Arbeitslosigkeit

Handlungsziel

· Geringe Beeinträchtigung Erholungssuchender und nicht motorisierter Wassersportler am Wochenende.

Maßnahme Regelungen, die den stark ansteigenden Motorsportbootverkehr einschränken.

Qualitätsziel 8.4

Sicherung der Röhrichtbestände und der letzten Hecht- und Amphibienlaichplätze.

Handlungsziel Aufrechterhalten des Pegelstandes des Havelwassers im Berliner Bereich.

Maßnahmen Verzicht mangels Bedarf auf weitere Ausbaumaßnahmen von Spree und Havel für Großmotorgüterschiffe im Projekt 17 „Deutsche Einheit". Weiterführung des erfolgreichen Röhrichtschutzprogramms, da die Röhrichtbestände wesentlich zur Selbstreinigung der belasteten Gewässer beitragen und Lebensraum vieler seltener Tierarten sind.

Leitprojekte

1. Interkulturelle Gärten Natur mit Migranten/innen gemeinsam schützen und gestalten - Umsetzung Interkultureller ökologischer Gärten im Rahmen der Lokalen Agenda 21 Berlin Kurzbeschreibung: Interkulturelle ökologische Gärten bieten Migranten/innen aus den verschiedensten Kulturräumen und auch Deutschen die Gelegenheit, ihre spezifischen Traditionen der Gartengestaltung und ­nutzung einzubringen und um ökologische Aspekte zu bereichern bzw. diese zu entwickeln. Interkulturelle Gärten sind Kondensationskerne für den interkulturellen Austausch zu vielen anderen Lebensbereichen (z.B. Essen, Feiern, etc.) und befördern damit das wichtige gesellschaftliche Ziel der Integration. Die Entwicklung und modellhafte Umsetzung des Konzeptes „Interkulturelle ökologische Gärten für Berlin" setzt sich aus 4 Bausteinen zusammen: Gesamtkonzept Interkulturelle Gärten für Berlin, Pilotprojekte, Leitfaden, wissenschaftliche Begleitung.

2. Regionalparks als Potenziale für regionale Wirtschaftkreisläufe / neue Kulturlandschaften Regionalparks können Pilotprojekte im Rahmen des Agenda 21- Prozesses für eine nachhaltige Entwicklung im Verflechtungsraum Berlin / Brandenburg sein. Die ausbaufähigen Stadt-Umland-Beziehungen stellen ein erhebliches endogenes Entwicklungspotential mit großen Möglichkeiten einer eigenständigen, zukunftsfähigen Regionalentwicklung im Kontext mit der Entwicklung neuer Arbeitsplätze dar. Es besteht die Möglichkeit, sowohl ressortübergreifend innerhalb der Berliner Verwaltung (auf Bezirks- und Landesebene) als auch in Brandenburger Landkreisen zu arbeiten und damit ebenfalls Beispiele für regionale Wirtschaftskreisläufe zu schaffen.

Durch Umsetzung integrierter Handlungsansätze sollen ganzheitliche Innovationsmodelle realisiert werden, z.B.:

· Dorf- und Landschaftsentwicklung in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht (Schaffung von Dorfzentren, Beförderung kultureller Aktivitäten, Ansiedlung von Handwerk bzw. Unterstützung der bestehenden KMU) Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 46

· Erhaltung und Entwicklung regionaler Besonderheiten, der ländlichen Strukturen, der Denkmäler usw., die für die Menschen der Region bzgl. ihrer Identifizierung wichtig sind

· Strukturentwicklung für naturnahen Tourismus, der Naherholung. In diesem Zusammenhang steht auch die Beförderung innovativer / ökologischer Verkehrssysteme

· Unterstützung der Neuorientierung der Landwirtschaft ­ Entwicklung von Kulturlandschaften

· Beförderung des ökologischen Landbaus als globale und regionale Aufgabe, des Vertragsnaturschutz und der Landschaftspflege

· Gründung von Kooperationsverbünden, Existenzgründungen in Form von Genossenschaften zur Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von regionalen und ökologischen Produkten

· Nutzung und Intensivierung bestehender Kontakte nach Ost-Europa (Polen) und zu EU-Mitgliedsstaaten

Der Versorgung der Hauptstadt mit regionalen Produkten / Dienstleistungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig kann die Länderfusion Berlin Brandenburg durch Ausbau der schon vielfältig vorhandenen Kooperationsbeziehungen als bottom-up-Prozess vorbereitet werden.

3. Stärkung des Absatzmarktes von regionalen Bio-Produkten in Berlin

Es wird eine Kontaktstelle eingerichtet zur Erfassung, Aufbereitung und Vermittlung der notwendigen Informationen für eine effektive Steigerung des Absatzmarktes. Die Aufgabe besteht insbesondere in der Einbindung und Beratung aller Akteure auf Angebots- und Nachfrageseite. Die Stelle dient dazu, konkrete Projekte zu initiieren und durchzuführen. Des weiteren stellt sie die Verbindung zwischen den ProjektAkteuren, der Berliner Verwaltung und den Institutionen des Berliner Agenda-21-Prozesses dar. Sie entwickelt und pflegt Kontakte zu den verschiedenen Partnern, erhält den Überblick über sämtliche Aktionen und ist hiermit ein geeigneter Ansprechpartner für neue Initiativen, die sich im Bereich Einsatz von regionalen Bio-Produkten in Berlin engagieren wollen.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 47

Das soziale Leben in der Stadt gestalten

Soziale Stadtentwicklung ­ Soziale Kohäsion Soziale Stadt ­ Stärke aus der Summe der Unterschiede Problem

In den letzten zehn Jahren ziehen bessergestellte Familien mit Kindern aus der Innenstadt fort. Durch diese Veränderung und die zusätzlich starken Zu- und Fortzüge entstehen überforderte Nachbarschaften, die gekennzeichnet sind durch Arbeitslosigkeit, Armut, Kinderlosigkeit, Überalterung und Desintegration von Migranten. Nachbarschaftlich tragende Strukturen lösen sich auf, Selbsthilfekräfte und Verantwortungsübernahme für das Gemeinwesen geraten ins Hintertreffen.

Programme zur Verbesserung der Wohnungssituation und des Wohnumfelds haben diese Probleme zwar zum Teil entschärfen, nicht aber beseitigen können.

Leitbild: Berlin ist eine weltoffene, zukunftsfähige, funktional und sozial gemischte Stadt.

Berlin wird geprägt durch die Weltoffenheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Interkulturelle Kontakte schaffen ständig aufs Neue eine funktionale und soziale Vielfalt in der Stadt und halten die „Integrationsmaschine Berlin" in Bewegung. Maßnahmen für Bildung, Kultur und Arbeit in den Stadtteilen verbessern die Startchancen ihrer Bewohner/innen und schaffen Identifikationsmöglichkeiten. So können sich alle in ihrem Quartier wohlfühlen und wollen dort wohnen bleiben.

In allen Teilräumen der Stadt werden sozialstrukturell stabile Stadtteile und Quartiere (Kieze) erhalten oder wieder hergestellt. Dabei werden die Chancengleichheit aller Bewohner/innen in allen Teilen Berlins beachtet und die unterschiedlichen Lebensbedingungen für Männer und Frauen berücksichtigt. Gebietstypische Besonderheiten werden erhalten, so dass die unterschiedlichen Quartiere mit ihren Potenzialen als „unverwechselbare Adresse" werben können.

Dieses Leitbild wird durch die Verantwortlichen in Senat, den Bezirken, den Freien Trägern, der Wirtschaft, externen Sachverständigen sowie von der Wohnungswirtschaft unterstützt. Durch das Engagement der Bürger/innen selbst und durch die Kooperation aller Verantwortlichen und Akteure in den Quartieren werden so aus überforderten Nachbarschaften nunmehr tragfähige und stabile Gemeinwesen.

Präambel

Die durch die Auffälligkeit von sog. Problemkiezen eingetretene Sensibilisierung der Behörden für die Probleme vor Ort hat zur Einsetzung von Quartiersmanagements geführt, die über das Programm Soziale Stadt finanziert werden. Aber auch in andern Kiezen sind Stabilisierungsmaßnahmen von Nöten, damit die stabilisierenden Bewohner nicht mit Wegzügen reagieren, sondern sich im Stadtteil engagieren und bei der Steuerung von desintegrativen Prozessen (z.B. Konfliktmanagement) wie auch bei der Integrationsarbeit (z.B. Sprachangebote auch bei der Erwachsenenbildung, Ausbau der qualifizierten Sozialarbeit an Schulen) durch bessere Ausschöpfung von vorhandenen Ressourcen unterstützt werden.

Die für die Stadtteilarbeit eingesetzten Finanzmittel der öffentlichen Hand können wegen der desolaten Haushaltslage in absehbarer Zeit nicht erhöht werden. Deshalb müssen Senat und Bezirke die derzeit bereitgestellten Zuwendungen und Förderungen unbedingt halten und ausbauen, damit eine Verstetigung und allmähliche Erweiterung des nachbarschaftlichen Engagements eintritt. Insbesondere in sog. Problemkiezen sollten die aktiven Bürger wenigstens durch diese - leider unzureichende - Unterstützung eine Würdigung und Anerkennung ihres ehrenamtlichen Einsatzes erfahren, denn deren Einblicke und Engagement stellen die wertvollsten Ressourcen dar, die durch kein Management ersetzt werden können.

Entwurf zur Berliner Lokalen Agenda 21 Stand 30.03.2004 S. 48

Die nachfolgend beispielhaft dargestellten Maßnahmen sollen mit wenig öffentlichen Mitteln selbsttragende und damit nachhaltige Strukturen ermöglichen. Dies geschieht durch Aktivierung vorhandener Ressourcen (Personal, Räume, Gebäude, Organisationsstrukturen u.ä.).