Mehr Pflegestellen statt Heimunterbringung ­ Stärkung des Pflegekinderwesens als nachhaltiger Beitrag zur Reduzierung der Heimunterbringung

Der Senat wird aufgefordert, zur Reduzierung der teuren Heimunterbringung das Pflegekinderwesen in Berlin zu stärken.

Dabei sind die bezirklichen Pflegekinderdienste und die Dienste freier Träger insbesondere durch folgende Maßnahmen zu unterstützen:

Ausbau bedarfsgerechter Platzkapazitäten durch Umschichtung finanzieller Mittel,

Auf- und Ausbau unterschiedlicher Pflegestellentypen entsprechend des individuellen erzieherischen Bedarfs, einheitliche Ausstattungsstandards für die Pflegestellen, aufgabespezifische Vorbereitung und Fortbildung von Bewerbern für Pflegestellen und einheitliche bezirksübergreifende Verfahren für die Unterbringung in Pflegefamilien.

Dem Abgeordnetenhaus ist darüber erstmals bis zum 31. Dezember 2002 und dann jährlich zu berichten.

Begründung:

Wenn es dem Senat wirklich ernst ist, die teure Heimunterbringung reduzieren und die Kinder dafür in Pflegefamilien unterbringen zu wollen, müssen endlich Schlussfolgerungen gezogen und die entsprechenden Maßnahmen getroffen werden. Dazu gehört die Stärkung der bezirklichen Pflegekinderdienste und der Dienste der freien Träger durch die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Erhöhung der Platzkapazitäten für die Pflegestellen, der Auf- und Ausbau unterschiedlicher Pflegestellentypen für den individuellen erzieherischen Bedarf, einheitliche Ausstattungsstandards sowie einheitliche materielle Ausstattung der Pflegestellen und eine aufgabenspezifische Vorbereitung und Fortbildung der Bewerber für die Pflegegestellen. Aber auch ein einheitliches bezirksübergreifendes Verfahren für die Vermittlung von Pflegekindern ist notwendig, um unbürokratische und schnelle Hilfen realisieren zu können.