Wohnen

Teilbereich 6: Interkulturelle Gärten Gärtnern ist produktiver Umgang mit der Natur. Für Familien mit Kindern in der Stadt ist Gärtnern ein besonders wichtiger Erfahrungsbereich mit der Natur und ihren Zyklen. Die gemeinsame Bestellung von Gärten fördert zudem den gesellschaftlichen Austausch. Allerdings sind in Berlin Familien von Einwanderern und Spätaussiedlern als Pächter von Kleingärten unterrepräsentiert. Aufgrund ihrer sozialen Lage, im Durchschnitt beengter Wohnverhältnisse, relativ höherer Kinderzahl und überwiegend bäuerlichländlicher Familientradition sind sie eine wichtige Zielgruppe für Gartenpacht.

Berlin ist eine interkulturelle Stadt mit vielfältigen und unterschiedlichen Lebensweisen. Ein Ort, das zum Ausdruck zu bringen, sind interkulturelle Gärten, in denen die verschiedenen Sozialgruppen Gelegenheit erhalten, ihre Traditionen und Besonderheiten der Gartengestaltung darzustellen und um ökologische Aspekte zu erweitern. Interkulturelle Gärten können auch Orte des sozialen Miteinanders sein, an denen ImmigrantInnen aus den unterschiedlichen Kulturen gemeinsam mit Einheimischen ebenfalls unterschiedlicher Garten- und Lebensgestaltung arbeiten, kommunizieren und feiern. Der Senat unterstützt durch geeignete Flächen, personelle und sachliche Ressourcen die Einrichtung interkultureller Gärten. In diesen Anlagen erhalten Haushalte und Personen aus den unterschiedlichen Kulturen und Herkunftsregionen Gelegenheit, ihre Traditionen und Praktiken der Gartengestaltung zu entfalten.

Qualitätsziel 6.1: Berlin ist eine Stadt, in der alle Bevölkerungsgruppen ungeachtet ihrer ethnischen und kulturellen Herkunft gleichen Zugang zu Gärten haben und in ihnen Natur erleben, schützen sowie entwickeln können.

Zusätzlich erhalten in interkulturellen Gärten Familien von Einwanderern und Spätaussiedlern gemeinsam mit Einheimischen die Gelegenheit, ihre Traditionen und Besonderheiten der Gartengestaltung zu entfalten und sie um ökologische Aspekte zu erweitern.

Handlungsziele

· In Zusammenarbeit mit Selbstorganisationen der Beteiligten wird der Anteil von Immigranten/innen in den Berliner Kleingärten bis zum Jahr 2010 auf ihren Anteil an der Wohnbevölkerung gesteigert.

· Der Senat unterstützt durch geeignete Flächen, personelle und sachliche Ressourcen die Einrichtung interkultureller, ökologischer Gärten.

Indikatoren

· Anteil von Immigranten als Pächter/innen oder Mieter/innen in den Kleingärten.

· Anzahl und Verteilung interkultureller Gärten in Berlin Maßnahme Einwanderer und Spätaussiedler werden als Pächter von Kleingärten unterstützt.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 43

Teilbereich 7: Natur in der Stadt Natur in der Stadt ist nicht nur ein wichtiges ökologisches Gut, sondern ein Faktor der Verbesserung urbaner Lebensqualität. Sie fördert das Wohlbefinden und die Erholung; für Kinder ist sie ein wichtigen Erfahrungsraum von Spiel und lernender Welterkenntnis. Natürliche Lebensräume und Grünflächen in der Stadt zu schützen, zu erhalten und zu pflegen erhöht die Qualität der Stadt für ihre Bewohner wie für ihre Besucher.

Qualitätsziel 7.1: Flächenschutz durch Ausweisung nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Zunahme von unter Schutz gestellten Landschaftsräumen auf 20 % der Landesfläche bis zum Jahr 2010 und auf 25 % bis zum Jahr 2020.

Realisierung des Biotopverbunds.

Handlungsziele

· Keine Grundstücksverkäufe, die den Biotopverbund, die Sicherung, Erweiterung und Schaffung von Grünflächen gefährden.

· Die für den Biotopverbund wichtigen gewässerbegleitenden Grünzüge und Wegeverbindungen verbleiben grundsätzlich im öffentlichen Eigentum.

· Diese Flächen sind naturnah zu gestalten und zu erhalten und gemäß den Zielen des Landschaftsprogramms zu entwickeln.

· Keine weitere Privatisierung von Ufergrundstücken.

Indikator Anteil der nach BNatSchG ausgewiesenen Flächen an der Gesamtfläche.

Maßnahme Flächenkauf oder -tausch der großen Grundstückseigentümer (Eisenbahnvermögensverwaltung, Hauptund Bundesvermögensverwaltung, bezirkliche Liegenschaftsämter) zur Schaffung des Biotopverbundes.

Qualitätsziel 7.2: Vielfältige und artenreiche Natur in der Stadt, durch Artenschutz und durch Artenhilfsprogramme vor allem im besiedelten Bereich, erhöht die Qualität und den Erlebniswert ihrer Freiflächen und Siedlungsgebiete für alle Bürger/innen.

Handlungsziele

· Artenhilfsprogramme insbesondere für gefährdete Tiere und Pflanzen.

· Berücksichtigung des Artenschutz bei Bau- und Sanierungsvorhaben.

Maßnahmen Artenschutz wird ein Kriterium in der Gewährung von Zuschüssen für wohnverbessernde Maßnahmen.

Die breite Öffentlichkeit wird für den Artenschutz im bebauten Bereich sensibilisiert, Architektenbüros, Baufirmen, und Hausbesitzer werden informiert.

Schutzprogramm für Gebäude- und Höhlenbrüter wie z. B. Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalben, oder Turmfalken sowie Fledermäuse.

Für den Amphibienschutz an betroffenen Straßen (Amphibienwanderungen) werden weitere stationäre Untertunnelungen eingeplant und ausgeführt.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 44

Qualitätsziel 7.3

Stadtklima und Wohnlichkeit in den verdichteten Gebieten werden durch die Aufwertung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiflächen und Innenhöfen verbessert und der Anteil an Natur besonders in den Innenstadtbezirken erhöht.

Handlungsziel

· Hofbegrünung und Biotop-Pflege in Selbsthilfe bzw. unter breiter Beteiligung der Bewohner/innen Maßnahmen Hofbegrünungs- und Biotop-Pflegeprogramm. "1000 begrünte Höfe" für Innenstadtquartiere mit besonderem Erneuerungsbedarf, angekoppelt an das soziale Quartiersmanagement.

Beratung und Unterstützung von Mieter/innen und Eigentümer/innen bei der Hof- und Fassadenbegrünung sowie beim Artenschutz an Gebäuden durch Verwaltung und Naturschutzverbände.

Teilbereich 8: Schonende Gewässernutzung Berlin ist zu 6% mit Gewässern bedeckt. Dem Wasser verdankt die Stadt ihre Gründung, ihre Charakteristik und ihr Landschaftsbild. Die Flüsse und Seen sind wichtiger Faktor für Attraktivität und Urbanität.

Zudem bezieht Berlin sein Trinkwasser aus der eigenen Fläche und ist auch deshalb auf eine gute Gewässerökologie und eine schonende Gewässernutzung angewiesen.

Qualitätsziel 8.1

An den Gewässern Berlins wird die biologische Durchlässigkeit für wandernde Fischarten sowie andere im und am Wasser lebende Tiere wiederhergestellt.

Handlungsziele

· Sperrbauwerke und andere Fließhindernisse auch an den kleineren Fließgewässern Berlins werden entfernt.

· Im bebauten Bereich sind Ufer in der Weise zu gestalten, dass Wasservögel, Amphibien und Reptilien genügend Ausstiegsmöglichkeiten haben (Rückbau von Spundwänden). Maßnahmen Zeit- und Maßnahmenplan für die Landesgewässer, mit dem die biologische Durchgängigkeit im Rahmen der Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie gewährleistet wird.

An Schleusen und Wehren - z. B. der Spandauer, Charlottenburger und der Mühlendamm-Schleuse - werden Fischtreppen eingebaut. Qualitätsziel 8.2

Keine weitere Ausweitung von Wassersportanlagen an ökologisch sensiblen Gewässerufern.

Handlungsziel

· Reduzierung von Steganlagen in naturnahen Bereichen und Konzentration der Steganlagen in bebauten Bereichen.

Qualitätsziel 8.3

Verminderung von Lärmbelästigung, Abgasemissionen und Wellenschlag durch den Motorbootverkehr.