In Berlin dominiert die prekäre Finanzlage die tagesaktuellen politischen Diskussionen

Generationengerechtigkeit (sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen)

· Lebensqualität (intakte Umwelt, Schulen, lebenswerte Stadt, Arbeitsplätze, neue Agrarpolitik)

· Sozialer Zusammenhalt (wirtschaftlicher Strukturwandel, keine Spaltung der Gesellschaft)

· Internationale Verantwortung (Entwicklungszusammenarbeit, globaler Umweltschutz, fairer Handel). Berlin sieht sich durch diese nationale Strategie aus dem Jahr 2002 in seiner Agenda 21 gestützt, weil genau diese Themen bereits zwei Jahre zuvor als diejenigen identifiziert wurden, die in der Stadt vorrangig zu bearbeiten sind. Andererseits baut Berlin in seiner Agenda 21 auf der Arbeit der Bezirke auf, die zum Teil eigene Lokale Agenden 21 aufgestellt haben. Durch die Umsetzung dieser bezirklichen Agenden und durch die Unterstützung und Umsetzung der gesamtstädtischen Agenda 21 tragen die bezirklichen Initiativen erheblich zur nachhaltigen Entwicklung Berlins bei. Zahlreiche Verknüpfungen zwischen gesamtstädtischem Prozess und Agendaprozessen in den Bezirken bestehen direkt über Personen, Verbände, Initiativen und Projekte.

Durch die Reihe von Dialogveranstaltungen konnten die gegenseitigen Impulse nochmals verstärkt werden.

In Berlin dominiert die prekäre Finanzlage die tagesaktuellen politischen Diskussionen. Daneben scheinen andere Themen und gestalterische Ansätze kaum Platz zu haben. Der Agendaprozess hat auch gezeigt, dass durch die Arbeit ehrenamtlicher Gremien - ohne große Geldspritze - ein bedeutender Beitrag hin zu nachhaltigen Lösungsansätzen erbracht werden. Viele dieser Lösungsansätze für die nachhaltige Zukunft Berlins beruhen auf dem freiwilligen Engagement der Bürger/innen, für das Politik und Verwaltung den geeigneten Rahmen schaffen und deutlich weiter verbessern müssen.

Dafür sind die nötigen Ressourcen bereitzustellen. Nur wenn wir die langfristige Perspektive Berlins im Auge haben, vermeiden wir Fehlentwicklungen (und immense Folgekosten!) und kommen zu sinnvollen Kriterien, wie und wo gespart werden muss; dann liegt auch eine Perspektive vor, die die Bevölkerung in diesem Prozess nachvollziehen und unterstützen kann. Darin liegt ein Schlüssel für finanzpolitische Nachhaltigkeit.

Die Auflistung dieser Handlungsfelder meint nicht, dass dies die einzigen Felder sind, in denen künftig nach dem Konzept der Nachhaltigkeit gearbeitet werden muss und kann. In vielen weiteren Bereichen hat die Stadt ­ ihre Bewohner/innen, ihre Vereinigungen und ihre Verwaltung ­ dieses Leitbild bereits als Grundlage oder muss und wird sich danach richten. Diese Auflistung bedeutet auch nicht, dass in diesen Feldern neben den üblichen Arbeiten einfach zusätzliche Arbeit unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit geleistet werden soll: es geht im Gegenteil darum, die tagtäglichen Aktivitäten in diesen Bereichen so zu gestalten, dass sie Berlin in Richtung Nachhaltigkeit bringen.

Insgesamt sind die Texte zu den Handlungsfeldern von den jeweiligen Fachforen erarbeitet worden. Inhaltliche Differenzen zwischen den Handlungsfeldern konnten zwar vermieden werden, in Aufbau und Länge der einzelnen Kapitel bestehen jedoch Unterschiede, welche die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Handlungsfelder widerspiegeln, nicht aber eine unterschiedliche Gewichtung des Themas durch das Agendaforum anzeigen.

Für den Agendaprozess ist Geschlechtergerechtigkeit ein wesentliches Element. Im Text ist deswegen immer auch immer die weibliche Form mit gemeint, selbst wenn sie nicht extra erwähnt wird.

Die Ausführungen zu den Handlungsfeldern folgen im Wesentlichen folgender Grundgliederung:

· Problembeschreibung

· Leitbild

· Qualitätsziele und dazu gehörige Handlungsziele

· Maßnahmen

· Indikatoren

· Leitprojekte

· ggf. weitere Projekte.

In allen Handlungsfeldern wurde darauf geachtet, dass innerhalb dieser Gliederung ein möglichst direkter Zusammenhang zwischen den Problemen, Leitbildern bis hin zu den Zielen, Indikatoren, Maßnahmen und Leitprojekten erkennbar wird.

Die Texte geben die Meinung des Agendaforums wieder. Obwohl die am Entwurf beteiligten Organisationen, Institutionen und Senatsverwaltungen in die Fachforen eingebunden waren, entsprechen die Texte im Detail nicht immer der Meinung aller Beteiligter. Diese Differenzen sind in einigen Texten deutlich hervorgehoben, in anderen jedoch nicht, um den Text insgesamt lesbar zu halten.

Neu in dieser Agenda sind die Leitprojekte in den einzelnen Handlungsfeldern, die gewissermaßen den Praxistest für die Umsetzung von Leitbildern und Zielen darstellen. Sie sind in ihrer Umsetzung kooperativ angelegt, d.h. das Agendaforum und seine Fachforen und AGs wollen diese Leitprojekte gemeinsam mit den Senatsverwaltungen und weiteren Akteuren der Stadt weiter entwickeln und realisieren. Damit sind die Leitprojekte wesentliche Elemente beteiligungsorientierter Politikgestaltung in Berlin.

Die Welt ist ein Kontinuum, und jede Aufteilung nach Fächern ist künstlich. So sind auch diese Handlungsfelder in ihren Inhalten und Maßnahmen eng verknüpft, auch wenn diese Verknüpfungen wegen der besseren Lesbarkeit nicht immer im Einzelnen dargestellt werden. Dies wird schon in den einzelnen Problembeschreibungen und Leitbildern deutlich.

Um den strategischen Anspruch der Agenda 21 einzulösen, ist künftig stärker herauszuarbeiten, wo zwischen den Handlungsfeldern die Verknüpfungen und Synergien bei den Leitbildern, Zielen, Maßnahmen und Leitprojekten liegen. Auch mögliche oder bereits bestehende Verzahnungen mit sektoralen nachhaltigkeitsrelevanten Politiken, Strategien und Programmen des Landes gilt es zu identifizieren und zu nutzen.

Außerdem sind künftig die zahlreichen Indikatoren daraufhin zu überprüfen inwieweit sie geeignet sind, Erfolg oder Misserfolg zu messen und durch entsprechende Nachjustierungen bei den Maßnahmen Korrekturen vorzunehmen. Zudem müssen sie möglichst regelmäßig und mit vertretbarem Aufwand erhoben werden können.