sinkt die Qualität des Branchenmixes durch eine wachsende Zahl von Billigstanbietern in der Berliner Allee.

Zur Attraktivitätssteigerung des Standortes Berliner Allee hat sich unter Leitung einer externen Beratungsgesellschaft die Lenkungsgruppe "Geschäftsstraßenmanagement" konstituiert. Diese setzt sich aus Vertretern des Einzelhandels, der Handwerkskammer, der IHK, des Bezirks Weißensee und dem Sanierungsbeauftragten complan zusammen und verfolgt das Ziel, den Stellenwert der Berliner Allee als örtliches Versorgungszentrum zu erhöhen. So wurden u. a. Workshops (Verkehrssituation, Werbung, Internet-Präsentation, etc.) durchgeführt und die Interessengemeinschaft "City Weißensee" mit Vertretern des Einzelhandels an der Berliner Allee gegründet.

Die in den rückwärtigen Lagen des Sanierungsgebietes ortstypischen Handwerkerstandorte haben sich in das Wohnumfeld weitgehend eingepasst. Der Rückgang gewerblicher Standorte ist vor allem wegen ungeklärter Nachfolgeregelungen sowie der allgemein nachlassenden Nachfrage nach innerstädtischen Gewerbestandorten für Handwerker und produzierendes Gewerbe eingetreten.

Neben der Stabilisierung der vorhandenen Gewerbestruktur durch ein aktives Gewerbeflächenmanagement der Sanierungsbeauftragten stellen die Reaktivierung brach liegender Gewerbeflächenpotenziale, u. a. die "Gummifabrik" in der Puccinistraße und die "Fischfabrik" in der Max-Steinke-Straße, die wesentliche Entwicklungsaufgabe im Gewerbebereich dar.

Verkehr
Zur Minderung des Stellplatzdefizites sind in den Querstraßen zwischen Berliner Allee und Bizetstraße die Vorgärten und Bürgersteige im Rahmen einer Straßenraumneuordnung neu gestaltet worden. Mit diesen Straßenraumneugliederungen sind auch flankierende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen (Fahrbahnvorstreckungen) umgesetzt worden, die zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen sollen. Zur Beseitigung der Defizite im Stellplatzbereich wird in Erwägung gezogen, im Zusammenhang mit der Neuplanung des Antonplatzes (s. u.) eine Tiefgarage zu bauen.

Ökologische Ziele
Bei der sukzessiven Erneuerung des Wohnungs- als auch des Gewerbebestandes werden die vorhandenen Kohle-Einzelöfen durch moderne, zentrale Heizungsanlagen ersetzt, sodass sich die Emissionen durch den Hausbrand erheblich reduzieren.

Durch die geplante Neugestaltung des Antonplatzes als fußgängerfreundliche öffentliche Freifläche, die schrittweise Neugestaltung öffentlicher Spielplätze sowie die Erneuerung der für das Sanierungsgebiet typischen Vorgärten, ist bei der Ausstattung von Freiflächen in qualitativer Hinsicht eine deutliche Verbesserung eingetreten.

Mitwirkung der Betroffenen
In den Berichtszeitraum fiel die zum zweiten Mal durchgeführte Wahl der Betroffenenvertretung für das Sanierungsgebiet Komponistenviertel. Die Mitwirkung der Betroffenen am Sanierungsgeschehen wird durch eine monatlich stattfindende Beiratssitzung gesichert. Weiterhin wird durch die institutionelle Beratung sowohl der Mieter durch die SPAS-Mieterberatung e. V. als auch der Gewerbetreibenden durch die complan GmbH und die Wirtschaftsförderung des Bezirks Weißensee ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, die Bevölkerung über die Situation im Sanierungsgebiet zu informieren.
Zur Gewährleistung der Sozialverträglichkeit von Erneuerungsmaßnahmen hatte das Bezirksamt Weißensee zunächst am 02.06.1998 die Einführung einer befristeten Mietobergrenzenregelung (nach Abschluss von Modernisierungsmaßnahmen) beschlossen.

Die Ergebnisse der im Jahr 1998 in Auftrag gegebene Sozialstudie zur Fortschreibung des Sozialen Konzepts der Sanierung führen mit BA-Beschluss vom 21.12.1999 zu einer grundsätzlichen Festlegung eines sozialverträglichen Mietniveaus bei Erneuerungsmaßnahmen auf Grundlage der jeweiligen Mittelwerte des Berliner Mietspiegels.

Für die Sicherung des Standortes einer Stadtteilbibliothek im Sanierungsgebiet wurde auf dem Grundstück Bizetstr. 25-41 in zentraler Lage und unmittelbarer Nähe zum Antonplatz ein langfristiger Mietvertrag zwischen dem Investor und dem Land Berlin, vertreten durch die Abt. Kulturelle Angelegenheiten des Bezirksamtes Weißensee abgeschlossen; damit ist die Sanierungszielstellung für dieses Vorhaben weitgehend erreicht. (BABeschluss vom 31.8.1999).
An Stelle des bisherigen Kinderbibliothek auf den Grundstücken Mahlerstr. 4/6 ist nun eine Jugendfreizeiteinrichtung gem. BABeschluss vom 31.8.1999 zu realisieren.

Sicherung der Sanierungsziele
Bis Ende 1999 wurden im Sanierungsgebiet Komponistenviertel zur Sicherung der Sanierungsziele sieben Bebauungspläne aufgestellt bzw. fortgeführt (siehe Gemeinbedarf).
Der Schwerpunkt der Bemühungen zur Sicherung der Sanierungsziele liegt im vorliegenden Berichtszeitraum weiterhin in der konzeptionellen und planungsrechtlichen Absicherung sowie Umsetzung der Projekte: "Musikschule", "Intern. Jugendhotel", "Grünanlage Antonplatz-Süd", "Betreutes Seniorenwohnen", "Stadtbibliothek Weißensee".
Im Programm Stadtweite Maßnahmen - Infrastrukturmaßnahmen Förderung von Qualifizierung und Beschäftigung wurden Mittel für den Umbau bzw. die Sanierung des Antonplatzes Nord und die Spielplatzerweiterung Meyerbeerstr. 18 bewilligt, so dass mit der Umsetzung der Sanierungsziele dort im Jahr 2000 begonnen werden kann.

Auf Grundlage des 1997 geschlossenen Öffentlich-Rechtlichen Vertrages zwischen dem Bezirksamt Weißensee, Abt. Bau- und Wohnungswesen, Bildung und dem Investor konnte die Freifläche Bizetstr. 96 / Smetanastr. 13 zu einem "pocketcorner" gestaltet und 1999 der Öffentlichkeit als "Arnold-Schönberg-Platz" übergeben werden.

Durch den Einsatz von Fördermitteln der europäischen Union aus dem Programm "Urban", in dessen Gebietskulisse der südliche Teil des Sanierungsgebiet liegt, und in Kombination mit Mitteln aus dem Bezirkshaushalt konnten zwei wichtige Projektvorhaben aus dem Bereich Soziale Infrastruktur im Programmjahr 1999
umgesetzt werden.